Freitag, 29. Juni 2012

Wenn Eltern laut werden





Körperliche Strafen sind von gestern. Doch wenn einem alles zu viel wird, kann auch die lautstarke Zurechtweisung traumatisierend sein.


Erziehungsphilosophien gibt es ja wie Sand am Meer. Von Attachment Parenting bis Lob der Disziplin: Von ganz ohne «Nein» bis hin zu Plüschtiere zerschneiden à la Tiger Mom. Vielleicht haben Sie auch schon verschiedene ausprobiert, wie die Bloggerin Stephanie Thomson. Auf babble.com erklärte sie jüngst, sie wolle ihr Kind nicht mehr ins Time-Out (für Supernanny-Fans: Der stille Stuhl) schicken, es gäbe schliesslich Alternativen zu dieser Art Strafe. Deshalb schlägt sie vor, wir sollen mehr mit unseren Kindern reden. Tja, wenn DAS keine News sind!

Aber mal im Ernst: Manchmal wissen wir doch einfach nicht mehr weiter, oder nicht? Wenn die Kinder grösser – und frecher – werden, eignen sich gewisse Massnahmen weniger als andere. Doch was hat Erfolg? Was bringt sie dazu, endlich zuzuhören und sich nach unseren – und den gesellschaftlichen – Regeln zu richten?
Über die Problematik der körperlichen Strafe floss schon viel Tinte und dass diese nicht die Lösung ist, dürfte wohl in allen Köpfen angekommen sein. Dennoch frage ich mich manchmal: Ist die Zurechtweisung eines Kindes der richtige Weg? Zumindest die lautstarke? Wenn ich abends um sechs müde von der Krippe nach hause komme, die Kleine quengelt, weil sie zwar keinen Mittagsschlag mehr macht, aber eigentlich doch zu müde ist, um den ganzen Tag ohne auszuhalten, der Grosse seine Hausaufgaben noch nicht fertig hat und und und... Dann braucht es manchmal wenig -  liegen gelassene Schuhe können durchaus schon reichen -  um mich auf die Palme zu bringen. Von dieser Palme kann ich dann nicht immer ruhig erklären, wieso ich mir wünsche, die Schuhe weggeräumt zu sehen. Im Gegenteil, wie die Kokosnuss hänge ich da oben, fühle mich unsicher und kann mitunter sehr laut runter brüllen. Die Art von Zurechtweisung würde ich rückblickend keinem zumuten wollen.
Ich beleidige meine Kinder zwar nicht, zumindest nicht absichtlich. Aber wenn ich ihnen in einem gewissen Tonfall und einer erhöhten Lautstärke meine Meinung geige, kann das ganz schön traumatisierend sein. So sehen mich die Kinder dann jedenfalls an. Mein Sohn hat mir auch schon im Nachhinein gestanden, dass er etwas Angst vor mir hatte. Autsch! Deshalb frage ich mich manchmal, ob der kleine Klaps am Ende nicht weniger schaden anrichten würde.
Was meint Ihr? Wie weist Ihr eure Kinder zurecht?

Montag, 25. Juni 2012

A...loch sagt man nicht!





Ist es wirklich so schlimm, wenn Kinder fluchen?


