Montag, 14. Januar 2013

Es gibt Skiferien. Und Skiferien.




Ein Muss, wenn man in der Schweiz lebt. Doch wer kann sich Skiferien überhaupt noch leisten?





Gehört ihr auch zur Generation Rollschuhe, Kassettenrekorder und Plastikohrringe? Geboren in den Siebzigern? Ich schon. Abgesehen von der schrecklichen Mode und Frisuren, die unsere jungen Jahre in den Achtzigern prägte, empfand ich das Skifahren immer als besonders typisch für uns, die wir jetzt fast vierzig (oder schon älter) sind. Oder gibt es jemanden unter euch, der wirklich noch nie auf den Skiern stand? Eben.



In unserer Kindheit gehörte es doch unbedingt dazu. Die Schulferien im Februar bezeichnete man deshalb auch als Ski- und nicht wie heute als Sportferien. Wer es sich leisten konnte, verbrachte sie in einer Ferienwohnung oder einem Hotel in den Bergen. Alle anderen gingen ins Skilager. Ich hatte das grosse Glück, beides geniessen zu dürfen. Falls man beim Skilager wirklich von Genuss reden konnte. Denn ausser den Brettern hatten die beiden Ferienarten nichts miteinander gemein.



Skiferien mit meinen Eltern:

-   Ausschlafen

-   Gemütlich frühstücken

-   Bei Sonnenschein und klaren Sichtverhältnissen auf den Berg (Keine Sonne = Schlechtwetterprogramm, bspw. Hallenbad)

-   Nach zwei Fahrten in die Beiz für eine feine Bratwurst mit Zwiebelsauce und Rösti

-   Nach weiteren zwei bis drei Fahrten zum Zvieri in die nächste Bergbeiz

-   Talfahrt und Après-Ski

-   Feines Abendessen im Dorf



Wobei ich erwähnen muss, das lediglich mein Vater mit auf den Berg kam. Meine Mutter fuhr nicht Ski und langweilte sich indessen den ganzen Tag im Dorf, was mitunter auch dazu führte, dass sie sich eines Tages beim Spazieren im Wald verirrte und wir einen Suchtrupp losschicken mussten. Wir fanden sie, bevor die Wölfe sie entdeckten...



Im Skilager wehte indes ein vollkommen anderer Wind:



-   7.00 Uhr Tagwach

-   7.15 Uhr Frühstück

-   8.00 Uhr mit dem ersten Bähnli auf die Piste, bei JEDEM Wetter

-   Skischule: x Mal rauf- und runterfahren

-   Mittagessen: Sandwich und Lindenblütentee. Draussen. Ausser bei extremem Hudelwetter, da durften wir ausnahmsweise in die warme Beiz mit unserem Sandwich.

-   Nachmittag: weitere gefühlte 100 Male die Piste runter.

-   Der Après-Ski bestand darin, die diversen Kuhnagel-geplagten Zehen aufzutauen.

-   Abendessen: Irgendwas mit brauner Sauce. Oder Riz Casimir.



Und soll ich euch was sagen? Ich habe es geliebt, das Skilager! Die anderen Kinder (ich bin ein Einzelkind), die Skischule, die gemeinsamen Abende im Massenschlag, die heimlichen Besuche des Bubenschlafraums, wenn die Lehrer schliefen...

Heute hat die Generation unserer Kinder offenbar immer seltener Gelegenheit, das Skilager zu besuchen, da dieses vielerorts aus finanziellen Gründen abgeschafft wurde. Schade.



Die Abschaffung der Skilager ist umso trauriger, als dass sich immer weniger Familien die teuren «normalen» Skiferien in unseren schönen Schweizer Bergen leisten können.



Deshalb sind Angebote, wie es die Ferienregion «Engadin Scuol Samnaun» dieses Jahr anbietet, für viele ein Segen. «Skifree for kids» lädt Kinder von 3-12 Jahren zu kostenlosen Skilektionen ein. Die Skischule, die Miete der Ausrüstung, die Benützung des Liftes und des Kinderparadieses sind im Angebot inbegriffen.



Die Eltern bezahlen natürlich den normalen Preis. Doch die müssen ja auch nicht auf die Piste. Nehmt einfach eine Karte mit, wenn ihr stattdessen spazieren geht...



Mehr Infos und Termine findet ihr hier.

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