Mittwoch, 28. November 2007

Schänkä, schänkä!


Echte Freude statt peinliches Schweigen unterm Christbaum? Wir zeigen euch coole Geschenk-Lieferanten für wirklich frohe Weihnachten!


Es ist bald, viel zu bald, wieder so weit. Wir kommen alle zusammen, lächeln uns gegenseitig freundlich an und bedanken uns recht herzlich!

Danke für das Praktische oder sündhaft teure Geschenk. Ja, man sieht, dass du dir wirklich was dazu überlegt hast, und sicherlich nicht noch kurz vor Ladenschluss am 24. Dezember irgendwo in ein Markengeschäft reingestürzt bist.

Koners Notebook Sleeves
www.koners.ch
Dein Liebling soll es in der kalten Jahreszeit auch schnuggelig warm haben? Die Rede ist nicht vom Mann,Kind oder Chihuhahua, sondern von deinem Notebook.

Denkt daran, es geht auch anderen so wie euch in bezug auf das gute Stück, also schenkt das was ihr selber gerne hättet jemand anderem.(Um nicht all zu selbstlos zu sein, könnt ihr euch ja auch selber einen gönnen).

Die Taschen sind aus Edeltextil, was auch immer das heissen soll, aber hört sich gut an, und werden zu 100% in der Schweiz im Sozialprojekt hergestellt.

Jegliches Zeugs
www.exklusives-schenken.ch
Hier könnt ihr jemandem ein Stück vom Mond schenken, oder ein nicht brauchbares Stück Land am Arsch der Welt in Schottland, oder einfach eins von vielen Kleinigkeiten die sonst noch unter der Rubrik Geschenke zu finden sind, wie Handy Anhänger die eine kleine wachsende Pflanze beinhalten.

Und noch mehr Zeugs
Bei www.geschenkidee.ch findet man auch Allerlei, aber hier gibt’s auch Erlebnisgeschenke die jemandem evtl. wirklich eine Freude machen könnten. Reinschauen lohnt sich bestimmt.

„Es gibt sie noch die Guten Dinge“
www.manufactum.ch
Hier findet man einfach alles! Manufactum hat es sich zum Ziel gemacht, qualitativ hoch stehende „Klassiker“ aus der Vergangenheit wieder herstellen zu lassen und auf den Markt zu bringen. Nicht nur Altes neu aufbereitet, sondern auch ganz neue Entdeckungen werden hier angeboten.
Haushaltsgegenstände, Kinderspielsachen, Kleidung, Werkzeug, Möbel, und vieles mehr, sollen so gefertigt werden, dass sie nicht weiterhin zu unserer Wegwerfkultur gehören. Die Sachen sind nicht gerade günstig, aber dafür halten sie auch jahrelang, was sie versprechen, und sie sind sicherlich nicht in jedem x-beliebigem Geschäft zu kaufen.
Schaut mal rein, es lohnt sich!

Cool, quirlig und politisch „incorrect“.
www.thelittlefriendsofprintmaking.com
In Milwaukee, Wisconsin USA, werden einzigartige Posters und T-shirts hergestellt. Der Stil ist schwierig zu beschreiben; Comic-Kunst-Grafik-Trash wäre so ein Anfang. Vieles ist „Politically Incorrect“ und unanständig, aber eben cool.
Oftmals sind die in limitierter Auflage gedruckten Sachen nach kurzer Zeit schon ausverkauft also schaut schnell mal rein. Und ja, es wird auch in die Schweiz geliefert.

Perlenküche
www.perlenkueche.ch
In der Perlenküche werden Halsketten, Fingerringe, Ohrringe und als spezielles "Zückerchen" verschiedene Sonder-Editionen (wie z.B. Weihnachtsguezli-Ketten) hergestellt, wobei jede Perle ein Unikat, jeder Ring ein Einzelstück ist! Kaufen kann man die Kreationen aus der Perlenküche übers Internet, einzelne Stücke auch bei Picobollo in Bern und bei Silberfischli in Basel.



