Samstag, 28. Februar 2009

Auch wir sparen!

Ja, ja, die Krise, blablabla. Schon klar, ihr könnt's nicht mehr hören. Wir auch nicht. Aber gegen ein paar Shopping-Tipps, um etwas Knete zu sparen, habt ihr ja bestimmt auch nichts, oder?


Top-Marken zu Tiefpreisen:

www.eboutic.ch


Secondhand (oder klingt Vintage besser?):

www.lahaina.ch

Designer-Handtaschen:

www.secondbag.ch

Kinder-Secondhand:

www.quaak.com

Viel Spass beim Shoppen und sparen!








Samstag, 21. Februar 2009

Die Liste

Ich geb's ja zu, ich habe es der Michèle Rothen abkuckt. Sie hat im heutigen Magazin Notizen für ihre Tochter oder ihren Sohn publiziert. Hier ist meine für meine Tochter. (Als Frau kann ich ihr einfach besser Ratschläge geben, als meinem Sohn):

- Halte dich an die etwas uncooleren, bebrillten Typen in der Schule. Die haben im Leben meist mehr Erfolg als die super-coolen.

- Gib den Gedanken an eine Dauerwelle auf. Es sieht immer beschissen aus!

- Hab keine Angst, dass ich mal deine Freundin sein möchte, ich stehe nicht auf die Gilmore Girls.

- Männer sind tatsächlich einfach gestrickt. Lass dir nichts anderes einreden.

- Wenn du was scharfes isst, nützt Brot gar nichts! Trink ein grosses Glas Wasser!

- Verwechsle Ehrlichkeit nicht mit Gewissens-Beruhigung.

- Gute Freundinnen sind rar, aber umso nötiger.

- Die beste Schoggi gibt's in der Migros.

- Guter Sex braucht keine Liebe, umgekehrt aber schon.

- Genauso verhält es sich mit dem Respekt.

Ich überlege mir noch eine Liste für meine Sohn, über eure Hilfe würde ich mich freuen!

Falls ich in dieser Liste etwas vergessen habe, zögert nicht, mich zu belehren!




Montag, 16. Februar 2009

"Nie wieder aufräumen!"

Kennt ihr die Simplify-Bücher? Das sind Bücher, die einem das Leben vereinfachen sollen. Man denkt weniger, putzt weniger und neuerdings bleibt sogar das eigene Zuhause "von selbst ordentlich"!


Habe heute dieses Mail erhalten:

„Nie wieder Aufräumen!

Wie Ihr Zuhause einfach von selbst ordentlich bleibt…“
Weltneuheit: Der 1. simplify–Aufräumzauber für ein ordentliches Zuhause. Weniger Hausarbeit & mehr Freizeit in nur 6 Schritten …

Natürlich ist die Zauberei nicht gratis. Obwohl die ersten 6 Schritte als solches verkauft werden. Die beschreiben nämlich eigentlich nur, wie man den Kurs buchen und das Buch ergattern kann. Kurz: Die totale Verarschung!

Danach kostet das ganze erstmal schlappe 120 Euro (da das Mail eben auch einen 50-Euro-Gutschein enthält, wow)!

Da sagt sich die faule Hausfrau doch: nichts wie her damit! Nie mehr aufräumen, viel mehr Zeit zum Lesen, Shoppen, Apéro trinken, TV-Glotzen und vielleicht mit den Kindern basteln. Super!

Was die Tipps wohl beinhalten? Schmeiss deinen Plunder in den Keller und warte bis die Ratten es gefressen haben? Oder kauf dir ganz viele IKEA-Boxen und schmeisst alles rein, inklusive deiner Pendenzen-Liste, damit man das Puff einfach nicht mehr sieht? Oder vielleicht auch: Stifte deine Kinder dazu an, "spielerisch" aufzuräumen, so dass du danach ganz bestimmt nichts mehr findest?

Egal, ich frage mich nur wiedermal, woher solche Unternehmen meine Adresse haben und räume mein Mail kurzerhand auf. Delete...

