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Endlich! Ein Beziehungsratgeber für Männer

Männerversteherinnen: Szuchman und Anderson
Über die Ökonomie der Liebe, der Ehe und des Abwaschs.

Es ist 22.00 Uhr, Herr und Frau Schweizer diskutieren seit einer Stunde über die Tatsache, dass er trotz anderer Abmachung zu wenig im Haushalt hilft. Plötzlich meint er entnervt "Ich muss jetzt ins Bett."

Sie ist beleidigt und denkt an den Ratschlag ihrer Grossmutter vor der Heirat: "Man soll nie wütend ins Bett."

"Falsch!" sagen Paula Szuchman und Jenny Anderson. "Ausgeschlafen lässt es sich am nächsten Tag viel konstruktiver diskutieren." Die Autorinnen von "Spousonomics" sprachen mit hunderten von Paaren und definierten eine Ökonomie der Beziehung. Die Journalistinnen des Wall Street Journals und der New York Times wissen wovon sie sprechen.

Herkömmliche Beziehungsratgeber sprechen meist von Kommunikation in der Liebe ein, vom Eingehen auf den Partner, von Gefühlen. Sie empfehlen, wieder mehr Romantik in den Alltag zu bringen, kurz, sie sind etwas rosa gefärbt. Ich kann mir keinen Mann vorstellen, der einen solchen Ratgeber freiwillig lesen würde, schon gar nicht in der Öffentlichkeit.

"Spousonomics" hingegen spricht genau die Vorgehensweise vieler Männer an: Logisch und lösungsorientiert. Ratschläge wie "wütend ins Bett gehen" nehmen männliche Leser mit Handkuss an. Das Buch spricht ihre Sprache, Begriffe wie "Angebot und Nachfrage", "Transparenz" und "Arbeitsteilung" sind für viele Männer keine Fremdwörter, sie können damit viel mehr anfangen als mit Gefühlen, Kommunikation und Kerzenschein.

Auch Tipps wie das Eintragen des ehelichen Geschlechtsverkehrs in den Terminkalender dürfte den Männern gefallen. Wollen tun sie bekanntlich immer, jetzt wüssten sie sogar im Voraus, wann sie welchen kriegen!

Die Autorinnen fordern ausserdem dazu auf, keine telepathischen Fähigkeiten seitens des Partner zu erwarten, das führe nur zu noch mehr Frust. "Er sollte doch wissen, was ich will!" birgt nur Missverständnisse und noch mehr Ärger.

Romantisch ist das alles nicht. Zumindest nicht im Ansatz, Logik hat nichts romantisches. Doch überlegen Sie mal: Haben Sie je bereut, Sex mit Ihrem Partner gehabt zu haben? Wahrscheinlich nicht. Meistens denken wir doch eher "Wieso machen wir das nicht viel öfter?". Und das ist doch auch romantisch, auch wenn man die traute Zweisamkeit vorher im Familienkalender eintragen musste. Oder nicht?

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