Dienstag, 27. November 2007

Schoppen und Studium?


An der Ludwig-Maximilians-Universität in München findet seit gestern eine Ringvorlesung zum Thema "Kinder kriegen während des Studiums". Die Professorin Barbara Vinken tritt mit der Vortragsreihe "Alma Mater - Kind und Karriere" dafür ein, dass mehr Studenten den Schritt wagen und Eltern werden. jetzt.de sprach mit Vinken über Kinderglück und Möglichkeiten, es studierenden Eltern einfacher zu machen.

weiterlesen auf jetzt.de

(Bild: ph-gmuend.de)

Sonntag, 25. November 2007

Glauben Frauen den Blödsinn aus der Werbung wirklich?


Wenn es als das Eva-Prinzip gilt, möglichst viele Kinder in die Welt zu setzen, dabei noch beruflich erfolgreich zu sein und attraktiv zu wirken, als was wird dann die Werbung bezeichnet, welche speziell für die weibliche Gilde entwickelt wird? Ok, ich gebe es zu: Männer sind primitiv. Wie lockt man den Mann in einen Baumarkt oder zum Autotuning-Händler? Man zeigt Ärsche und Titten. So einfach kann manchmal Marketing sein. Doch dass Frauen sich von der Werbung ebenso primitiv beeinflussen lassen, hätte ich nicht gedacht. weiterlesen auf verbloggt.net

Die nichtrauchende Raucherin.



Lea hat aufgehört. Wie sie das gemacht hat und wie es ihr dabei geht, erzählt sie euch ganz ohne Zigarette im Mundwinkel.


Ich hab aufgehört.

Schon einen Monat ist vergangen seit meiner letzten Zigarette, meinem letzten genüsslichem Lungenzug. Ich weiss, ihr denkt ein Monat ist nichts besonderes, aber ich sag euch, für mich schon!! Ich habe viel geraucht und wenn mir die Zigis ausgegangen sind, wurde ich sehr schnell nervös. Ich, ein grundsätzlich fauler Mensch, hab vieles auf mich genommen, um spät nachts und bei miserablen Wetterbedingungen noch an Zigaretten zu kommen. Für mich gehörte das Rauchen zu meinem Erscheinungsbild, zu meiner Gestik…..zu meiner Person. Die meisten Menschen die mich kennen finden es darum etwas verwirrend, mich ohne einen Glimmstengel anzutreffen. Viele sagten, „Nei, du ohne Zigi…chan ich mer nöd vorstellä!“.

Ich habe während beiden Schwangerschaften aufgehört, und dachte, es wäre nun endgültig vorbei mit dem Rauchen, aber immer kam die Lust und das Verlangen doch wieder und zwar immer ca. im siebten Monat.

Kleine Fluchten
Nach der ersten Schwangerschaft, ich war gerade mal 25, hatte ich ein enormes Bedürfnis, mich an etwas fest zu halten, was mein „früheres Leben“ symbolisierte. So erbärmlich es klingen mag, aber für mich war das eben das Rauchen.

Als Jugendliche interessierte es mich nicht, ob es gesund ist oder nicht. Man denkt mit 20 Jahren nicht an Morgen, sondern lebt im hier und jetzt.

Rauchen ist irgendwie verantwortungslos. Und gerade dann, als mir so viel Verantwortung in Form eines Kindes zukam, war es wie meine eigene kleine Flucht vor der Verantwortung und somit vor dem Erwachsen werden.

Auf dem Balkon stehen, alleine, und in Gedanken versunken, eine rauchen. Das war meine Auszeit, meine mentale Pause vor dem Alltag.

Wieso aufhören?
Ich hätte die Gefahren des Rauchens sicherlich noch Jahre lang verdrängen können, aber meine älteste Tochter hat mir den nötigen „Arschtritt“ verpasst. Sie fing schon früh an, sich mit kritischem Blick zu erkundigen was ich den da eigentlich tue.

