Dienstag, 14. Mai 2013

Gegen Kindsmisshandlung



Ein Plakat kämpft gegen Kindsmisshandlung und richtet sich sowohl an Opfer, wie auch an Täter. Genial!

Kinder werden misshandelt, immer wieder, auf der ganzen Welt. Wir wünschten alle, es wäre nicht so, doch leider hat gerade die Entdeckung von drei jungen Frauen letzte Woche, die im Schnitt zehn Jahre lang an Ketten gefangen gehalten wurden, wieder einmal gezeigt, wie viele perverse, kranke Menschen es gibt. Und das nicht etwa im schlimmen Quartier der ach so bösen Grossstadt. Wir alle wissen, dass die meisten Misshandlungen um die Ecke stattfinden können. Nicht immer mit Entführungen verbunden, sondern – und das ist genauso schlimm – im eigenen Familienkreis, sozusagen vor aller Augen.

Dass ein von einem Familienmitglied oder nahen Bekannten misshandelte Kind nicht gleich zur Polizei rennt, leuchtet wohl jedem ein. Die Schwierigkeit liegt in dieser Angelegenheit eben genau darin, die Kinder zum Reden zu bringen. Schliesslich kennen die kleinen Opfer den Täter nicht nur, oft lieben sie ihn (oder sie) auch und wollen ihm (oder ihr) nicht schaden. Oder trauen sich nicht, weil ihnen gedroht wurde.

Die Kampagne der Spanischen ANAR Foundation zielt deshalb nicht nur darauf ab, auf Misshandlungen aufmerksam zu machen, um an Spenden zu kommen. Vielmehr richten sich die Plakate sowohl an den Erwachsenen als auch an das Kind. Dies tut es mit zwei verschiedenen Aussagen und Aufforderungen aus den diversen optischen Perspektiven. Genial eben!

Man wünscht sich auch bei uns mehr solche einfallsreichen Ideen, die hoffentlich auch mehr bringen. Für Meldungen von Kindsmisshandlungen in der Schweiz, findet man übrigens bei Pro Juventute alle Informationen und Adressen.

1 Kommentar:

Andrea Mordasini, Bern hat gesagt…

Eine wirklich geniale und eindrückliche Kampagne! Doch eigentlich ist es ein grosses Armutszeugnis, dass es in der heutigen Gesellschaft überhaupt noch solche Kampagnen braucht . Dass Kindsmisshandlung in allen sozialen Schichten noch immer vorkommt, beelendet mich, eine zweifache Mutter, zutiefst. Die gemeldeten Fälle sind das eine, die Dunkelziffer das andere… Berichte und Fotos über misshandelte und missbrauchte Kinder machen mich enorm wütend und unendlich traurig zugleich :(! Was geht bloss in solchen „Un-Menschen“ vor, die einem unschuldigen, wehr- und hilflosen Geschöpf Gewalt und Schmerzen zufügen und es gar töten? Es gibt meiner Meinung nach nichts Schlimmeres, Feigeres und Schäbigeres als einem Kind Leid (körperlich, psychisch, sexuell, verbal) anzutun! Wie verkehrt ist diese Welt bloss, wo auf der einen Seite unglückliche Kinderlose mit unerfülltem Kinderwunsch sind und auf der anderen Seite Eltern, die ihre Kinder statt lieben verprügeln? „Menschen", welche Kinder misshandeln/missbrauchen gehören sehr hart bestraft und verwahrt und die Kinder vor ihnen geschützt. Drittpersonen, welche von Misshandlungen wissen bzw. ahnen, jedoch nichts dagegen unternehmen, sollten für ihr Nichthandeln ebenso belangt werden, und zwar wegen unterlassener Hilfeleistung. Ich würde es mir zeitlebens nicht verzeihen und mir ein Leben lang die grössten Vorwürfe machen, hätte ich nicht (rechtzeitig) eingegriffen um einem Kind in Not frühzeitig zu helfen. Es ist an uns Erwachsenen, die jüngsten und schwächsten Glieder unserer Gesellschaft, Kinder und Jugendliche, vor Gewalt und Unheil zu beschützen und zu bewahren, das ist das Mindeste – das sind wir ihnen schuldig!

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