Montag, 26. Oktober 2009

Meine Affäre mit IKEA

Die Rabenmutter bloggt jetzt auch für IKEA. Auf playreport.tumblr.com findet ihr den gewohnten rabenmutter.ch-Stil - jedoch auf Englisch. Enjoy!

Dienstag, 20. Oktober 2009

Die besseren Mütter

Vielleicht kümmern sich Väter doch besser um ihre Kinder als wir (Raben)mütter.

Das viel besprochene Thema der Hausmänner und Homestay-Dads nimmt für mich in letzter Zeit neue Züge an. Obwohl dieses Konzept in meinen Augen schon immer seine Richtigkeit hatte, dachte ich insgeheim doch meistens, die Kinder brauchen ihre Mutter
doch mehr oder weniger zu hause. Also kam immer nur ein Teilzeit-Job für Mama in Frage.

Je länger ich mir das aber überlege, umso mehr merke ich, dass meine Kinder mindestens so gut dran wären, wenn nicht sogar besser, wenn Papa die ganze Woche zu hause wäre. Denn sind wir ehrlich: Wir Mütter spielen relativ wenig mit den Kindern, wir lassen nicht alles stehen, um ihnen zu helfen, ein Puzzle zu beenden und am wenigsten freuen wir uns auf das gemeinsame Kochen. Bei uns muss es meistens schnell gehen, also lieber alleine erledigen, ohne dass die Kids einem im Weg stehen. Und Rollenspiele mit Playmobil und Barbie sind einfach nicht so unser Ding. Zumindest in meinem Fall ist das so.

Der Vater hingegen spielt mit ihnen und verbringt einfach viel mehr Zeit mit dem Nachwuchs. Nun mag es sein, dass ein Hausmann dafür natürlich weniger Musse hätte, schliesslich würde er den Haushalt alleine schmeissen müssen. Dennoch glaube ich ehrlich, dass Väter einfach besser geeignet sind, Zeit mit den Kindern zu verbringen und mehr als einfach nur anwesend sind. Statt die Kinder bei erster Gelegenheit ins Spielparadies des Einkaufszentrums zu verfrachten.

Das Argument, ein Vater sei selten so lange zu hause, bis die Kinder aus dem Haus sind, lasse ich auch nicht mehr gelten. Das ist bei den Müttern heute auch nicht anders, irgendwann arbeiten beide wieder mehr oder weniger. Also ist die Zeit als Hausmann auch nicht spezieller für die Kinder, als wenn Mami zu hause geblieben wäre und entsprechend muss sie auch nicht ausdrücklicher "genossen" werden.

Was meint ihr, sind Väter doch die besseren Mütter?

Montag, 19. Oktober 2009

Daddy's girl

Dass unsere Kinder eines Tages eine Libido entwickeln werden, stellen wir uns nur ungern vor. Vor allem Mädchenväter.

Beim Schreiben meines letzten Textes "Obligatorische Sexualerziehung" fiel mir auf, dass es für Väter schwieriger sein muss, über ein zukünftiges Sexleben ihrer Töchter nachzudenken, als für uns Mütter. Auch wenn es um unsere Söhne geht. Oder spricht da nur die Sizilianerin aus mir? Aber irgendwie finde ich die Vorstellung, dass mein Sohn irgendwann seiner Libido freien Lauf lässt, ziemlich natürlich. Es stört mich nicht, zu wissen, dass er einen grossen Teil seines Taschengeldes für Kondome ausgeben wird (hoffentlich!) und den Rest, um das Mädchen zu beeindrucken, mit der er eben diese Kondome ausprobieren wird.

Ganz anders verhält es sich im Falle unserer Tochter. Zumindest für ihren Vater. Denn auch da kann ich mir sehr gut vorstellen, dass mein kleines Mädchen sich wahnsinnig verliebt und ihr erstes Mal mit einem hoffentlich anständigen Jungen erlebt. Und ich hoffe, sie hat Spass dabei.

Für ihren Vater sieht das ganz anders aus. Wir lachen oft über die Tatsache, dass wir unsere Kleine, weil sie ja die Schönste ist, bis 35 Jahre zu hause einsperren. Nicht, dass irgendein daher gelaufener Typ das Gefühl hat, er dürfe etwa mit ihr ausgehen. Und natürlich wird sie sich nie so anziehen, wie die jungen Mädchen das heute tun. Ihr Outfit wird sein: Ungeschminkt, Rollkragen und lange Hose, auch im Sommer! Mich beschleicht jedoch immer mehr das Gefühl, dass mein Mann nicht wirklich darüber "lacht". Er meint es latent ernst. Er bestreitet es natürlich und doch...