Donnerstag, 12. Februar 2009

In aller Deutlichkeit

Natürlich wollte Tom ihr schreiben. Und ungeachtet der Tatsache, dass er sie mit seiner Offenheit verletzen würde, mussten einige Dinge ausgesprochen werden. «Liebste Nina», wollte er schreiben, «natürlich gibt es Gründe, weshalb ich dir drei Wochen lang nicht geantwortet habe. Es gibt immer einen Grund, wenn ein Mann nicht sofort zurückschreibt, und der hat mit Arbeitsüberlastung nicht das Geringste zu tun.

Von Güzin Kar für die Weltwoche

Einerseits freue ich mich, von dir zu hören, da deine Nachrichten so viele schöne Worte an mich enthalten, wie ich sie selten von einer Frau gehört und gelesen habe – und welcher Mann ist nicht bestechlich durch Lob? –, andererseits nerven sie mich, weil ich daraus förmlich dein devotes Hecheln nach Antwort hören kann. Ich lernte dich als unabhängige und eigensinnige Frau kennen, die zu erobern für einen Mann die grössere Herausforderung wäre als zum Saufkumpel des Papstes zu werden. Aber kaum waren wir einige Male miteinander aus, legst du eine Anhänglichkeit und Hilflosigkeit an den Tag, die sogar meinen verstorbenen dreibeinigen Hund in den Schatten stellt.

Und je länger ich schweige, umso hartnäckiger meldest du dich unter einem Vorwand. Mal ist es ein spontaner Hinweis auf ein laufendes TV-Programm, das ich angeblich nicht verpassen darf, obwohl du genau weisst, dass ich Kochsendungen verabscheue, dann ist es eine nächtliche , in der du wissen willst, ob Männer Leggins sexy finden.

Liebe Nina, du suchst eine Beziehung. Mit mir. Und nicht etwa, weil du dich in mich verliebt hättest, sondern weil ich gerade in dein Konzept passe. Gib das doch einfach mal offen zu, statt dir den Mund fusselig zu reden über deine angebliche Freiheitsliebe. Aber ich begehre dich nicht einmal mehr. Du gleichst deiner Mutter. Seit wir sie einmal zufällig auf der Strasse getroffen haben, sah ich, wohin du steuerst. Ihr habt dieselbe Nase, dasselbe Lachen, denselben Hunger in den Augen. Hunger nach Sicherheit. Ich habe mich entliebt in dem Moment, als ich merkte, dass du auch meiner Mutter gleichst. Dein fürsorgliches Nachfragen, meine angebliche Schlaflosigkeit betreffend. Ja, ich habe Augenringe. Weil ich die Nächte mit anderen Frauen verbringe. Oder mit Freunden. Beides hat in deinem Universum keinen Platz. Für dich besteht das Weltall aus zwei Personen, wovon zufällig ich die eine sein soll.»

All das wollte Tom schreiben. Schliesslich schrieb er: «Liebste Nina. Leider nur kurz, weil viel zu tun im Moment. Melde mich bald. Tom»

Freitag, 6. Februar 2009

Schlechter Sex

Die Berlinerin Mia Ming sprach mit Frauen und Männern über ihre peinlichsten Sexerlebnisse. Besonders in den Grossstädten ist die Lage desolat. Und Männer bekunden immer noch grosse Mühe mit selbstbewussten Frauen.

Von Franziska Müller für die Weltwoche

Nachdem Sie unzählige Gespräche geführt haben: Wie definieren Sie schlechten Sex?

Schlechter Sex ist unbefriedigend, macht keinen Spass und ist zum Glück meist schnell vorbei.

Was macht schlechten Sex schlecht?

Egoismus in jeder Form und Gleichgültigkeit auf beiden Seiten.

Was ist der Unterschied zwischen mittelmässigem Sex und schlechtem Sex?

Ob ein Erlebnis als unerfreulich und der Partner als Niete im Bett beurteilt wird, hängt meist mit unglücklichen Umständen, zweifelhaften Eigenschaften und mangelndem Können zusammen. Die Kumulierung abtörnender Faktoren bestimmt die Heftigkeit des Verdiktes.