Was sagt man da? Ich hatte mir fest vorgenommen, ehrlich mit meinen Kindern zu sein.

Getreu diesem Vorsatz, sagte ich ihr, was ich tat. Dabei spürte ich deutlich, wie absolut verblödet es klang. Ich sauge dreckigen Rauch direkt in meine Lunge von einem brennendem Bündel Blätter, das ich hier in meiner Hand halte. Super! Sie schaute mich lange und ernsthaft an. Sie war damals knapp 3, also hoffte ich, sie würde das alles zu kompliziert finden und schnell das Interesse verlieren. Falsch gedacht!

Da kam nach reifer Überlegung die Frage, ob das für den Körper den gut wäre. „Nei, ganz und gar nöd, und du sötsch gschieder gar nie erscht mit dem afange……“ Ihre Antwort? „Doch, wänn du das machsch, dänn mach ich das au wänn ich ä frau bin ich!“

O.k., wie geht man mit dieser Situation um? Ich versuchte ihr irgendwie das Thema „Sucht“ zu erklären. Ich verglich mein Bedürfnis nach Zigaretten mit ihrem Bedürfnis nach Süssigkeiten. Ich redete und redete, aber am Ende sagte sie einfach, „ Ich wott aber nöd das du tuesch stärbe!“...

Unterdessen sind schon fast zwei Jahren vergangen und die Fragerei wurde nicht weniger. Meine Tochter hat Recht, ich muss aufhören.

Jetzt aber richtig
Ich wusste von früheren Versuchen, dass ich absolut unausstehlich bin wenn ich nicht rauchen kann. Ich heule und fluche vor mich hin. Ich werde super aggressiv und zappelig. Reduzieren hilft auch nicht, das wusste ich bereits. Entweder ganz oder gar nicht.

Wie also gehe ich das an, ohne am Ende so grässlich unausstehlich zu sein, dass Mann, Kinder und Freunde schlagartig die Flucht ergreifen? Ich entschied mich für Akupunktur.

Ich musste einen Tag vor der ersten Behandlung schon mit dem Rauchen aufhören, und war am Abend dieses Tages in einem erschreckenden Zustand. Ich sass in der Badewanne und heulte. Mein Mann kam rein und versuchte zu verstehen, was da vor sich ging. Ich konnte es selbst nicht erklären, alles war einfach Scheisse!

Am nächsten Morgen ging ich in die Praxis dieses Akupunkteurs, schlecht gelaunt und Hilfe suchend. Ich musste dem Arzt erzählen, was ich seit unserem ersten Treffen mir alles zum Thema Aufhören und Ersetzen überlegt habe. Mit Ersetzen ist gemeint, wie man das Rauchen im alltäglichen Leben ersetzen kann. Es gibt da so ein Dreieck, das man dazu berücksichtigen muss. Die drei Punkte sind; Lust, Frust, und Aggression.

Ich hab mir dazu z.B. überlegt, dass ich gezielt und öfter Sport treiben muss, um die Aggressionen abzubauen. Auch sollte ich mir überlegen, wie ich mich selbst belohnen kann, denn für mich war eine kleine Auszeit mit einer Zigi immer auch so was wie eine Belohnung. (Ich hab noch keinen Ersatz dafür, es gibt einfach keine Belohnungen mehr.)

Die Behandlung

Nach dem ich schön brav alles erklärt hatte, durfte ich mich hinlegen. Zuerst wird mit einem spitzen Gegenstand geprüft wo man, in verschiedenen Regionen des Ohrs, am empfindlichsten reagiert. An diesen Stellen werden dann kleine, etwa 2mm lange, Nädelchen platziert. Ja, es tut ein bisschen weh, aber es ist durchaus erträglich.

Ich hatte schlussendlich vier im linken und fünf im rechten Ohr. Diese Nadeln bleiben im Ohr und können somit konstant die markierten Stellen reizen.

Mir wurde fast ein wenig schwindlig während der Behandlung, aber es kam auch eine gross Ruhe über mich. (Glaubt mir, es braucht viel bis ich so esotherisch rede.)

