Montag, 29. September 2014

Baby braucht Aufmerksamkeit

 

Was passiert, wenn Mami das Baby ignoriert...


Wir sind immer da für unsere Kleinen. Ob mit oder ohne Babysprache, wir plaudern mit ihnen, spielen und lachen. Babies lernen auf diese Weise die Interaktion mit ihrer Umwelt. Dieses «Still Face Experiment» von Ed Tronick sei insofern erstaunlich, als dass das Baby nicht aufhöre, die Aufmerksamkeit zu erhaschen, obwohl die Mutter (und da frage ich mich, wie sie das so lange durchhält) einen vollkommen uninteressierten Gesichstausdruck hat. 

Die Aussage dieses Experiments ist mir dennoch nicht ganz klar: Dürfen wir unsere Kinder nie ignorieren? Dürfen wir sie ignorieren, aber müssen sie bald wieder zur Kenntnis nehmen? Und was würde passieren, wenn die Mutter noch viel länger ein «still face» machen würde? Würde das Kind irgendwann aufgeben und passiv werden? 

Auf jeden Fall ist es interessant, denn es gibt da draussen Erwachsene, die dank dieses Videos erkennen, was in ihrer Kindheit falsch lief. Und natürlich frage ich mich wieder, ob ich genug da bin für meine Kinder...

Dienstag, 23. September 2014

Der Kinder wegen?

http://1.bp.blogspot.com/-yBVNgla5qgM/VAj2sQ7sNPI/AAAAAAAAA9s/AUI86E1kPkk/s1600/keep-calm-and-stay-together-for-the-kids-6.png


Mami liebt Papi nicht mehr. Scheiden oder bleiben? Ist es den Kindern wirklich lieber, wenn Eltern zusammenbleiben?

Aus aktuellem Anlass – eine Trennung im Freundeskreis, während gleichzeitig ein anderes Paar beschlossen hat, für die Kids zusammenzubleiben – möchte ich wiedermal auf das Thema «Scheidung» kommen. 

Ehen werden geschieden. Oft. Vielleicht zu oft. Doch soll man einfach bleiben, auch wenn die Liebe völlig abhanden gekommen ist? Der Kinder wegen? Ich glaube nicht. Ich weiss, dass es mir als Kind nicht gut bekam. Aber ich wurde natürlich nicht gefragt, wie die meisten Kinder von entliebten Eltern. Sie gehen davon aus, dass die Kinder lieber Mami und Papi unter einem Dach haben, auch wenn diese unglücklich dabei sind. Das wage ich aber zu bezweifeln. 

Ein paar Gedanken für Eltern, die wegen der Kinder zusammenbleiben:
Ihre Kinder sind nicht dumm. Sie haben längst gemerkt, dass etwas nicht stimmt. Je nachdem, wie sie es handhaben, geht die Atmosphäre zu Hause von «erträglich» bis «ich muss hier weg». Wollen sie wirklich die Eltern sein, die ihren Kindern was vormachen? 

Ein Kind braucht Sicherheit mehr als Mami und Papi unter einem Dach. Vor allem, wenn die Eltern sich anschweigen oder gar oft streiten. Ein sicheres zu Hause «nur» mit der Mutter und das Recht, Papi zu sehen, wann immer es geht, gibt einem Kind das bessere Gefühl, als wenn am Esstisch geschmollt wird. 

Ein Kind versteht, dass Eltern es immer noch lieben, auch wenn sie einander nicht mehr lieben. Man muss es ihm erklären. Immer wieder. Aber Taten – und damit meine ich nicht mit Geschenken überschütten – zeigen einem Kind ebenfalls, dass es geliebt wird. 

Das schlechte Gewissen ist kein guter Motor für ein zufriedenes Familienleben. Das läuft im schlimmsten Fall darauf hinaus, dass man das Kind behandelt, wie wenn man geschieden wäre und es mit Geschenken überschüttet, um das Gewissen zu beruhigen. 

Ihre Kinder lieben Sie trotzdem. Solange sie weiterhin für sie da sind. Ehrlich! 

Ich bin überzeugt, Kindern ist Aufrichtigkeit wichtiger als scheinheilige Aufrechterhaltung der Familienidylle. Was meinen Sie? 

Sollten Sie sich demnächst scheiden lassen, lesen Sie auch das «Plädoyer eines Scheidungskindes».

Montag, 1. September 2014

Die Hausordnung für ein besseres Zusammenleben




Neues Schuljahr, neue Regeln? Nein, aber eine kleine Erinnerung an unsere Kinder, die das Zusammenleben einfacher machen.

 
Liebe Kinder, wenn ihr folgende Regeln beachtet, werden wir uns gut verstehen: 


Wir «schulden» euch nichts. Ihr kriegt, was ihr verdient habt. Wir reissen uns seit eurer Geburt die Ä...e für euch auf. Deshalb ist die Tatsache, dass ihr schon wieder nicht fernsehen dürft keineswegs «unfaaair»! Fernsehen, Süssigkeiten und Cola sind keine Menschenrechte, verstanden? 

Ihr «braucht» kein Smartphone. Niemand braucht ein Smartphone. Ihr kriegt ein Pre-Paid, in Fällen, in denen keine anderen Telefone zur Verfügung stehen und das ist fast nie der Fall. 

Hausarbeit wird nicht bezahlt. Wir kriegen schliesslich auch keinen Rappen, wenn wir eure Wäsche waschen, von wem auch? Deshalb wird der Tisch gedeckt, das Bett gemacht, die Kleider weggeräumt, ohne irgendeine Gegenleistung dafür zu erwarten. Für aussergewöhnliche Leistungen (Rasen mähen, Unkraut jäten oder Mama im Geschäft helfen) kann über einen Basislohn verhandelt werden. 

Macht es sofort richtig. Nicht erst nachdem wir euch zum x-ten Mal ermahnt haben, weil ihr nur halbherzig arbeitet. Denn wir werden es trotzdem nicht selber tun, ihr werdet aber viel mehr Zeit damit verlieren (und eure Freunde noch später treffen können), wenn ihr es nicht sofort richtig macht. 

Schule ist euer Job. Es ist das Wichtigste, was ihr in den nächsten Jahren zu tun habt. Genau wie Papa und Mama ihre Jobs gut machen sollten. Klagen und Seufzen nützen nichts, die Arbeit muss trotzdem getan werden. Und erst danach dürft ihr gamen, fernsehen oder Freunde treffen. Wie wir auch. 

Mit Honig fängt man Fliegen. Aber wenn ihr nur dann nett zu uns seid, weil ihr etwas wollt, klappt das auch nicht. Und wenn ihr gerade Ärger gehabt habt mit uns? Fragt erst gar nicht «darf ich?», denn in den Momenten dürft ihr gar nichts, ausser nett sein und noch etwas für uns tun. 

Alles klar? 

Welche Hausregeln würden Sie noch hinzufügen?

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