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Wie im Film





Kinderproduktionen sind meist dilettantisch. Und - seien wir ehrlich - langweilig. «Miss Biancas Abenteuer» ist anders.


Fussballturnier, Flötenkonzert, Musical. Wenn die eigenen Kinder ein Hobby haben, das sie an einem solchen Event vorführen können, schauen wir uns das an. Manchmal nur, weil das Kind das von uns erwartet und es sich so freut, uns sein Können auf einer Bühne oder einem Sportplatz zu präsentieren. Natürlich gehen wir da hin, sind manchmal stolz, manchmal weniger. 

Wenn man an eine solche Vorstellung eingeladen wird, ohne dass ein eigenes Kind mitmacht, wird es schon schwieriger. So ging es mir vor Kurzem, als mein Sohn mich bat, ins Theater zu gehen, um die Produktion «Miss Biancas Abenteuer» zu sehen. 150 Kinder und Jugendliche würden da auf der Bühne stehen, unter anderem seine Freundin. Da wir letztes Jahr schon versagt hatten, versprach ich ihm hinzugehen, und besorgte mir Karten. 

Das verschneite Wochenende lud nicht gerade dazu ein, das Haus zu verlassen, um in ein Theater zu sitzen. Vor allem nicht, wenn die Produktion mit Sicherheit mittelmässig ausfallen würden. Oder was konnte man sonst von 150 Halbwüchsigen erwarten? 

Sehr viel, wie sich herausstellte. Das Musical – das Original zur Disney-Verfilmung «Bernhard und Bianca» – ist an sich schon wunderbar. Die Geschichte und die Musik erinnern an Fred Astair und Ginger Rogers. Dass die Kinder dabei ebenfalls steppen, überrascht und gefällt. 

Was Claudia Corti mit ihrer Tanzschule da im Winterthurer Stadttheater auf die Beine gestellt hat, ist wirklich einmalig. Diese Kids sind richtig gut! Sie haben dafür viel gearbeitet und das sieht man auch. Die Kostüme sind der Hammer und jede Altersgruppe hat – der Klasse entsprechend – tolle Auftritte. Von den graziösen Ballerinas auf Spitzenschuhen, über die süsse kleine Libelle, bis hin zu den kleinsten Knöpfen, den Schnecken, die über den Bühnenboden kriechen, als hänge die ganze Show von ihnen ab. Wir haben gelacht, geklatscht und geweint, als Penny ihr Waisenkind-Lied sang. Man sitzt im Publikum und wähnt sich in einem Disney-Film in Grossformat. 

Was ich damit sagen will? Hingehen, anschauen, weinen, lachen, klatschen. Unbedingt! 

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