«Geil», «Scheisse», «Gopfertelli» und natürlich das unumgängliche «A...loch»: Welches davon hat Ihr schulpflichtiges Kind noch nie in den Mund genommen? Ehrlich, jetzt!
Ich vermute mal, dass auch Ihre Kinder – und nicht nur meine – manchmal fluchen. Die Wortwahl hängt vielleicht vom Wohnort ab, die Tatsache, dass Kinder ab und zu fluchen, jedoch kaum. Natürlich hat man sich vorgenommen, weniger «wüst» zu reden, kaum waren die Kinder da. Doch anfangs verstehen sie ja sowieso noch nichts, oder? Und plötzlich hört man, wie die kleine, süsse, unschuldige Dreijährige zu ihrem Bruder sagt: «Der Kevin ist so ein A...loch!» Hoppla! Der Schock sitzt tief, das Schmunzeln bleibt einem spätestens dann im Hals stecken, wenn man sich überlegt, dass sie so etwas in der Krippe wiederholen könnte. Vor Zeugen!
Selber bin ich leider ein relativ schlechtes Vorbild in Sachen Fluchen. Wenn mir etwas runterfällt oder ich wirklich unglaublich sauer auf jemanden bin, kann es schon mal vorkommen, dass ich mit ungefilterten Kraftausdrücken um mich werfe. Und natürlich finde ich es nicht so toll, wenn ich meine Kinder draussen streiten höre und sie tun es mir nach. Also mussten Regeln her: Mit Erwachsenen und in der Schule wird nicht geflucht, was ihr Kinder euch untereinander sagt, müsst ihr selber wissen. Denn wer andere beleidigt, kriegt meist schnell zu spüren, dass das nicht willkommen ist. Selbstregulierende Schimpfwort-Erziehung, sozusagen.
Leider klappt das so nicht ganz: «In der Schule» heisst für die meisten Kindern nämlich nicht «auf dem Pausenplatz». Was zur Folge hat, dass gewisse Kinder beim Fussballspielen fluchen. Was wiederum zur Folge hat, dass andere Kinder das den Lehrern und – noch schlimmer – ihren Eltern erzählen. Worauf diese Eltern die Schule anriefen, um sich über besagte Kinder zu beklagen. Was wiederum ein schlechtes Licht auf uns wirft...
Aber kann man einem Kind das Fluchen vollkommen verbieten? Nein, sagt auch Roland Ris, Berner Sprach­forscher im Ruhestand und Malediktologe (Die Wissenschaft des Fluchens. Doch das gibt es wirklich!) der ersten Stunde. Fluchen sei nämlich situationsbedingt, meinte er in einem Beobachter-Artikel zum Thema. Kinder «sollen dann eine eigene Sensibilität dafür entwickeln, dass jede Gesprächssituation eine spezifi­sche und adäquate Ausdrucksweise verlangt.» Also doch: Mit den Freunden anders als mit uns.
Aber auch zu Hause muss man fluchen dürfen, spätestens, wenn man den kleinen Zeh mit voller Wucht versehentlich gegen den Türrahmen gerammt hat. Das tut nämlich verdammt weh, gopfetelli nomal!

Freitag, 22. Juni 2012

Kinder? Wieso Kinder?


Familienleben befragte die Rabenmutter und andere Bloggerinnen, wieso sie überhaupt Kinder wollten. 

«Wieso ich Kinder gekriegt habe? Weil ich welche wollte. Das war einfach. Die Frage, wieso ich überhaupt Kinder wollte, zu beantworten, stellt sich schon als schwieriger heraus. Wieso tut man sich das an? Tropfende Brüste, schlaflose Nächte, 413'975 Mal dieselben Fragen beantworten? Wer möchte das schon freiwillig? Seien wir ehrlich, wenn man uns gesagt hätte, wie der Alltag wirklich aussieht, hätten wir wohl noch länger mit dem Kinderkriegen gewartet. Und hätten unsere Feierabend-Drinks noch mehr genossen. Haben wir aber nicht. Hingegen haben wir uns für dieses wunderbare Gefühl entschieden, dass uns unsere Kinder fast täglich geben. Ein eingespieltes Team zu sein, zusammen zu gehören. Das zumindest war meine Vorstellung, denn ich wollte nicht einfach Kinder, ich wollte eine Familie. Und dieses Gefühl ist das Beste, was mir je passiert ist, weshalb ich es nur empfehlen kann. Ich kann Menschen, die keine Kinder wollen zwar verstehen, dennoch: Sie verpassen etwas. Definitiv.»

Das war meine Antwort. Die anderen lest ihr hier.

Mittwoch, 20. Juni 2012

«Wiesoooo?»





Kinder fragen uns Löcher in den Bauch und das nervt manchmal ganz schön. Für ihre Entwicklung sind diese Fragen jedoch zentral.


Unsere Tochter stellt mir seit etwa einem Jahr gefühlte 20'000 Fragen täglich. Gezählt habe ich sie zwar noch nie, doch an gewissen Tagen liegen die Nerven blank. «Wieso muss Papa arbeiten?», «Wieso scheint heute die Sonne nicht?», «Wo wohnt die Nuggifee?»... Wiesoooo?

Ich erinnere mich, als ich noch keine Kinder hatte, fand ich diese Mütter beim Einkaufen unmöglich, die ihren Kindern nicht richtig zuzuhören schienen, wenn diese 1001 Fragen stellten. Heute weiss ich, dass besagtes Kind dieselbe Frage vielleicht schon zum hundertsten Mal gestellt hat und dass die Mutter gar nicht mehr zuhören KANN.

