Sonntag, 18. Januar 2009

Wüüüste Wörter sagt man nicht

Da nützt die beste Erziehung nichts, kaum kommen unsere Kinder in den Kindergarten, lernen sie wüüüste Wörter. Oder auch nicht.

Kennt ihr die mütter-nervende Autöli, die in jedem Supermarkt stehen und die uns hart arbeitender Mittelschicht jedesmal einen Franken abluchsen wollen, nur um unsere eh schon überaus bewegungsfreudigen Kinder zu schaukeln? So eins steht auch bei uns im Quartier-Migros. Zur Zeit ist es ein Londoner-Taxi (Ja, sie wechseln die Dinger nämlich auch noch aus, damit es den Kids nicht langweilig wird. Und wir noch mehr Einfränkler liegen lassen.)

Gestern beim Einkaufen wollte mein Grosser natürlich zum x-ten Mal in eben dieses Taxi sitzen. Da ich ihm weismachen konnte, dass Mami keinen Batzen für den Schlitz hat, musste er eben selber für "Action" sorgen.

So schaute er, kaum sass er im Wagen, zum Fenster hinaus und schrie: "Was isch los, du SCHLAFSECKEL!". Echt! Ohne Scheiss! (Er meinte wahrscheinlich nicht einen eingeschlafenen Sack, sondern wohl das Geschlechtsteil des wolligen Vierbeiners.) Ich war schockiert. Und die einkaufende Bevölkerung unseres Quartiers ebenso. Es half auch nicht zu wissen, dass der Kleine gar nicht wusste, was er sagte. Sein "Publikum" wusste das nämlich nicht. Natürlich galten die tadelnden Blicke trotzdem nicht ihm, sondern - wem wohl? - mir!

Woher er das Wort hat? Nein, nicht aus dem Kindergarten. Da sind sie immer noch nicht innovativer, es reicht gerade mal für "Arschloch, dummi Chue!" Den herben Ausdruck für Bauernhoftier-Genitalien hat er von dem Autofahrer, der immer, und zwar sofort, ausflippt, wenn jemand nicht genauso fährt, wie er sich das vorstellt: seinem Vater.

Was soll die peinlich betroffene Mutter da schon sagen? "Gar nöd guet" ist irgendwie nicht so fetzig...

1 Kommentar:

Zora hat gesagt…

Na, super Vorbild dieser Vater! ;o) Aber mal ehrlich, sollen Kinder nicht auch verstehen, was diese Wörter bedeuten, sollten sie mal beleidigt werden? Ich finde schon. Also dürfen meine Kids (6 und 9) auch mal fluchen. In der Öffentlichkeit ist es natürlich immer etwas peinlich, aber was soll's? Das hält uns Erwachsenen einfach mal den Spiegel vor...

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