Welche anderen Eigenschaften werden als besonders unsexy empfunden?

Unsicherheit ist ebenso abstossend wie Selbstüberschätzung. Alles, was extrem und masslos ist, kommt auf beiden Seiten schlecht an. Das gilt übrigens auch für die eingeforderten Praktiken.

Wie haben Sie Ihre Gesprächspartner eigentlich rekrutiert?

Zum einen lästern meine Freundinnen gern nächtelang über schlechten Sex, zum anderen sprach sich mein Buchprojekt schnell herum. Die Betroffenen rannten mir die Türe ein. Ich konnte unter sehr vielen Gesprächspartnern auswählen.

Welche Geschichten enthalten Sie den Lesern vor?

Stereotype Klagen. Die Männer beanstandeten häufig, dass die Frauen in nacktem Zustand schlechter aussahen als angezogen mit Stretchjeans und Push-up-BH. Viele Frauen beschwerten sich, dass sein bestes Stück von enttäuschender Grösse war und die Performance mittelmässig gewesen sei. Ich wollte aber vollständige Geschichten hören: solche, in denen das Drama Sexualität mit all den eigenartigen Sehnsüchten, skurrilen Bedürfnissen und eigenartigen Erwartungen zum Zug kommt.

Trotzdem erzählen Ihre Interviewpartner viel über mangelndes technisches Know-how, groteske Fantasien und schlecht enthaarte Intimzonen.

Das sind die lästigen Begleiterscheinungen beim schlechten Sex. Mehr gestört haben sich die Frauen aber an der Oberflächlichkeit, der Grobheit und der Selbstüberschätzung ihrer Partner und die Männer an der Anhänglichkeit, der Affektiertheit und der Trägheit ihrer Partnerinnen.

Welche Klagen haben Sie am meisten überrascht?

Das Setting scheint eine wichtigere Rolle zu spielen als gedacht. Männer mögen Sex in öffentlichen Räumen und schrecken vor eiskalten Aufzügen, Sandstränden und nadelübersäten Waldböden nicht zurück. Frauen finden es selten luststeigernd, wenn sich ihnen beim Liebesspiel die Handbremse in die Rippen bohrt oder ihnen ein Butterbrot am Rücken klebt, weil er es – spontan – auf einem Frühstückstisch treiben will. Gelästert wurde auf beiden Seiten auch viel über die zugemüllten Wohnungen von Zufallsbekanntschaften und die Art der Einrichtungen: Formel-1-Bettwäsche, kitschige Nippes, hässliche Sofagruppen.

Gibt es im Vorfeld einer neuen Bekanntschaft Anzeichen dafür, dass es sich beim potenziellen Liebhaber oder der Liebhaberin um eine Niete im Bett handeln könnte?

Die beste Regel, um sich vor unliebsamen Erfahrungen zu schützen, ist eigentlich ganz einfach: Leute, die einem von Anfang an unsympathisch sind, werden nicht sympathischer, wenn man mit ihnen ins Bett geht, und der Sex wird mit ziemlicher Sicherheit mittelmässig bis schlecht ausfallen.

Sie schreiben: «Während die Männer beim Sex weder Taktgefühl noch Einfühlungsvermögen besitzen und ihre Eitelkeit keine Grenzen kennt, tun Frauen mit schlafwandlerischer Sicherheit ebenfalls alles, um ihm die schrecklichste Nacht seines Lebens zu bereiten.» Welche weiblichen Forderungen und männlichen Vorstellungen führen in die Katastrophe?

Männer verwechseln Wunsch und Wirklichkeit. Die Gratwanderung zwischen Selbstverwirklichung und Selbstsucht gelingt selten. Die heutigen Frauen sind selbstbewusst und selbständig. Das Labyrinth weiblicher Emotionen bleibt aber trotzdem bestehen. Eigentlich fühlen sich beide Geschlechter permanent missverstanden. Die Diskrepanz zeigt sich auch beim Sex und bei den Umständen, die dazu führen.

Inwiefern?

