Montag, 27. Dezember 2010

Zwischen Hochzeit und Beerdigung


Wer denkt nicht gerne an seine Hochzeit zurück? Und da heute weniger getauft wird, bleiben die Gelegenheiten, grosse Feste zu feiern nach dem Ehegelübde meistens aus. Das muss aber nicht sein.


Heiraten, Sterben und alles was zwischendurch so läuft: Ja, ich will immer noch.

Noch 362 Tage...

Habt ihr Weihnachten gut überstanden? Nicht? Ja, habt ihr denn keine Weihnachts-Tipps gelesen, die Medien waren voll davon!

Ich hasse Ratgeber! Daran hätte ich auch denken sollen, als ich letzte Woche Die Zeit kaufte, in deren Magazin ein eben solcher Ratgeber zu finden war. Nicht etwa zu Erziehungs- oder Liebesfragen, sondern zu Weihnachten und dem Familienfest. Der Titel klang sehr vielversprechend: „Wie überlebe ich Weihnachten?“. Endlich! Endlich würde mir mal jemand sagen, wie ich aus der Stressfalle rauskomme, mich nicht über die quengelige Verwandschaft aufregen muss und mein schlechtes Gewissen, nie genug zu tun, loswerden kann!

Leider hat das nicht so ganz geklappt. Hier einige Beispiele aus der Zeit, die bei mir noch mehr Fragen aufgeworfen haben:

1. Darf man beschliessen, sich an Weihnachten nichts mehr zu schenken?

Ja, man darf. Vorausgesetzt, alle halten sich daran. Denn es ist nicht „herzig“, wenn die Oma doch noch mit einem „Isch nur öppis chliises“-Geschenk kommt und wir als Gastgeber nichts für sie haben! Vor allem wenn das Geschenk ein Rezept für das Weihnachtsmenue ist. Danke für den Wink!

2. Wie lange muss ich die Schwiegereltern aushalten?


Fiese Frage. Eigentlich ja nur während des Weihnachtsessens, bspw. an Heiligabend. Was aber, wenn es draussen so sehr schneit (ja, man hat sich ja weisse Weihnachten gewünscht), dass die Verwandten nicht mehr nach hause fahren können/wollen? Dann wird natürlich das Bettsofa aufgeklappt... Juhuii!



3. Meine Eltern Leben getrennt, mit wem soll ich Weihnachten feiern?

Da wünsche ich jedem einen solchen Vater wie meinen. Der schert sich seit Jahren einen Dreck um Weihnachten und ist froh, mit dem ganzen Hype nichts zu tun zu haben. So darf Mamma uns für sich haben (ausser die Schwiegereltern beanspruchen uns natürlich) und die Welt ist in Ordnung. Danke Dad!



4. Darf ich Freunde hassen, die behaupten, bei ihnen sei Weihnachten „total friedlich“?

Ich finde schon. Denn bei mir war Weihnachten noch nie einfach nur friedlich. Entweder stritten meine Eltern, nach der Scheidung waren die Festtage einfach nur traurig und seit ich verheiratet bin, gibt es Stress zwischen den Familien, weil uns alle bei sich haben möchten. „Total friedlich“... Pffff!



5. Darf man nach dem Weihnachtsessen noch mal ausgehen?


Klar! Wenn man an Heiligabend einen gewillten Babysitter findet, nach dem Gelage überhaupt noch fähig ist zu gehen und um 23.00 Uhr (vorher starten die Parties ja nicht) nicht schon auf dem Sofa eingeschlafen ist.



6. Muss man an Ritualen festhalten?

An welchen? Die meiner Mutter, meines Vaters? Künstlicher Baum mit blinkenden Lichtern und lange Gesichter? Oder die meines Mannes? Stundenlanges Singen und seliges Beisammensein? Schweizer Rituale, italienische oder deutsche? Heutige Familien sind derart heterogen, dass man seine eigenen Rituale erfinden muss. Und das ist gut so.



7. Was soll es an Heiligabend zu essen geben?

Der Einfachheit halber hätte ich immer gerne Raclette gehabt, den meisten ist das aber zu wenig festlich. Deshalb das öde Fondue Chinoise (macht keine Arbeit), jedes Jahr dieselbe Diskussion. Andererseits bin ich die Letzte, die Lust hat, den ganzen Tag in der Küche zu stehen. Geht Pizza auch?



8. Ab wann müssen die Eltern bei den Kindern feiern?

Oh du Schreckliche. Wieso sehen Eltern nicht ein, dass es für uns heute genauso ist, wie für sie damals? Irgendwann haben sie ja auch aufgehört, bei ihren Eltern zu feiern. Und jetzt sind wir dran, also bitte nicht jedes Jahr jammern, wir hätten schon lange nicht mehr bei euch gefeiert!