Ich verliess also die Praxis und fühlte mich ausgeglichen und zufrieden. Das war vor einem Monat. Seither bin ich noch einmal gegangen, um mich erneut abtasten und pieksen zu lassen, und es funktioniert bestens.

Ich habe immer wieder Lust, eine zu rauchen, aber dieses Abhängigkeitsgefühl ist weg.

Akupunktur ist aber kein Wundermittel. Man muss schon auch mit dem eigenen Willen arbeiten, aber ohne das „chemische Ziehen“ fällt einem das auch viel leichter.

Was man auch nicht unterschätzen darf in meinem Fall, ist die geniale Mithilfe meines Umfelds. Mein Mann und Nath haben beide Gleichzeitig aufgehört, und die, die noch Rauchen respektieren unsere Entscheidung und unterstützen sie.

Rückfällig
Ich hab einmal seither wieder eine Zigarette angezündet, weil es mich so Wunder nahm, was es bei mir auslösen würde. Würde ich fast Kotzen müssen, oder doch wieder in mein altes Schema zurück wollen? Es war ein Risiko, aber es musste einfach sein.

Der Geschmack war so wie früher, als ich noch ein heimlich rauchendes „Teenie-Tötschi“ war. Sich jung zu fühlen ist ja schön und gut, aber das war zu viel des Guten. Ich weiss jetzt ganz genau, dass ich nicht mehr Rauchen will. Nie wieder will ich so abhängig sein.

Geschafft? Ja, hoffentlich. Aber eins ist mir trotzt allem Erfolg klar, ich bin und bleibe, tief drinnen, eine Raucherin.

Und hier noch ein kleiner Test, welche Methode für dich am besten funktioniert.

Viel Glück!





Kilos zu verschenken


Hätte für Weihnachten ein paar überflüssige Kilos zu verschenken. Auch als Pfünderli zu haben...


Ja, ich geb’s zu, ich habe auch reingeschaut. Es ist die Rede von „Supermodel“ auf 3+. Natürlich finde ich jegliche Art von Casting-Show zum heulen und Supermodels gehen mir sowieso gegen den Strich, weil sie so widerlich dünn sind. Schrecklich, nur Haut und Knochen. Beckenknochen. Ich würde sehr viel darum geben, wenn meine Beckenknochen so hervorstehen würden wie bei Heidi Klum, drei Monate nach der Geburt ihres zweiten Kindes... Ja, ich geb’s zu: ich finde Supermodels schön! Sehr schön sogar. Und ich würde vieles tun, um so auszusehen, als würde ich mich nur von Champagner und Bandwürmern ernähren. Vieles, aber nicht alles.

Mein starker innerer Schweinehund
Habt ihr schon mal eine Diät gemacht? So richtig ernsthaft? Nicht die „5 Kilo in drei Tagen“-Diät, sondern eine richtig heftige mit 500 Kalorien am Tag und das über mehrere Wochen. Danach wird wieder aufgebaut. Ich hab so was mal gemacht. Mit Erfolg: 16 Kilo in 4 Monaten. Also könnte ich es doch wieder tun, nicht? Ich weiss ja, wie es geht.

Aber ich tu’s nicht. Es geht einfach nicht. Ich stehe jeden morgen auf und denke, „So, heute ist der erste Tag meines neuen Lebens“. Ich esse den ganzen morgen nichts und hab Mittags einen solchen Kohldampf, dass ich dann SOFORT was haben muss. Und Sofort-Food nennt man gemeinhin auch Fast Food. Und Fast Food ist bekanntlich ungesund. Und macht dick.

Und für die, die jetzt denken „dann soll sie halt anständig frühstücken“: das habe ich schon probiert. Und habe Mittags trotzdem Mega-Kohldampf. Was mache ich also falsch?