Viele meiner Erzähler scheinen die Beziehung zwischen Mann und Frau als Kampf zu verstehen. Sie gehen auf die Jagd, wollen aufreissen, abschleppen. Die dabei verwendete Terminologie zeigt eine gewisse Gefühlskälte, vielleicht als Schutz vor Enttäuschungen. Spätestens im Bett kommt die Wahrheit ans Licht, nämlich das Bedürfnis nach Nähe und Zärtlichkeit. Schöne Dinge, die aber leider nicht in das praktizierte Beuteschema passen. Bei aller Freiheit und Gleichheit: Es herrscht eine gewisse Orientierungslosigkeit.

Sind weggefallene Konventionen ebenfalls ein Hindernis auf der Suche nach gutem Sex?

Früher klopfte die Zimmerwirtin an die Türe, wenn der Mieter nach 22 Uhr Damenbesuch hatte, und eine Frau, die vor der Heirat mehr als zwei Liebhaber hatte, galt als liederlich. Solchen Regeln trauert niemand nach. Andererseits führt der Mangel an gültigen Verhaltensregeln tatsächlich zu ruppigen Gepflogenheiten auf der freien Wildbahn, weil sie kaum Konsequenzen haben. Spontan kommt mir dabei ein eher harmloseres Beispiel in den Sinn, das die diesbezügliche Misere aber gut veranschaulicht. Ein Mann, der mit seiner Auserwählten im Taxi nach Hause fuhr und ihr beim Entkleiden mitteilte, dass sie ihm noch die Hälfte der Fahrspesen schulde, verspielte die Sympathien augenblicklich, obwohl man im Zeitalter der Gleichberechtigung auch fragen könnte: Was hat er denn falsch gemacht?

Erhöhen One-Night-Stands und Quickies das Risiko auf miesen Sex sowieso massiv?

Das ist richtig. Zum einen ist die Toleranz verständlicherweise gering, wenn man mit einem Fremden ins Bett steigt. Zum anderen getraut man sich nicht unbedingt zu sagen, was einem nicht passt. Was prickelnd und erregend sein kann – das Unbekannte und Spontane –, beinhaltet ein riesiges Potenzial für böse Überraschungen.

Also Hände weg von schnellem Sex?

Dieser Ratschlag wäre unrealistisch. Schneller Sex ist unter den urbanen Singles nicht die Ausnahme, sondern die Regel.

Sechzig Prozent aller deutschen Frauen gaben bei einer aktuellen repräsentativen Umfrage an, sie könnten sich schnellen Sex mit einem unbekannten Mann vorstellen. Wie gehen die Männer mit den draufgängerischen Frauen um?

Geht es zur Sache, fühlen sie sich von einem allzu forschen Auftreten und klar formulierten Ansprüchen unter Erfolgsdruck gesetzt oder dominiert. Andere sind einfach nur überrascht. Wie jener Apotheker, der sich von einer Frau in ein Badezimmer zerren lässt und der dann, als ihm die Frau klar zu verstehen gibt, dass sie jetzt Sex will, vor Schreck rücklings in die Badewanne fällt und sich eine Steissbeinfraktur zuzieht. Diese Episode könnte man als Sexunfall durchgehen lassen. Jemand anderes fand es allerdings regelrecht abstossend, als ihn eine äusserst attraktive Zufallsbekanntschaft in eine öffentliche Toilette zerrte und ihn spontan mit einem Blowjob beglückte.

Auch diese Episode tönt eher wie ein wahr gewordener Männertraum.

In den Fantasievorstellungen geht es immer schnell und problemlos zur Sache. In der Realität hat guter Sex auch viel mit Stimmung, Nuancen, Sympathie zu tun. Oft erweist sich ein Detail – die falsche Beleuchtung, ein Geruch, der stört – als Ablöscher.

Gibt es andere Einflüsse aus der Pornografie, die gutem Sex abträglich sein können?

