Kinderfreie Zone

Am Wochenende war Party angesagt. Party? Früher Apéro, frühes Abendessen, wenig Alkohol und frühes Nach-hause-gehen zwecks Kinder-ins-Bett-bringen? Nein! Eine echte Party mit Buffet, erwachsene Getränke und Sound bis in die Nacht!
Doch, das gibt’s noch, ehrlich! Wir hatten ja sowieso profilaktisch die Kinder für jenen abend untergebracht, wussten aber im vornherein, dass das leider nicht alle Eltern tun würden. Es würden solche dabei sein, die ihren Nachwuchs immer überallhin mitnehmen und mit etwas Pech, wären das dieselben, die ihren Nachwuchs auch wie Zirkusäffchen ihren Zuschauern präsenterieren. „Luna, wie macht das Entchen?“ „So, Livio, wieviel gibt denn 2+2?“
Dieselben Kinder, denen man lauter unbekannte Gesichter, Lärm, nicht jugendfreie Gespräche (sofern diese in ihrem Beisein geführt werden dürfen) und oft auch Zigarettenrauch zumutet, sind unendlich lange auf und schlafen im besten Fall auf zwei nebeneinander gestellte Stühle ein. Oder ihre Eltern gehen sehr früh, denn der Kleine wird ja sonst unausstehlich. Am schlimmsten sind jedoch die, die bleiben, obwohl die Kleinen unausstehlich werden und sich schon lange keiner mehr für die Zirkusaffennummer interessiert.
Jetzt muss man dazu sagen, dass es der kinderlose Gastgeber schon sehr schwer hat. Macht er eine Party MIT Kids, müssen er sich an die uncoolen Zeiten und Gebräuche anpassen. Steht in seiner Einladung jedoch ausdrücklich, dass es sich um ein kinderloses Fest handelt, riskiert er, als kinderfeindlich und frustriert dazustehen. Kinderfeindlich, weil Kinder ja schliesslich zum Leben gehören und entsprechend überall dabeizusein haben. Frustriert, weil man ab einem gewissen Alter - besonders bei Frauen – denkt, die Person hätte bestimmt gerne Kinder, möchte sich also nicht die Laune mit fremden Kindern verderben, die ihr vor der Nase durchgezogen werden.
Wir waren entsprechend überaus dankbar, als das Geburtstagskind, das Samstag feierte, seine Party als kinderlose Zone bezeichnete und uns bat, die Bengel zu Hause zu lassen! Yeah!
Als ernst zu nehmende Rabenmutter hatte ich meine Kinder wie gesagt schon untergebracht. Zum ersten Mal sollte auch die Kleine die ganze Nacht auswärts schlafen. Leider wurde daraus – und aus der tollen Party, die die ganze Nacht hätte dauern sollen – nichts. Unser geliebter Nachwuchs weinte und weinte und vermisste ihre Eltern. Schön, wenn wir ihr so viel bedeuten. Aber ich hätte es auch erst Sonntag nachmittag schön gefunden...
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