9. Muss es an Weihnachten friedlich sein?

Ja, muss es. Das Paradoxe ist, dass es genau an Weihnachten so viele Reibungspunkte gibt, wie sonst im ganzen Jahr nicht. Runterschlucken und nach Silvester verschieben!



10. Darf ich ein Geschenk ablehnen, weil es meinen Erziehungsprinzipien nicht entspricht?

Es gibt Grenzen. Die fangen bei den Fingerfarben an und hören bei der Gummisusi auf. Ansonsten sollten wir Eltern froh sein, wenn wir unseren Prinzipien treu bleiben und die pädagogisch unkorrekten Geschenke vom Opa kommen.



11. Muss ich mich über selbstgemachte Geschenke besonders freuen?

Irgendwie schon, siehe auch Geschenke mit Herz.



12. Darf man an Heiligabend über Politik streiten?


Und wie! Siehe auch die Giga-Patchwork-Familienfeier.



Ich hoffe, Sie hatten schöne Weihnachten und wenn nicht, haben sie jetzt 362 Tage Zeit, sich auf die nächsten einzustellen!

Mittwoch, 22. Dezember 2010

Frohe Weihnachten und guets Neus!

Die Zeiten ändern sich... Das Gefühl bleibt.


Ich wünsche allen Raben- und sonstigen -Müttern und Vätern eine besinnliche und erholsame Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins nächste Jahr. 2011 geht's wie gewohnt weiter auf rabenmutter.ch. 




Dienstag, 21. Dezember 2010

Nicht trotz, sondern dank der Kinder

Ohne meine Kinder gäbe es rabenmutter.ch nicht. Das geht nicht nur mir so.

Mutter? Ja. Unternehmerin? Auch. «Mompreneurs» machen nicht trotz Kind Karriere, sondern wegen ihm: Der Alltag mit dem Nachwuchs liefert ihnen erst die zündende Geschäftsidee.


Die Mama AG aus dem neusten wir eltern.

Montag, 20. Dezember 2010

Kriegerlis ist wichtig, aber out

Lange haben wir uns gesträubt, dieses Jahr haben wir nachgegeben: Das Christkind bringt unserem Grossen ein Gewehr.

Dann können wir uns immer noch rausreden "Das hat er nicht von uns!" Denn offensichtlich sind wir die einzigen Rabeneltern weit und breit. Nachdem jeder Rappen zählt 9 Millionen Schweizer Franken für Kinder im Krieg gebracht hat, fühlt man sich zumindest so...

Kinder mögen zwar gerne Kriegerlis spielen - Psychologen sagen, das sollen sie auch - geschenkt kriegen sie die Waffen gemäss 20 Minuten Online trotzdem nicht.

Donnerstag, 16. Dezember 2010

"Wir lieben unsere Kinder, doch wir hassen unser Leben"

Im Magazin der Zeit erklärt Jana Hensel am ganz persönlichen und leidenschaftlich beschriebenen Beispiel das Dilemma junger Eltern in Deutschland. Schätze, in der Schweiz ist das Problem dasselbe.


Warum moderne Eltern hin und her gerissen sind zwischen Lifestyle und dem wahren Leben.

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Kinder lernen von Kindern

Wusste ich's doch! Meine Kinder können von mir nichts lernen, dazu brauchen sie nämlich andere Kinder. Gewissensberuhigung pur, danke Dr. Largo!

Remo Largo im Interview mit der Frankfurter Rundschau über
isoliert lebende und auf Erfolg getrimmte Mädchen und Jungen. Und den Druck der auf Eltern und Kindern lastet.

Montag, 13. Dezember 2010

Hausgeburt mit Kind?

Kann die Anwesenheit der Kinder bei einer Geburt wirklich so romantisch sein?

Ich gebe es zu: Als ich im letzten wir eltern den Titel “Die Geburt als Familienevent” lese und die Bilder dazu überfliege, reagiere ich erst einmal empört. Als erstes fällt mir mein damals viereinhalbjähriger Sohn ein, der die Tränen unterdrücken musste und sehr eingeschüchtert war, als er mich im Krankenhaus besuchen kam, in dem ich ein paar Stunden zuvor seine kleine Schwester zur Welt gebracht hatte. Er schaute mich etwas ängstlich an, wahrscheinlich weil ich immer noch Schläuche im Unterarm habe und aussehe wie ein Zombie nach einer durchzechten Nacht. Mein erster Impuls besteht darin, ihm zu versichern, dass es Mami gut geht, dass er sich keine Sorgen zu machen brauche. Als ich ihn beruhigt habe, da erst erkundigt er sich nach seiner Schwester, die er sogleich ins Herz schliesst und mit der er auch nach zwei Jahren noch sehr gut auskommt.