Männern geht übermässiges und unmotiviertes Stöhnen auf die Nerven. Frauen finden es bemühend, wenn er wie Rocco Siffredi über sie herfällt und innerhalb von drei Stunden in sechs verschiedenen Stellungen will. Bei der vielgelobten sexuellen Freizügigkeit wird aber auch gerne über das Ziel hinausgeschossen: Die Verliebtheit einer Frau war schlagartig weg, als er sie wenige Tage nach dem Kennenlernen in einen Swingerklub schleppte und ohne Rücksprache mit ihr an einer ausschweifenden Orgie teilnahm. Eine andere war völlig perplex, als ihr neuer Freund – vor ihren Augen – mit ihrer besten Freundin Sex hatte und wie selbstverständlich annahm, sie mache mit.

Welchen anderen Sexirrtümern kamen Sie im Verlauf der gemachten Interviews auf die Schliche?

Dass guter Sex immer lang dauert, Frauen Romantikerinnen sind, Experimentierfreudigkeit den Kick erhöht, talentierte Tänzer gute Lover sind, weniger attraktive Frauen zu Ausgefallenerem bereit sind. Ansonsten ergab sich Ähnliches, wie das amerikanische Journal of Sex Research kürzlich mittels Lügendetektor ermittelte: Die Frauen schrauben die Anzahl ihrer Sexpartner gerne nach unten, die Männer lügen am häufigsten, was die Grösse ihres besten Stücks angeht.

Ein Mann sagt: Schlechter Sex ist besser als kein Sex. Aber beide Geschlechter scheinen da ziemlich leidensfähig zu sein.

Frauen haben tendenziell höhere Erwartungen, und zumindest in den ersten Stunden des Kennenlernens ist eine gewisse Begeisterung für das Gegenüber da. Ihr Fehler: Respektlose, gleichgültige und zurückweisende Männer empfinden sie als interessante Herausforderung. Die Erkenntnis, dass es sich dabei um keine Masche handelt, sondern er im Bett genauso ignorant funktioniert, ist natürlich ernüchternd.

Männer rennen hingegen mit offenen Augen ins Verderben?

Absolut. Mehrere Gesprächspartner erzählten, was ihnen an ihren Bekanntschaften sofort heftig missfiel: Dummheit, Geschwätzigkeit, Aussehen, Make-up, Übergewicht, die Stimme, der Dialekt, das Lachen, der Geruch: eigentlich alles. Der Zweck heiligt allerdings die Mittel, und die Gelegenheit zum Sex lassen sich die wenigsten entgehen.

Mit welchen Konsequenzen?

Die Trennlinie zwischen Leidenschaft und Hass löst sich auf. Die während des Sex gedachten Sätze – «Da muss ich jetzt durch», «Wäre ich bloss woanders» und «Hoffentlich ist bald Schluss» – lassen kein uneingeschränktes Vergnügen vermuten.

Es scheinen mehrheitlich jüngere Zeitgenossen betroffen zu sein, die in einem urbanen Umfeld leben, eine lockere Sexualmoral haben und viel Alkohol konsumieren.

Im Gegensatz zu den Städtern, die sich nach einem unbefriedigenden Erlebnis sofort aus dem Staub machen, bleibt man auf dem Land – trotz schlechtem Sex – oft ein Leben lang zusammen. Die Loyalität verbietet es zudem, über schlechten Sex mit einem langjährigen Partner zu sprechen, den man eventuell liebt.

Eine Ihrer Gesprächspartnerinnen sagte: «Wenn man verliebt ist, gibt es keinen schlechten Sex.»

Da liegt das Problem: Viele Grossstädter sind nicht verliebt, wenn sie Sex haben.

Die Toleranz der Grossstadtsingles gegenüber den Defiziten ihrer Sexpartner scheint dementsprechend gering zu sein.

Bei den Erwartungen spielt auch die Erfahrung eine Rolle. Wenn man nichts anderes kennt, hinterfragt man auch nichts. Heute haben auch Frauen eigene Vorstellungen davon, was toller Sex ist. Dementsprechend hart kann ihr Urteil ausfallen. Das passt nicht allen Männern, wie die Reaktionen auf mein erstes Buch zeigten und in denen die kritisierenden Frauen als Schlampen bezeichnet wurden.