Für die Väter scheint das Thema schwieriger zu sein. Vielleicht, weil sie sich daran erinnern, was für hormongetriebene Schurken sie selber waren. Und die Vorstellung, dass ein flaumtragender, pickeliger Halbwüchsiger dieselben schweinischen Gedanken im Zusammenhang mit seiner Tochter hat, lässt einem Vater wohl das Blut in den Adern gefrieren.

Deshalb hier ein Aufruf an alle Väter: vertraut euren Töchtern, schliesslich bringt ihr Ihnen Selbstvertrauen bei, womit sie ein gutes Selbstwertgefühl entwickeln werden. Und erzieht eure Söhne entsprechend!

Samstag, 17. Oktober 2009

Obligatorische Sexualerziehung?

Die "Generation Porno" ist ein Mythos. Trotz Internet, Handys und Tangas sind Jugendliche heute scheinbar nicht aufgeklärter als wir es waren. Sollten sie?

Die Studie "Jugendsexualität im Wandel der Zeit" stellt fest, dass heutige Jugendliche nicht aufgeklärter sind, als wir es vor 20 Jahren waren. Der Durchschnitt macht mit 17 seine ersten sexuellen Erfahrungen, knapp die Hälfte empfand das erste Mal als schön und über 80% verhüten dabei! Also nichts mit unverantwortlich und oversexed. Was mich als Mutter zweier Kinder natürlich überaus freut.

Aufklärung im Kindergarten?
Einzig über das Wissen der Kids bin ich überrascht. Offenbar sind sie heute nicht besser über Fellatio & Co. informiert als wir es waren. Und überschätzen ihr Wissen dennoch masslos. Deshalb will die Eidgenössische Jugendkommission den Sexualunterricht bereits im Kindergarten unterbringen.

Mich stört nicht grundsätzlich, dass unsere ganz kleinen aufgeklärt werden sollen. Seit dem ersten Kindergarten benutzen sie schon Ausdrücke wie "knutschen", "sexen" oder sonstige Worterfindungen, die sie selber nicht wirklich verstehen. Im Gegenteil, vielleicht hören sie bei entsprechendem Sexualunterricht endlich auf, solchen Unsinn in falschen Zusammenhängen von sich zu geben. Aber wäre das nicht Aufgabe der Eltern? Und zwar erst dann, wenn die Kinder danach fragen?

Ich gebe zu, wir drücken uns auch vor dieser Aufgabe. Nicht weil es uns peinlich wäre, darüber mit unseren Kindern zu sprechen, sondern weil ich persönlich Angst habe, nicht die richtigen Worte zu finden und meine Kinder zu traumatisieren, anstatt aufzuklären. Gleichzeitig will ich Sex nicht nur in Diminutiven und süsslichen Wörtern ausdrücken, da sträubt sich einfach alles in mir.

Gefühle oder Technik?
Zugegeben, ich bin ein gebranntes Kind. Meine Mutter war der Meinung, sie müsse ihrer Sechsjährigen den Geschlechtsakt mechanisch beschreiben, damit ich weiss, was wo rein geht und was dabei rauskommt. Nicht gut. Jahrelang fand ich die Vorstellung einfach nur eklig, und dass ich zwei Kinder zeugen konnte, grenzt eigentlich an ein Wunder.

Dennoch glaube ich, es ist nicht Aufgabe der Schule, unsere ganz Kleinen aufzuklären. Das soll zu hause, mit einiger Vorsicht und dem Kind entsprechender Wortwahl geschehen. Die Grossen hingegen sollen auf jeden Fall umfassenden Sexualunterricht geniessen. Die sollen verstehen, was in den jeweiligen Körpern genau abgeht und wieso man sich Geschlechtskrankheiten holen bzw. schwanger werden kann.

Und mal ganz ehrlich: Wer stellt sich bei einem Fünfjährigen schon gerne ein eventuelles Sexleben in Zukunft vor? Irgendwie schaudert's doch jede Mutter und jeden Vater, nicht?

Oder wie habt ihr eure Kinder aufgeklärt?

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Auf dem Lande

Wie sich eine urbane Mutter (doch, der Kreis 11 liegt auch in der Stadt Zürich!) mit der Tatsache beschäftigt, die Stadt bald weit, weit hinter sich zu lassen.

Wir ziehen auf’s Land. Nicht, dass wir jetzt Downtown Zürich leben würden, wir sind ungefähr das letzte Haus der Stadt, danach kommen nur noch Wiesen und Felder. Doch meine Postleitzahl und Telefonnummer suggerieren, dass ich eine urbane Mutter bin. Und das gefällt mir.

So, wie es aussieht, ziehen wir jedoch nächsten Frühling weg. Weit weg. Zumindest psychologisch. War ja klar, wir suchten ein grosses, schönes Haus mit Garten und Aussicht. Aber es sollte natürlich nichts kosten. Wir fanden also unser neues Heim am Sonnenhang in den Weinbergen. Für die Kinder wird’s toll!