Süchtig
Ich glaube, ich bin süchtig. Nach Essen, ja, das gibt’s! ich hatte weit weniger Mühe mit dem Rauchen aufzuhören, als das Essen sein zu lassen. Bzw. gesünder zu essen. Mir schmeckt das Fondue im Winter und der Hamburger über Mittag einfach, was soll ich machen? Es gibt etliche Kaugummis, Pflaster und Medikamente für angehende Nichtraucher (siehe Leas Entzug auf My Life). Und was ist mit den angehenden Dünnen? Die müssen sich alles hart erarbeiten! Findet ihr das fair? Ich nicht!

Natürlich gibt es auf dem Markt auch Pillen und Pflaster gegen Übergewicht, aber glaubt mir: ich habe so ziemlich alles ausprobiert, die nützen nichts. Oder sie bescheren dir Herzflattern, weil da irgendein Amphetamin-Derivat drin ist. Nein danke!

Keine Zeit!
Ach so ja, und da wäre natürlich noch die Bewegung. „Eine halbe Stunde pro Tag reicht schon“ predigen Gesundheits-Apostel. Wo um Himmels willen finde ich eine halbe Stunde täglich? Das sind doch alles Tipps für Singles und Freaks, oder?

Habe trotzdem wiedermal etwas rumgegoogelt und folgende Angebote gefunden:

Diätvergleich: damit ihr überhaupt wisst, was es alles gibt und was die Diäten beinhalten.

BMI-Rechner: damit ihr wisst, ob ihr überhaupt abnehmen solltet. Denn die Dünnen unter euch sollen es ja nicht wagen, Sprüche wie „Ich sollte doch auch etwas abnehmen“ fahren zu lassen.

Wenn irgendjemand Erfolge mit irgendeiner Diät hatte, bitte melden! Ich bin für jeden Hinweis dankbar! Ich denke sogar schon über eine Belohnung nach!

Mutter werden ist nicht schwer?


Früher tat frau alles dafür, nicht schwanger zu werden. Das ständige Ticken der biologischen Uhr hat uns soweit aber gebracht, heute genau das Gegenteil zu wollen.


Die Leserin mitte dreissig wird das Problem vielleicht kennen. Nun hast du all die Jahre studiert, Ausbildungen gemacht, dein Leben gelebt und mehr oder weniger gutes Geld verdient. Und jetzt vernimmst du ein immer lauter werdendes Ticken. Diese verdammte biologische Uhr! Ticktack ticktack... Also gut, ein Kind muss her. Aus irgendwelchen Gründen scheint das Leben, das du bis anhin geführt hast, keinen Sinn mehr zu machen ohne Kinder. Da kann man dich noch so warnen, dass Kinder dir den Schlaf rauben, deine Brüste der Schwerkraft nicht mehr länger standhalten werden und du noch weniger Sex haben wirst. Du ignorierst alle Befürchtungen und stürzt dich in das Abenteuer „Kinder kriegen“.

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Freitag, 23. November 2007

Sau(g) Stress


Wie freundlich ist stillfreundlich? Müssen wir uns bevormunden lassen von sogenannten Experten, die sich stillfreundlich auf die Brust tätowiert haben? Nein, finden wir!

„Stillen ist eine Kunst!“, sagt Still- und Laktationsberaterin Verena Marchand.

Oh bitte! Mich machen solche Äusserungen so was von sauer. Ich meine, wie kann man so einfühlsam und natürlich tun, und dabei das angeblich normalste der Welt als Kunst bezeichnen?!

Stillen ist keine Kunst, und es braucht dazu auch keinen Hochschulabschluss. Stillen ist oft einfach nur Glückssache. Kein Wunder, das es bei vielen Frauen nicht klappt, wenn sie das Gefühl haben sie müssten eine Prüfung absolvieren, und dies vor einer „Laktationsberaterin“. Was ist das überhaupt für ein hässliches Wort? Hört sich eher an wie die Berufsbezeichnung von jemandem, der mit einer ekligen Krankheit zu tun hat.