Doch sie sollte. Wir sollten. Denn für die kindliche Entwicklung handelt es sich bei diesen Fragen nicht – wie wir vielleicht oft annehmen – um das Erregen von Aufmerksamkeit. Zumindest nicht nur.

Eine Frage des Vertrauens
In seinem neuen Buch «Trusting what you’re told» beschreibt der Erziehungsprofessor an der Unviersität von Harvard, Paul L. Harris, dass vieles, was wir bisher über den kindlichen Lernprozess angenommen haben, wohl falsch ist. (Ich weiss, schon wieder!) Seit Montessori und Rousseau wird angenommen, dass Kinder am effektivsten lernen, wenn sie mit ihrer Umwelt interagieren können, «Hands-on» sozusagen. Harris glaubt aber, dass der Dialog zwischen Erwachsenen und Kindern dabei unterschätzt wird. Und dazu gehört eben auch das Fragen-stellen. Solche Konversationen erlauben es nämlich schon dem kleinen Kind, abstrakte Konzepte zu begreifen, von Religion bis zu Geographie.

Je mehr wir mit unseren Kindern reden, umso mehr lernen sie. Natürlich sollen Kinder vieles selber erfahren und sprichwörtlich ertasten dürfen, doch für Abstraktes braucht das Kind jemandem, der ihm beispielsweise erklärt, wieso die Sonne heute nicht scheint. Oder wieso wir Weihnachten feiern. Entgegen der Meinung, dass Kinder untereinander am meisten lernen, argumentiert Harris, wie wichtig es ist, dass schon die Kleinsten mit Erwachsenen interagieren und mit ihnen reden können. Bei all der Fragerei geht es nämlich um Vertrauen. Dem Vertrauen gegenüber Mami und Papi, wenn diese eine Frage beantworten. Deshalb werden übrigens auch dieselben Fragen öfter gestellt: Um zu sehen, ob der Erwachsene zweimal dieselbe Antwort gibt, ergo vertrauenswürdig ist.

Wenn Sie sich also wiedereinmal die Haare raufen, ab der vielen Fragen Ihres Kindes: Sagen Sie sich, dass sie ihm nicht nur Aufmerksamkeit schenken, sondern, dass sie ihm das Konzept der Abstraktion beibringen. Und somit seine Intelligenz fördern. Wie ein Mantra halt! «Ich helfe meinem Kind in seiner Entwicklung. Ooommm...» «Mami, wieso machst du solche Geräusche!» Ooommm...

Dienstag, 19. Juni 2012

Das Kind beim Namen nennen

Dem neuen Baby einen Namen zu geben war bisher oft mühsam und von Unsicherheit geprägt. Damit ist es jetzt vorbei.

Wie schwer habe ich mich damals mit einem Namen für unseren Sohn getan. Ein französischer Nachname benötigt auch einen solchen Vornamen und seien wir ehrlich, frankophone Namen klingen oft etwas hochgestochen, als hätte sie der Sonnenkönig persönlich ausgesucht: Jean-Yves, Edouard oder auch Lucien. Wir konnten uns schliesslich einigen. Das heisst, wir nahmen den Vorschlag des Kindsvaters, da mir einfach nichts Besseres einfallen wollte. 
Und wie das meistens ist, finden wir heute, dass der Name bestens passt. Zu ihm, seinem Charakter und auch zu uns. Denn darüber wundere ich mich immer wieder, wenn ich Geburstanzeigen erhalte: Britney Huber? Anastasia Müller? Oder aber auch Thomas Nguyen? Es ist natürlich jedem selbst überlassen, wie er sein Kind nennen will, die Überlegung, dass er/sie das ganze Leben mit eben diesem verbringen wird, sollte man sich aber schon machen. Sollte der Vor- nicht auch zum Nachnamen passen?

Deshalb hier meine neuste Entdeckung aus dem Welt-Weiten-Web: nameling.net. Die Namensfindungs-Site funktioniert nach dem Empfehlungsprinzip von Amazon. Sie geben Ihren Namen ein und die Seite spuckt dazu passende Vornamen aus. Beispiel: Die drei passendsten Namen zu Nathalie: Emanuelle, Amélie und Emilie. Und jetzt raten Sie mal, wie unsere Tochter heisst? Emily. Offenbar sucht man sich den Namen auch instinktiv ähnlich aus, wenn man nicht unbedingt auffallen will mit einem Kind, das so heisst, wie ein Ex-Teenie-Star oder die Hauptfigur eines Blockbusters.

