Sonntag, 2. Dezember 2007

Weil ich es mir wert bin...


Hab noch nichts gefunden, das aus mir die Frau macht, die ich eigentlich sein sollte. Die mit den "Wie machst du das bloss?"-Haaren. Um diese Frau zu werden, habe ich schon vieles versucht.


Kennt ihr das? Ihr steht zum x-ten Mal im Supermarkt vor demselben Regal der Kosmetikabteilung und fragt euch, welches Produkt wohl am besten zu euch passt. Um es gleich vorwegzunehmen, mein Problem sind die Haare. Bei euch sind es vielleicht eher die Falten oder die Nägel. Ich bin die mit den nicht zu bändigenden Haaren. Also stehe ich regelmässig vor dem meterhohen Regal mit Shampoos, Conditioners, Gels, Wax, Leave-In, Schaum, Serums etc. und hoffe auf das kleine Wunder, das aus mir die Frau macht, die ich eigentlich sein sollte. Die mit den tollen „wie machst du das bloss?“-Haaren. Um diese Frau zu werden, habe ich schon alles versucht.

Angefangen bei komplizierten Kuren, die mir ein Langhaar-Coiffeur (mit Kurzhaar-Schnitt) empfohlen hatte. Shampoo, Spülung, alles dabei. Das komplizierte daran war, dass die Reihenfolge nicht einfach 1. Shampoo, 2. Spülung war. Vielmehr erhielt ich ein doppelseitig bedrucktes A4-Blatt (!), das diverse, genau einzuhaltende Vorschriften enthielt. Die ersten zwölf Tage nur Shampoo, danach Shampoo und Spülung für drei Wochen, dann Abwechslungsweise nur Shampoo und nur Spülung..... Ihr werdet verstehen, dass diese Kur zum scheitern verurteilt war. Das hätte ja Disziplin vorausgesetzt!

Luxus oder Bio?
Der zweite Versuch wurde mir von meiner Nachbarin/Coiffeuse vorgeschlagen. Wie sie das in der Verkaufsschulung brav gelernt hatte, legte sie mir alle Vorteile der Profi-Haarpflege-Linie dar, die sie in ihrem Salon verhökerte. Obwohl die Produkte verdächtig nach Supermarkt-Shampoo desselben Labels rochen, liess ich mich, wie zu erwarten war, überreden und kaufte ihr die völlig überteuerten Flaschen, Tuben und Dispenser ab. Das Resultat? Keines. Also stellte ich die Luxus-Dinger in den Badezimmer-Schrank „für ein andermal“. Dieses Wochenende habe ich unsere Schränke wieder einmal aufgeräumt und musste feststellen, dass das edle Shampoo hinüber war. Mehr hierzu demnächst: „Wie werfe ich mein Geld aus dem Fenster, Lektion 1.“

Danach folgte der bis anhin kürzeste, aber wirklich nur gut gemeinte Versuch, aus meinen Haaren eine wallende Mähne zu machen. Er begann im Reformhaus. Und endete im Abfall. Vergesst es. Trotz aller guten Vorsätze für Umwelt und fairen Handel und hautverträglich... Bio-Shampoos riechen, wie sie klingen und machen aus jeder Frau eine selbstgestrickte Tante, deren einzige Handtasche aus Jute besteht. Keine Ahnung, wie die Hersteller das schaffen, aber so stelle ich mir meine Haare nach drei Jahren auf der einsamen Insel vor...

Wie macht sie das bloss?
Also stehe ich wieder einmal vor diesem Regal und hoffe darauf, DAS Produkt zu entdecken, dass ich all die Jahre übersehen habe. Oder noch besser: sie bringen etwas ganz neues auf dem Markt. Etwas, das wirklich hält, was es verspricht. Glanz, Volumen, nie wieder Haarbruch, Geschmeidigkeit und so weiter. Da greift eine Hand an mir vorbei und schnappt sich einen Leave-In-Color-and-Care-Conditioner. Aus den Augenwinkeln beobachte ich sie, wie sie die Flasche in ihren Wagen legt. Ihr Haar? Ein Hauch von „wie macht sie das bloss?“. Meine Hand greift wie von alleine ins Regal und, ihr ahnt es, dieselbe Flasche landet auch in meinem Einkaufswagen. In der Hoffnung, das nächste Mal ein Vorbild für eine von euch zu sein...

Wünscht mir Glück und bis auf ein nächstes Mal bei den Putzmitteln, die uns die Arbeit WIRKLICH abnehmen!

Solltet ihr trotzdem noch nicht aufgegeben haben: bei Perfect Hair gibt es die überteuerten Coiffeur-Produkte für 20% weniger.

Und hier noch die Frage: Glauben Frauen den Blödsinn aus der Werbung wirklich?

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