SVP bringt Kids zum heulen

Von David Schaffner
Wer durch die Strassen im Kanton Luzern geht, könnte meinen, die Schweizer Kinder würden nächstens von einem grässliches Schicksal ereilt werden: Auf Plakatwänden sind überall weinende Mädchen und Buben zu sehen, die die Passanten mit flehentlichen Blicken fixieren. Wer dabei denkt, es handle sich um eine Kampagne gegen häusliche Gewalt, sieht sich aber getäuscht: Der Absender der Botschaft, die SVP, kämpft mit den heulenden Kleinen gegen Harmos und will so moderne und einheitliche Schulen verhindern. In Luzern findet am 28. September nach Glarus die zweite Abstimmung über die interkantonale Vereinbarung statt. Weitere Kantone wie Zürich folgen im November.
Die Luzerner SVP macht aber nicht nur mit weinenden Kindern Stimmung, sondern auch mit irreführenden Argumenten. So behauptet die Partei in einem Inserat, dass in den Luzerner Zeitungen erschienen ist: «Das Leistungsniveau wird schlechter, denn die Sonderklassen werden aufgehoben, die Sonderschüler in die Normalklassen gesteckt. Die normalen Kinder erhalten somit schlechtere Bildungschancen.» Tatsächlich hat das Konkordat mit der Aufhebung von Sonderklassen nichts zu tun. «Die SVP vermischt in ihrer Kampagne alle möglichen Reformen, die keinen Zusammenhang mit Harmos haben», stellt Olivier Maradan klar. Er ist bei der Konferenz der kantonalen Bildungsdirektoren zuständig für Harmos.
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Ausserdem: Daniel Binswanger zum Thema im Magazin
Die Befürworter von Harmos
Die Gegner von Harmos
Kommentare
Aber es darf gehofft werden! Bei den Wahlen fallen die Stimmbürger zwar oft auf die grossmauligen SVP-ler herein. Bei den Abstimmungen zu Sachgeschäften zeigt sich aber immer wieder, dass sich Herr und Frau Schweizer besser informiert als es der SVP lieb ist. Deshalb darf man also getrost auf die Vernunft und Intelligenz des Volkes hoffen. Eigenschaften von denen sich auch die SVP eine dicke Scheibe abschneiden könnte. Aber, die wollen ja lieber so bleiben, wie sie sind. Ewig von gestern! =)