Das unsympathische Kind

Diese Woche kümmern wir uns um zwei zusätzliche Kinder, sind also Tag und Nacht zu Sechst. Da wir die zwei Mädchen sehr gut kennen und wirklich lieb haben, ist dieser Zustand an sich kein Problem, im Gegenteil.
Tatsache ist aber auch, dass wir es uns nicht gewohnt sind, Kinder soviel streiten zu hören. Schon, wenn man sich halt mal Mittwoch nachmittags sieht. Dann gibt's manchmal Reibereien, aber man kann ja wieder verschwinden. Nicht so, wenn die Reiberei-Macher im selben Zimmer schlafen, am selben Tisch essen und mit denselben Spielsachen spielen. Jeden Tag.
Nun kommt da eine Seite meines Sohnes zum Vorschein, die ich so nur in geringen Mengen kannte. Sein AK-Ich. AK steht hier nicht etwa für etwas Radioaktives, es bedeutet schlicht und ergreifend "Arschloch-Kind". Natürlich meine ich das nicht so derb, wie es jetzt klingt. Ich liebe meinen Sohn, er ist der süsseste, liebste und überhaupt blablabla... Dass er aber auch anders sein konnte, wusste ich zwar, musste es bis anhin jedoch nicht in derart massiven Dosen ertragen. Nur tröpfchenweise sozusagen.
Doch bekanntlich hölt der stetige Tropfen... Weinerlichkeit, Gemeinheiten den anderen Kindern gegenüber, schlagen, fluchen, das volle Programm. Und manchmal bringe ich sogar Verständnis für seine ungewohnte Lage auf. Er war viereinhalb Jahre lang Einzelkind, die kleine Schwester stört eigentlich noch nicht so, die Anwesenheit von zwei fast gleichaltrigen Mädchen ist jedoch schwer zu ertragen, vor allem, wenn man keine Rückzugsmöglichkeiten hat.
Meistens jedoch finde ich sein Benehmen einfach nur unmöglich. Und stelle erstaunt fest, dass nicht nur die Kinder anderer unsympatisch sein können.
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