Dienstag, 19. Februar 2008

Wohnst du noch oder gebärst du schon?


Einen Tag bevor mein Sohn zur Welt kam, war ich morgens noch mit einer Freundin in der IKEA. Und hatte dermassen Rückenschmerzen, dass ich mich an einem Billy (für Nicht-Eingeweihte: DAS IKEA-Bücherregal, dass sogar als Design-Klassiker des 20. Jahrhunderts gilt) festhalten musste. Drei Angestellte kamen herbeigeeilt und schauten mich leicht panisch an. Ich beruhigte sie, ich würde mein Kind nicht heute und jetzt hier gebären. Beim Shoppen im Glattzentrum platzte zwei Stunden später meine Fruchtblase...

Eine andere euch bekannte Rabenmutter war ebenfalls ca. 12 Stunden vor der Geburt ihrer zweiten Tochter in der IKEA. Wir verabschiedeten uns damals wie jeden Tag mit den Worten: „Vielleicht bis später!“. Am 29. Mai 2006 bewahrheitete sich die Aussage, ich müsste spätabends antanzen, um ihre erste Tochter zu hüten, während sie die Hand ihre Mannes in der Klinik zu Brei zerquetschte... Ich erspare euch die Details.

Worauf ich hinaus will: Kann es sein, dass die IKEA als eine Art Wehenmittel fungiert? Oder sind wir eh so oft dort, dass es einfach nur Zufall ist, dass unsere Kinder am darauffolgenden Tag zu Welt kamen?

Gestern war ich auf jeden Fall schon wieder dort. Wir sassen im Restaurant und ein kleiner Junge rennt an mir vorbei und sucht offensichtlich sein Gspönli oder seinen Bruder. „Billy! Biiiiilllyyyyy!“ rief er so laut er konnte. Das gab mir zu denken. Hatte Billys Mutter es nicht mehr in die Klinik geschafft? War Billy ein IKEA-Kind? Hatte die Familie einen lebenslänglichen Gutschein für Barnslig-Bettwäsche? Und was genau sind die Bedingungen für eine IKEA-Family-Card?

Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob ich neidisch oder erleichtert sein soll. Schliesslich wäre so ein Gutschein keine schlechte Sache. Andererseits hätte ich mein Kind nicht Benno* nennen wollen!

(*Für Unwissende: CD-Regal, passend zum Billy)


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