Sie werden unbesorgt draussen spielen können, alleine zur Schule gehen und sie werden mit Sicherheit wissen, woher die Milch kommt, die sie aus der Tetrapackung schlürfen. Und vor allem werden sie bessere Menschen, weil sie nicht im Grossstadtdschungel aufwachsen mussten. Ich freue mich, mit ihnen die Natur zu erkunden, ohne dass wir dafür erst ins Auto steigen müssen.

So weit so gut. Das Problem ist nur, dass Natur eigentlich nicht so mein „Element“ ist. Ich gehe gerne spazieren, brauche hierfür aber ein Ziel. Am besten ein Shopping-Center. Oder den Coiffeur. Das Käffchen, in das wir ziehen hat natürlich weder das eine noch das andere. Und sooo gerne spaziere ich ja nun auch wieder nicht, als dass ich eine Stunde Weg in Kauf nehmen würde. Wie werde ich mit der Tatsache klarkommen, dass die einzige Shopping-Möglichkeit der Bauernhof-Laden im Dorf ist? Werde ich unter den Weinbauern so etwas wie Freunde finden? Wird man uns mögen, uns, die Stadtzürcher? Und das Wichtigste? Werden unsere Freunde uns besuchen kommen, wenn sie Gefahr laufen, den Heimweg im Dunkeln nicht mehr zu finden?

Der erste Eindruck ist bekanntlich der Wichtigste. Und den hinterliess mein Sohn gestern nachmittag, als wir seiner Grossmutter das Haus und das Dorf zeigten. Als wir an einem der zahlreichen Bauernhäuser vorbeigingen und neugierig reinschauten, hupte mein begeisterungsfähiges, urbanes Kind: „Lueg Mami, es Buurehofchind!“ Bin nicht überzeugt, dass unser Beliebtheitsgrad dadurch im Dorf gestiegen ist.

Freitag, 9. Oktober 2009

Papa will nicht

Moderne Väter teilen alles mit ihren Frauen und Müttern ihrer Kinder. Haushalt, Kinderbetreuung, Brötchen verdienen. Keine Situation, indem er sie nicht ersetzen könnte. Ausser bei der Geburt. Und dort ist der moderne Mann ja immer dabei. Immer?

Ein Bekannter ist gerade Vater geworden. Er wollte bei der Geburt nicht dabeisein. Das sei nicht nötig, weder seine Frau noch sein Kind hätten etwas davon. Und ausserdem hätte er Angst, er würde sie danach nicht mehr attraktiv finden. Gebären sei schon immer Frauensache gewesen, wieso sollte das bei seinem Kind anders sein? Wider Erwarten ist dieser Mann noch nicht einmal vierzig. Er gehört also nicht einer Generation an, bei der man noch sagen könnte, er wisse es nicht besser. Der Zeitpunkt, in dem eine Frau erfährt, dass sie schwanger ist, bildet den Anfang einer neuen Zeitzählung. Übelkeit, Müdigkeit, Schwangerschaftsmode, Frauenarztbesuche, Babyschühchen bestimmen den Rythmus ihrer Tage, Nächte, Mahlzeiten und Toiletenbesuche. Sie freut sich - oder auch nicht- und denkt auf jeden Fall jede Sekunde über die Tatsache nach, dass sie in ein paar Monaten eine Wassermelone aus ihrer golfballgrossen Öffnung pressen wird. Vielleicht hat sie Angst, vielleicht verdrängt sie die Schmerzen, die sie haben wird. Auf jeden Fall beschäftigt es sie intensiv. Und der angehende Vater? Der kriegt weder einen dicken Bauch (obwohl es da ja Ausnahmen geben soll), noch Wassereinlagerungen, und schon gar nicht muss er sich überlegen, ob und wie lange er stillen wird. Für ihn ist alles Theorie. Anfangs sieht man ja nicht einmal etwas. Die Frau ist immer noch dieselbe, nur dass sie jetzt dauernd von diesem Alien spricht, der angeblich in ihrem Bauch schwebt. Eigentlich wird das ganze "Wir kriegen ein Baby" doch erst mit der Geburt real. Weshalb es mir eben ein Rätsel ist, dass es heute immer noch Männer gibt, die das verpassen möchten. Oder liege ich falsch? Was bringt es dem zukünftigen Papa, wenn er mitkriegt, wie seine Liebste vor Schmerzen schreit und nach ein paar Stunden hysterisch "ich kann nicht mehr, holt es raus" heult? Vielleicht nichts. Aber vielleicht ist es das schönste Erlebnis seines Lebens.

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