Donnerstag, 9. Dezember 2010

Darf man das, nur weil man's kann?

Dolly war auch machbar. Aber vertretbar?
Darf eine Frau mit 64 noch ein Kind haben? Juristisch ja. Moralisch?

Dürfen Homosexuelle Kinder haben? Paare mit unterschiedlichen Religionen, Hautfarben, Nationalitäten? Und wie ist es mit Junkies? Darf eine Frau kein Kind haben, weil man davon ausgeht, sie würde seinen zwanzigsten Geburtstag nicht mehr erleben?

Ich hatte jetzt ein paar Tage Zeit, eine Antwort auf diese Frage zu finden. Meine erste Reaktion auf die Nachricht war dieselbe, wie die der grossen Mehrheit: Nein! Das arme Kind!

Aber ich habe ja auch eine tolerante Seite. Die flüstert mir zu, es ginge mich ja wohl nichts an, ob und wann jemand ein Kind in die Welt setzt. Und in solchen Fällen scheint das Kind zumindest ein Wunschkind zu sein, also wer bin ich, das zu verurteilen?

Trotzdem: Muss das sein? Ich bin die erste, die den Kinderwunsch nachvollziehen kann, ich hätte mir ein Leben ohne nicht vorstellen können. Nun hatte ich das Glück, im richtigen Alter den richtigen Mann kennenzulernen. Ich musste mich nie mit künstlicher Befruchtung und Hormonbehandlungen auseinandersetzen. Nie musste ich mir überlegen, ob ich vielleicht schon zu alt sei, um ein Kind auszutragen. Nicht einmal meine biologische Uhr habe ich je lauter als meinen Wecker ticken hören. Ich habe also keine Ahnung.

Dienstag, 7. Dezember 2010

Die Schweiz bleibt stehen

Vaterschaftsurlaub: Switzerland, 0 Points.
Eine englische Studie stellt die Schweiz auf den letzten Platz, wenn es darum geht, auch den Vätern Teilzeitstellen und Elternurlaub zu gewähren.

Erschreckend dabei sind vor allem die Kommentare.

"Schweizer Väter tun sich schwer." 20 Minuten online

Montag, 6. Dezember 2010

Die Chlaus- und andere Lügen

Die Frage ist draussen. Nur, wie lautet die Antwort?

Jedes Jahr um diese Zeit fürchte ich sie. Die Frage aller Fragen. Die eben alles in Frage stellt, was wir bis jetzt unseren Kindern erzählt – manche würden sagen vorgelogen – haben. Dieses Jahr fiel sie ganz unerwartet vor dem Abendessen. «Mami, gäll, de Samichlaus git’s?»

Natürlich war wie immer bei solchen Fragen – Woher kommen Babies? Was ist ein Schwuler? – der liebe Papi nicht in Hörweite. Also musste ich mich alleine behelfen. «Klar gibt’s den!» Ich bin mir nicht sicher, ob mein Sohn die Bedeutung des Nicht-In-Die-Augen-Schauens schont begreift, wenn ich ihn anlüge. Was ich nicht oft tue, wirklich!

Freitag, 3. Dezember 2010

Ist Liebe realistisch?

Nach ein paar Jahren erlahmt die Liebe oder zumindest die Leidenschaft. Sind unsere Ansprüche einfach zu hoch?

Lob der Vernunft von Marcel Zufferey für clack.ch

Innerschweizerische Emanzipation

Kaiserschnitte sind was für verweichlichte, urbane Karrierefrauen, die den Termin kurz nach dem Schwangerschaftstest ihn ihrem Blackberry vermerken. Oder doch nicht?

Eine Statistik beweist das Gegenteil. Die meisten Kaiserschnitte finden im Kanton Uri statt.

Keine Lust auf diese Tortur von Bettina Weber.

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Kosten-Nutzenrechnung

Wahrscheinlich können sich alle an die ominösen CHF 800'000.- die ein Kind bis zum Auszug kosten soll erinnern. Vor ein paar Jahren rüttelten die Medien mit dieser Zahl am Verstand von uns Geldbeutel-gebeutelten Eltern. clack.ch weiss es noch etwas genauer.

Die Ökonomie der Familie von Nicole Althaus.

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