Was antworteten Sie?

Dass der Leidensdruck sehr gross werden kann, wenn es einer im Bett nicht bringt. Was bei Frauenfeinden besonders häufig der Fall sein soll.

Mia Ming, 31, studierte Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte. Sie ist Autorin von «Schlechter Sex – 33 Frauen berichten über ihre lustigsten, peinlichsten und absurdesten Erlebnisse» und «Schlechter Sex 2 – 33 Männer berichten». Schwarzkopf & Schwarzkopf.

Donnerstag, 5. Februar 2009

Morgenstund...

Suche eine brandneue Erfindung: den Beantworter. Keinen Telefonbeantworter, einen Kinderbeantworter. Vor allem für Fragen, die frühmorgens vor dem ersten Kaffee kommen.

Es ist 7.15 Uhr, Papi darf ausnahmsweise noch etwas liegen bleiben. Ich stehe mit meinem Grossen auf und mache ihm Frühstück. Ohne Worte. Denn obwohl ich als kommunikativ gelte, gibt es eine Tageszeit, während der man meine Stimme nicht - oder nur wenn unbedingt nötig - zu hören bekommt: Frühmorgens. Und wenn es dann unbedingt sein muss, kann ich reden. Aber erst nach einem starken Kaffee.

Diese Tatsache scheint meinen Sohn nicht zu stören. Schlimmer noch, es ist ihm schnurzpiepegal. Das merke ich daran, dass er mich frühmorgens schon vollabert (das meine ich extrem liebevoll). Erzählt mir, was er geträumt hat, wen er mag und wer nicht mehr sein Freund ist. Er singt auch gerne vor halb acht. Alles gut und schön, da kann ich ja einfach zuhören oder zumindest so tun als ob.

Schlimm - und damit meine ich schmerzhaft - sind die Momente, in denen er konkrete Fragen stellt, die ich ja dann wohl zu beanworten habe. So geschehen an eben diesem Morgen, als Papi liegen bleiben durfte. "Mami, wie gefährlich sind eigentlich Affen?" Wow, dann auch noch eine Frage aus der Sparte "Grzimeks Tierleben"! Gar nicht mein Gebiet. Kaum zu überbieten. Um Zeit zu schinden und weil ich einfach keinen blassen Schimmer habe, wo ich anfangen soll, frage ich naiv "Wie meinst du das?" Mein Fehler.

"Na, was machen Affen mit anderen Affen, wenn sie hässig sind? Beissen sie? Fressen sie sie auf?" Vor meinem inneren Auge sehe ich zwei Paviane, die sich gegenseitig kannibalisieren. Mir wird ein bisschen übel. Und ich antworte mit der schweizerischsten aller Antworten: "S'chunnt druf ah. Aber weisst du was, du musst dich jetzt anziehen und in den Kindergarten gehen."

Uff, das ist noch mal gut gegangen. Morgen früh muss Papi aber wieder aufstehen. Oder jemand erfindet endlich den "Kinderbeantworter".

Montag, 2. Februar 2009

Buchtipp: Dinge geregelt kriegen

Schon der Titel schickt mir Schauer über meinen Rücken... Wenn da nicht der handgeschriebener Untertitel wäre: "ohne einen Funken Selbstdisziplin". Musik in meinen müden Ohren. Denn sowas wie Selbstdisziplin - der Jäger des fiesen Schweinehundes - habe ich einfach nicht. Nie. Noch nie gehabt. Und deshalb soll mir dieses Buch helfen. Hoffe ich.

(Kleiner Tipp vorweg: Seht euch den Video dazu auf Amazon an!)