Wenn man bei den Vorschlägen nach unten scrollt, findet man hingegen auch «Chantal» und «Justine», die in der Deutschschweiz dann «Schantall» und «Schüstin» genannt werden würden. Die Aussprache gilt es nämlich auch zu beachten.

Nun kann man noch lange alles «richtig» machen, einen kurzen Namen wählen, damit nicht noch mehr abgekürzt werden kann, kaum sind sie in der Schule, haben Mami und Papi keinen Einfluss mehr darauf, wie die Kinder gerufen werden. Aus Max wird «Mäge», aus Luc wird «Lüge» und aus Fabian wird «Fäbe». Solange Mami nicht auf einmal «Muetter» heisst, ist ja alles in Ordnung.
Nach welchen Kriterien habt ihr den Namen eurer Kinder gewählt?

Donnerstag, 14. Juni 2012

Ich kauf' mir einen Mutterbauch





Wenn es nicht klappt mit dem Kinderkriegen, wenden sich immer mehr Menschen der Leihmutterschaft zu. Was soll man davon halten?


Das fragt sich auch das clack-Team im Artikel «Die gekauften Mutterbäuche», indem sie den neuen Trend beschreiben:

«Hollywood Stars machten es vor, verzweifelte Paare tun es ihnen gleich: Sie bezahlen eine fremde Frau für das Austragen ihres Wunsch-Babys. Leihmutterschaft boomt, auch immer mehr Schweizer Paare nehmen diese Dienste in Anspruch. Sogar übers Internet.»

Das hat auch seinen Preis: «Ab 25 000 Franken ist man dabei: So viel kostet ein «All-inclusive-Paket» einer Leihmutter in der Ukraine oder in Indien. Mehrere hundert Schweizer bestellen, laut «Blick», jedes Jahr auf diese Weise ihr Kind.  Niemand verfügt über genaue Zahlen. Doch eine Antwort des Bundesrates zu einer parlamentarischen Anfrage von Jaqueline Fehr zeigt, dass auch die Behörden das Babybusiness verfolgen: «Die schweizerischen Zivilstandsbehörden verzeichnen in jüngerer Zeit insbesondere bei der Beurteilung ausländischer Geburtsurkunden zum Zwecke der Eintragung ins schweizerische Personenstandsregister vermehrt Anfragen, die den Verdacht auf Leihmutterschaft aufkommen lassen. Der Bundesrat verfolgt diese Entwicklungen mit entsprechender Aufmerksamkeit.» so clack weiter.

Meine Frage: Was haltet ihr von dieser Entwicklung? Würdet ihr einen solchen Dienst in Anspruch nehmen? Unter welchen Umständen?

Freitag, 8. Juni 2012

Ist schwul lustig?







Wieso grinsen Kinder bei der Erwähnung von Homosexualität, obwohl die wenigsten von ihnen einen Bezug dazu haben? Gerade deswegen!


«Hei, ist das schwül heute!» Mein Kommentar über das Wetter letzte Woche warf bei meinem Achtjährigen einige Fragen auf. «Was? Schwul?» Die Frage war ehrlich gemeint, er kannte das Wort «schwül» noch nicht. Das Grinsen dabei fand ich jedoch befremdend und erstaunlich.
Schwul ist lustig. Woran liegt das? Natürlich hat unsereins auch schon geschmunzelt, wenn ein gar weiblich angehauchter Mittdreissiger in pinkem Outfit während des «Christopher Street Days» auf dem Limmatquai rumstöckelte. Erwachsene lächeln, weil es etwas übertrieben scheint und wir wissen, dass nicht alle Homosexuellen rosa tragen. 
 
Doch Kinder? Wie viele Schwule kennt mein Sohn? Zu meinem eigenen Entsetzen muss ich gestehen: keinen. Ich schon, aber irgendwie haben sich gewisse Bekanntschaften im Sand verlaufen oder leben im Ausland. Wie auch immer, mein Kind kann sich an keinem ihm bekannten Bild orientieren, deshalb meine Frage: Wieso grinst er, wenn er doch gar nicht weiss, wovon er spricht? 
 
