Mittwoch, 14. Mai 2008

Tagebuch einer Schwangeren- Teil 2: Kunigunde oder Jamal?

Schon klar, dass das keine Priorität hat, dennoch bereitet es uns Kopfzerbrechen. Das Baby braucht spätestens im November einen Namen. Was kein Problem ist, wenn es ein Mädchen wird. Aber nochmal einen Jungennamen, der uns beiden gefällt? Mission Impossible!

Schon bei der ersten Schwangerschaft haben wir uns den Duden mit X-Tausenden Vornamen gekauft. Als wir dann erfuhren, dass es ein Junge wird, wussten wir auch schon, dass wir Hilfe benötigen würden.

Ein französisch klingender Familienname braucht einen französischen Vornamen. Soweit so logisch. Doch in meinen, dann doch eher nordischen Ohren, klingen französische Namen oft etwas – entschuldigt die Wortwahl – schwul. Sollte er mal Coiffeur werden wollen oder Cabaret-Tänzer im Moulin Rouge ginge das ja. Das wissen wir aber noch nicht und nur mit dem Namen wollen wir ihm ja auch nicht seine ganze Karriere verplanen.

Und nun stehen wir wieder vor demselben Problem. Klar könnten wir uns sagen, wir warten ab, bis wir wissen, was es wird. Mädchennamen sind nämlich kein so grosses Problem, da werden wir uns sicher noch einig (famous last words).

Besagter Duden hat zwar wirklich viele Vorschläge, ca. 80% sind jedoch gleich zu verwerfen. Wer bitte würde seine Tochter heute noch Kunigunde oder Waltraud nennen? Höchstens als zweiter Name zu Ehren der Grossmutter.

Da gäbe es ja auch noch die Top Ten der beliebtesten Vornamen, die jedes Jahr erhoben wird. Aber eben: wer will schon, dass sein Kind so heisst, wie acht andere Kinder im Kindergarten? Werden die dann durchnummeriert oder wie in den Fünfzigern per Nachnamen aufgerufen?

Oder die Methode des Diebstahls: Ich klau mir einfach den Namen aus dem Kollegenkreis. Und stehe für die nächsten zwanzig Jahre als fantasie- und skrupellose Diebin von "Jamal" (Name beliebig auswechselbar).

Die schönen Namen scheinen einfach alle schon besetzt. Oder sie passen nicht zu unserem Nachnamen. Oder sie sind einfach zu ausgefallen. Ich habe keine Lust, den Namen jedes Mal buchstabieren zu müssen, wenn man uns danach fragt.

Bis dahin mache ich mich noch etwas schlau. Gottseidank gibt es mittlerweile auch online gute Quellen, die über Gottfried und Edeltraud hinausgehen:

Babycenter
Beliebte Vornamen
Celebrity Baby Names
35'000 Babynamen Ich schwöre es, nicht einmal hier habe ich bis jetzt mein Glück gefunden!

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