Wer kennt das nicht: Man hat sich fest vorgenommen, endlich auf den Brief zu antworten, der vor Wochen angekommen ist, doch Wochen später liegt er immer noch unter dem Stapel unbezahlter Rechnungen der Termin für die Steuererklärung ist seit Monaten verstrichen, und am Computerbildschirm vergilbt ein Zettel: «Dringend: To-do-Liste machen!!» Fast jeder Zweite neigt dazu, Aufgaben vor sich herzuschieben. Inzwischen gibt es sogar ein eigenes Wort dafür: «Prokrastination». Und für all jene, die darunter leiden, gibt es dieses Buch. Es zeigt, wie man sich dem Druck endloser To-do-Listen entziehen kann und die Dinge trotzdem in den Griff bekommt - ohne das schlechte Gewissen, das all die E-Mails, Anfragen, Aufträge, Pläne und Verpflichtungen uns ständig machen wollen, und ohne sich mit Tricks und Kniffen selbst zu überlisten. Vieles, was uns fertigmacht, weil es von uns fertig gemacht werden will, ist ohnehin nicht wert, dass man sich darüber den Kopf zerbricht. Und manchmal gilt es auch, den äußeren Schweinehund zu bekämpfen ... Kathrin Passig und Sascha Lobo helfen, das Leben so zu organisieren, dass man es nicht ständig organisieren muss. Ein ebenso provokatives wie brillant geschriebenes Lob der Disziplinlosigkeit.

Die Autoren
Kathrin Passig, geboren 1970, arbeitet als Geschäftsführerin der Zentralen Intelligenz Agentur in Berlin. Sie ist Redakteurin des Weblogs «Riesenmaschine», das 2006 mit dem «Grimme Online Award» ausgezeichnet wurde. Ebenfalls 2006 gewann sie in Klagenfurt den Ingeborg-Bachmann-Preis. 2007 erschien ihr Buch «Lexikon des Unwissens »

Sascha Lobo, geboren 1975, war Kreativdirektor in einer Werbeagentur. Heute arbeitet er freiberuflich als Kommunikationsstratege und entwickelt Markenkonzepte. Er ist freier Mitarbeiter der Zentralen Intelligenz Agentur und Redakteur des Weblogs «Riesenmaschine». 2006 erschien sein viel beachtetes Buch «Wir nennen es Arbeit» (gemeinsam mit Holm Friebe).

Quelle: Amazon.de

Baby-Tagebuch: Schlaf, Chindli, schlaf...

Mein Töchterchen ist im wirklichen Leben schon seit November auf der Welt, meine Kolumne erscheint im wir eltern jedoch zeitverzögert. Weshalb ich auch erst jetzt hiermit komme:

„Der seelische Zustand der Mutter beeinflusst Babys Schlaf“ will eine Studie der Universität von Michigan erkannt haben. Babys, deren Mütter vor oder nach der Geburt an einer Depression leiden, haben einen schlechteren Bio-Rhythmus, schlafen schlechter ein und ganz schlecht durch.

Nun, definiert mir mal „Depression“. Gilt das wöchentliche Tränen-verdrücken, wenn ich meinen kleinen/grossen Jungen anschaue und denke, dass er bald nicht mehr im Mittelpunkt steht, auch dazu? Oder ist der Schreikrampf, den ich kriege, wenn ich vor lauter Schwangerschafts-Blödheit wieder mal meine Schlüssel nicht finde, eine Depression?

Denn die Angst, dass Töchterchen nicht schlafen wird, lässt mich erschauern. Wir hatten mit ihrem grossen Bruder solches Glück, er schlief, ass und tat alles, was Babys zu tun haben. Doch die Horror-Geschichten, die wir immer hören: Schreibabys, jahrelanges nächtliches Aufstehen mit entsprechenden Nervenzusammenbrüchen, machen mir richtig Angst.

Also renne ich jetzt auffällig gut gelaunt durch die Gegend und versuche, meiner Schwangerschaft und allem drum herum nur Positives abzugewinnen. Ich relaxe (zwischen Wäsche waschen und Mittagessen kochen), ich summe (den Kasperli, was anderes fällt mir ja nicht mehr ein), ich spaziere (wohl oder übel, denn ich begleite meinen Grossen in den Kindergarten) und fühle mich rundum wohl! Gäll, kleine Tochter, Mami geht’s gut und dir entsprechend auch. So, dass du guuut schlafen wirst, wenn dann mal da bist....

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