Versteht mich nicht falsch, unser Sohn findet nicht Homosexualität an sich witzig. Als ich ihn vor einiger Zeit fragte, ob er weiss, was es heisst, schwul zu sein, antwortete er ganz gelassen «Wenn ein Mann einen anderen Mann liebt.»
Doch der Pausenhof lehrt ihn offenbar etwas anderes: «Schwul» ist für Jungs in etwa so schlimm wie «fett» für Mädchen. Bei diesen «Schimpfwörtern» fliegen gerne mal die Fäuste. Vorurteile und die damit verbundenen Diskriminierungen Homosexuellen gegenüber sind an Schulen weit verbreitet. Das wissen auch die Autoren von «Sexuelle Vielfalt lernen – Schulen ohne Homophobie». 
 
Das Buch gewährt Einblicke in die Klassenzimmer verschiedener europäischer Länder und zeigt, wie dort sexuelle Vielfalt aufgezeigt und Homophobie angegangen wird. Über die Vernetzung von schulischer und ausserschulischer Arbeit wird im zweiten Teil berichtet. Ausserdem beschreiben die Autoren, welche kreativen und effektiven Möglichkeiten es im Unterricht gibt, um Homophobie erfolgreich zu begegnen und sexuelle Vielfalt zu lehren. 
 
Nicht, dass ich viel Hoffnungen habe, dass ein solches Buch demnächst in Schweizer Schulen zu finden ist. Man denke nur an die empörte Diskussion über die sexuelle Aufklärung an Schulen. Umso mehr sollten wir Eltern uns in Thema vertiefen, damit unsere Kinder toleranter – und damit intelligenter werden.

Wie geht ihr mit dem Thema um?

Freitag, 1. Juni 2012

Ein Herz für Väter


Väter sind immer präsenter, nicht nur zu Hause, auch in den Medien. Gut so.

Sonntag ist Vatertag und es ist kein Zufall, dass dieser mehr Beachtung erhält als noch vor ein paar Jahren. Väter sind präsent. Ob im Kinderzimmer, in der Küche oder auch in den Medien, es wird niemand mehr ernsthaft behaupten wollen, dass sich (die meisten) Väter keine Mühe gäben, gute Väter zu sein.

Auch das Magazin «WIRED» feiert ihn. Den Geek Dad nämlich, der die coolen Dinge mit den Kindern macht: Baumhütten bauen, in Pfützen springen und lange Gute-Nacht-Geschichten lesen. Da fragt man sich: Können Mütter denn nicht cool sein? Schliesst ein solcher Artikel wie im WIRED Mütter aus?

Und wenn schon, schaut man nämlich genau hin, geht es den Vätern in 99 Prozent der restlichen Zeit schliesslich genau so. Denn seien wir ehrlich, «Eltern»-Zeitschriften richten sich doch nach wie vor meistens an die Mütter. Themen wie Stillen, Rückbildung und beruflicher Wiedereinstieg sind offensichtliche Mama-Themen. Wer fühlt sich dann wohl ausgeschlossen?

Das Schweizer Magazin «wir eltern» machte letztes Jahr einen guten Anfang mit dem Untertitel «Für Mütter und Väter in der Schweiz». Im Heft selber merkt man die Anwesenheit der Väter an der monatlichen Kolumne «Vaterland» und an den genderneutralen Themen. Um einen Vater zu motivieren, das Heft für sich zu kaufen, braucht es aber wohl noch etwas mehr.

Denn Väter wollen mehr. Nehmen Sie beispielsweise die Windelmarke «Huggies», die sich kürzlich mit TV-Spots in die Nesseln gesetzt hatte. Diese zeigten nämlich hilflose Daddy-Deppen, die ihre Babies kaum im Griff hatten und sie stundenlang in der nassen Windel liegen liessen. Diese lächerliche Darstellung nannten sie den Dad-Test und wurden sogleich von mehreren Väter-Organisation angeprangert.
Doch es gibt auch Marken, die den Wert eines Vaters erkannt und wunderbar umgesetzt haben, wie dieser VW-Spot zeigt.

Wir wünschen allen Vätern einen wunderbaren Vatertag und mehr Präsenz, auch in den Medien!

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