Freitag, 11. Mai 2012

Was sich Mütter wirklich wünschen

Nein, es ist nicht das Frühstück ans Bett. Auch nicht die Blumen vom Tankstellenshop. Es ist viel simpler.

Am Sonntag ist Muttertag und alle Mütter im Lande werden wieder reich beschenkt (hoffentlich). Selbst Gebasteltes, das – sind wir ehrlich – erst ab der Primarschule langsam beginnt, nach etwas auszusehen. Blumen – von den obligaten Löwenzahn, die nach 45 Sekunden im viel zu grossen Wasserglas zu welken beginnen, über die überteuerten Blumen, die nur noch am Valentinstag noch teurer sind. Bis hin zu Pralinen, die sich auf den Hüften bemerkbar machen, noch bevor das Grosi den Heimweg antritt (denn die will ja auch gefeiert werden und wie das geht, lasen wir hier letztes Jahr).

Eine amerikanische Studie publizierte kürzlich Zahlen zum Muttertag: 44% aller Väter vergessen den Muttertag schlechthin (die haben bestimmt keine schulpflichtigen Kinder, dann kämen sie nämlich nicht um den Tag der Tage). Doch auch Mütter würdigen den Muttertag offenbar nicht so, wie man das erwarten dürfte: Von den 19'000 befragten Müttern ziehen acht von zehn das Ausschlafen an jenem Sonntag vor. Frühstück ans Bett? Liebe Kindergesichter, bevor die Sonne aufgeht? Pha! Ein Drittel gab sogar zu, den Tag am Liebsten alleine verbringen zu wollen!
Deshalb starteten wir letzte Woche unsere eigene Umfrage und baten Mütter, uns mal ehrlich zu sagen, was sie sich zum Muttertag wünschen würden. Wirklich. Insgeheim. Oder gar nicht so geheim. Ihre Antworten waren sehr aufschlussreich und stimmten mit der genannten Studie weitgehend überein. Sie erzählten von den Tücken des Alltags mit Kindern:
«Ich wünsche mir den sofortigen Tod sämtlicher Magen-Darm-Viren und Bakterien, die einem in ihrer aufdringlichen Penetranz viele unappetliche Momente schenken.»
«Einen Tag lang alles nur einmal sagen müssen!»
Oder auch weiter gefasst:
«Ich wünsche mir, dass unsere Kids an jedem der anderen 364 anderen Tage im Jahr ein winziges kleines bisschen an den Muttertag denken!»

Viele wünschten sich ein Wochenende Wellness, einen Städtetrip oder einfach Zeit für sich. «Ohne Verpflichtungen.»
Auch materielle Bedürfnisse wurden genannt: Vom Parfum über Prosecco bis hin zu einem bescheidenen guten Buch.
Die Muttertagswünsche richteten sich übrigens nicht nur an die eigene Familie, sondern auch an andere «Mütter, die jede Form von Muttersein respektieren (erwerbstätige oder nicht, stillende oder solche, die ihr Kind schöppelen, mit oder ohne PDA gebären, Kuchen backen oder Grossmutti-Cake kaufen, strenge oder laschere, solche, die das Gemüse im Tiefkühlregal oder beim Biobauer holen etc.), denn seien wir mal ehrlich, wir leisten doch alle viel!»
Nicht einmal der Weltfrieden oder ein weiteres Baby fehlte unter den Wünschen!
Sind das jetzt alles Rabenmütter weil keine – ehrlich, nicht eine – sich wünschte, diesen Tag mit den Kindern und dem Kindsvater zu verbringen? Weil keine sich zu den liebenswerten und meist missglückten Backversuchen der Kleinen äusserte? Wohl kaum. Doch wenn man eine Mutter fragt, was sie wirklich will, muss man sich halt manchmal auch auf etwas gefasst machen. Nämlich, dass sie einmal im Jahr an sich selber denkt. 

Ich wünsche allen (Raben-)Müttern einen wundervollen Muttertag mit vielen SPA-Gutscheinen, Proseccoflaschen und feuchten Küssen von Klein und Gross.

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