Ich hatte Glück und ich bin ein Macho. Das heisst, ich habe mich gezwungen durchzuhalten, als meine Brustwarzen beim ersten Kind bluteten, und ich fast umfiel vor Schmerz. Ich wollte unbedingt stillen, um wirklich zu erleben was es heisst ein Säugetier zu sein. Etwas masochistisch, ich gebe es zu.
Aber abgesehen von den Schmerzen, der mit dem Stillen einhergehenden Dummheit und den sabbernden Brüsten hab ich’s sehr genossen. Ich stillte beide Kinder sechs Monate lang und war dann auch froh als meine Brüste wieder mir gehörten.

Der heutige Stillzwang und die damit verbundene Wissenschaft macht einem eher Angst vor dem Stillen, als dass es einem ermutigt. 90% der Mütter versuchen am Anfang zu stillen, aber nur 20% stillen ihr Kind in den ersten sechs Monaten ausschliesslich. Wieso eigentlich? Anscheinend sind viele Mütter so enttäuscht das es nicht auf Anhieb klappt, dass sie es lieber bleiben lassen. Ich kann das gut nachvollziehen. Immer wird einem das Stillen als fast himmlischen Zustand verkauft. Absolute innige Zweisamkeit mit dem Kind. Auf den Bildern sehen Mutter und Kind so schön und gesund aus, dass es einem fast schlecht wird. Die Realität mit den Schmerzen, und das Gefühl eine müde alte Milchkuh zu sein wird nirgends erwähnt. Es ist schwierig, diesem Bild der entspannten Mutter, die sich voller Hingabe um’s Kind kümmert, gerecht zu werden.

Und genau da liegt das Problem. Die Erwartungen sind viel zu gross und die Vorbilder sind kitschig und realitätsfremd.

Das „Drumherum“ des Stillens ist mittlerweile auch erschreckend. Es gibt Stiftungen zur Förderung des Stillens die zu Weltstillwochen aufrufen. Es gibt ein Unicef-Label, das Spitäler und Geburtshäuser als „stillfreundlich“ auszeichnet. Man kann die eigene elektrische Brustpumpe in einem Rucksack überall mitnehmen und sich schnell und unauffällig die kostbare Muttermilch abpumpen.

Das ist ja alles gut und recht, aber ist es nicht ein wenig heuchlerisch, wenn diese angeblich so stillfreundlichen Spitäler nicht mehr die Zeit nehmen, verunsicherte Mütter zu beraten? Da gibt es so Geschichten, wie die der Frau Ammann, die mich schon ziemlich nachdenklich stimmen. Als sie ihr Kind in so einem Krankenhaus gebar und es mit dem Stillen nicht klappen wollte, übergab man ihr ein Stilltechnik-Video, dass sie sich dann im Zimmer anschauen sollte.
Ich stelle mir das sehr angenehm vor wenn man beispielsweise in einem Allgemeinversicherten-Zimmer, umgeben von anderen Müttern, die keine Still-Probleme haben, sich ein Stilltechnik-Video anschauen muss.


Es gibt keinen Grund warum ein Schoppenkind nicht genauso gesund und glücklich sein soll wie ein gestilltes. Es liegen zwar immer wieder neue Studien vor, die besagen, dass Muttermilch gesundheitliche Vorzüge gegenüber der industriell hergestellten Säuglingsnahrung hat. Aber das soll nicht bedeuten das Mütter, die nicht Stillen wollen oder können schlechte Mütter sind.

Seien wir doch einfach froh, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, und kein Kind (hierzulande) hungern muss. Meine Generation, die in den 70er zur Welt kam, wurde oftmals auch nicht gestillt oder nur sehr wenig, und sind wir nicht ein Haufen super cooler Zeitgenossen?

Ich wünsche euch allen viel Spass beim Ernähren eurer Kinder, egal ob Schoppen oder Brust. Schliesslich ist die grösste Befriedigung zu sehen, wie ein Kind mit gesundem Appetit trinkt und dann friedlich einschläft.

Quellen: Beobachter, Nr. 20/07











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