Donnerstag, 14. Februar 2013

Rabatt für gut erzogene Kinder?






Der Restaurant-Besuch mit Kindern ist häufig ein Spiessrutenlauf. Doch manchmal lohnt er sich regelrecht.
 

Eine solche Restaurant-Quittung wird den wenigsten Eltern mit kleinen Kindern vergönnt sein. Dieser Reddit-User erhielt für seine Kinder, die sich in der Beiz anständig benahmen nicht nur ein anerkennendes Kopfnicken. Offenbar war der Kellner des italienischen Restaurants von den Kids (2, 3 und 8 Jahre) so begeistert, dass er den Eltern einen Rabatt gewährte! Die Ausrede «meine Kinder sind halt noch zu klein» kann also nicht mehr akzeptiert werden, es geht nämlich  offensichtlich auch dann.



Zugegeben, ich war ja nicht dabei und vielleicht hat das Personal so extrem schlechte Erfahrungen gemacht, dass sie schon halbwegs gutes Benehmen als lobenswert erachten. Doch wenn man die Tipps beachtet, die diese Wahnsinneltern geben, kann eigentlich nichts mehr schief gehen (wobei ich nicht mit allem einverstanden bin, siehe Klammern):


  • Gehen Sie mindestens zweimal monatlich mit Ihren Kindern ins Restaurant (McDonalds gilt nicht, das Budget lässt grüssen).
  • Geben Sie Ihnen vorher einen Snack, damit sie nicht vor Hunger quengeln (oder werfen Sie das Geld gleich zum Fenster raus, weil die Kinder dann überhaupt keinen Hunger mehr haben).
  • Gehen Sie nur auswärts essen, wenn die Kids gesund und ausgeruht sind (also fällt der gesamte Winter weg. Ausserdem: Die Eltern müssen wohl auch gut drauf sein, oder nicht?).
  • Geniessen Sie die Zeit mit den Kindern im Restaurant (oder mindestens die ersten fünf Minuten davon, bis der Erste aufstehen will, auf die Toilette muss oder sonst gelangweilt rummäkelt).
Obwohl ich mich bei unserem ersten Kind immer geweigert habe, es künstlich zu beschäftigen (weil ich die Illusion hatte, ein Kind müsse sich gefälligst von alleine zu benehmen wissen), versuche ich bei einem Restaurant-Besuch heute auch an Folgendes zu denken:


  • Farbstifte und Papier mitnehmen.
  • VOR dem Essen aufs Klo gehen, sonst fällt es den Kleinen mit Sicherheit genau dann ein, wenn der Kellner den Hauptgang bringt.
  • Andere Kinder einladen, falls bekannt ist, ob die sich benehmen können bei Tisch. So sind sie untereinaner beschäftigt.
  • Den Lautstärkenregler bei der Tochter finden. Dringend.
Was tut ihr für ein schönes Essen im Restaurant? Lasst ihr es lieber gleich bleiben? Oder gehört ihr zu den Eltern, die einen Benimm-Rabatt erhalten?

Kommentare:

labellavitabutterfly hat gesagt…

Wir bringen die Kinder(1J.+3J.) zu Oma und Opa.Dann haben alle Beteiligten Spaß und sind zufrieden :D

Andrea Mordasini, Bern hat gesagt…

Ich bin selber Mutter zweier eher wilder, lebhafter und lauter Kinder (bald 6 und bald 4,5) und hin und wieder mit ihnen in einem Restaurant anzutreffen. Wieso auch nicht? Wie sollen sie diese Erfahrungen machen können, wenn wir sie nicht mit ins Restaurant nehmen? Wenn es nicht eines dieser typischen Selbstbedienungsrestaurants à la Coop oder Migros mit Kinderspielecke ist, dann darfs gerne auch mal ein "normales" mit Bedienung sein. Dass wir nicht gerade im Schickimicki-Nobellokal essen gehen, liegt da wohl auf der Hand… ;). Am liebsten bevorzuge ich italienische Lokale, wo Kinder jeweils herzlich willkommen sind mit Spielecke, Kinderstühlen, kinderfreundlichem Personal und Gratissirup, früher auch Wickelstation ;). Meistens bin ich relativ gut organisiert (sonst wird halt improvisiert) und habe Malsachen und Büechlis für die Kinder mit dabei. Dies ist schon fast die halbe Miete :). Zudem benehmen sich die Kinder einigermassen gut, sonst werden sie auch mal ermahnt. Die Erfahrungen sind in der Regel positiv - eine schlechte machte ich vor einem Jahr ausgerechnet im Selbstbedienungsrestaurant mit Kinderspielecke! Da haben sich ältere Leute doch tatsächlich ab meinen und anderen etwas laut, aber total friedlich spielenden Kindern geärgert und diese lauthals und respektlos angeschrien (Saulärm, Saugoofen). Solche Situationen machen mich wütend und traurig! Da kann ich bloss verständnislos den Kopf schütteln und mich wortstark für die Kinder wehren. Denn schliesslich benehmen sich da nicht die Kinder daneben, sondern die Erwachsenen! Warum setzen sich Nörgler und Kinderlose auch „Ums Verroden“ in ein solches Familienrestaurant und dann noch ausgerechnet in die Nähe Spielecke, wenn es weiter hinten noch genügend Platz bzw. noch weitere Restaurants in der Umgebung hätte?! Ich setzte mich früher als Nichtraucherin auch nicht extra im Zug ins Raucherabteil, um dann über die Raucher, den Rauch und den Gestank abzulästern... Einige dieser Motzer meinen leider, sie seien bereits als ruhige, stille, brave, lebenserfahrene und wohl erzogene Erwachsene auf die Welt gekommen – traurig, aber wahr... Mit etwas mehr Mit- und Füreinander statt Gegeneinander, etwas mehr Toleranz, Respekt, Anstand, Verständnis, Rücksicht, Lockerheit und gesundem Menschenverstand auf allen Seiten sollte einem harmonischen und friedlichen Zusammenleben bzw. Restaurantbesuch eigentlich nichts mehr im Wege stehen ;). In diesem Sinne „Ä Guete“ :)!

Znuk hat gesagt…

Malsachen, Büechli und dann... das IPAD! Reicht ca für 2 Stunden inkl. Essen. Danach will Bohne nicht mehr Sitzen und beginnt rumzuwandern.

Erwachsene welche Kinder als Saulärm und Saugoofe beschimpfen hab ich auch schon erlebt, im Migros Restaurant, wobei sich die Kiddies hier unbeeindruckt gezeigt haben. Die Situation hat mich hier eher amusiert.

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