Dienstag, 3. September 2013

Wieviel Smartphone braucht ein Kind?



Diese Frage stellte sich mir, als ich die neuste Studie über das Online-Verhalten von Kindern und Jugendlichen las. 

«Gefangen im Netz» heisst die Schlagzeile passenderweise im «Tages Anzeiger» von letzter Woche. Der Artikel legt die «besorgniserregende» Studie dar, wonach viele Kinder und Jugenliche sich täglich und «exzessiv» im Internet bewegen.
So gibt es offenbar solche, die nicht nur tagsüber am Smartphone- und Computerbildschirm kleben, sondern auch nachts. Doch, Sie haben richtig gelesen. So wird von einer Melina berichtet, die ihre zwei (!) Smartphones nachts neben ihrem Kopfkissen liegen hat. Das eine für Facebook, das andere für Whatsapp (wieso nicht beides auf demselben?), damit sie keine neue Nachricht verpasst.

«Erhält Melina neue Nachrichten, vibrieren die Geräte. Die junge Frau erwacht aus dem Dämmerschlaf, ist sofort hellwach. Sie schreibt zurück und fühlt sich gut. Ein paar Minuten lang wartet sie, ob jemand auf ihr Posting antwortet. Dann gleitet sie zurück in den Halbschlaf.»

Auch wenn das ein extremes Beispiel ist, gilt es offenbar nicht als ungewöhnlich, so der zitierte Experte Joachim Zahn, Projektleiter des gemeinnützigen Vereins «Zischtig.ch». Nun denke ich bei solchen Studien zugegebenermassen immer, das gehe uns ja eigentlich nichts an, wir haben ja alles im Griff. (Seien Sie ehrlich, Sie auch!) Schliesslich hat unser 9-Jähriger «erst» einen selbst zusammen gesparten iPod und ein altes Macbook, auf dem er ab und zu ein paar Matheübungen macht und eine Art eigenes «Greg's Tagebuch» schreibt. Was Internet genau ist, weiss er nicht, obwohl seine Eltern beide im Online-Business tätig sind und eigentlich täglich vor der Kiste sitzen. Ausser gamen und ab und zu mit seinem Grossvater skypen, macht er mit seinem iPod nicht viel. Ein Smartphone ist für uns deshalb GAR KEIN Thema zurzeit.

Nun lese ich aber in besagtem Artikel weiter, «ab der Mittelstufe sei ein Prepaid-Handy oder Smartphone angebracht, allerdings nur mit WLAN (für den Internetzugang)». Die Mittelstufe bezeichnet nota bene die 4. bis 6. Primarstufe! Sind wir also vollkommen hinter dem Mond und konservativ? Braucht ein Zehn- bis Zwölfjähriger wirklich schon ein Telefon? Wofür? Was genau muss ein vorpubertierendes Kind online tun? Oder liege ich vollkommen daneben? Wie immer lasse ich mich gerne eines Besseren belehren, schliesslich dachte ich als Mutter eines Säuglings auch noch, es würde nur mit Holzspielsachen spielen wollen...

Wie haltet ihr es mit Smartphone und Co.?

1 Kommentar:

Sabine hat gesagt…

Unser Sohn ist in die 7. Klasse gekommen und die Lehrer sprechen sich an der Schule ebenfalls für Handys aus. Der junge Klassenlehrer empfahl uns am 1. Schultag, gleich ein Smartphone oder Tablet zu kaufen, dann würden die Kinder den Umgang mit dem Internet lernen. Auch würde das Internet in bestimmten Fächern bereits als Informationsmedium eine Rolle spielen und Kinder wären dann leicht abgehängt, die keinen Zugang haben. Ich weiß dass unsere Schule als progressiv gilt, jedoch gibt es viele Eltern, die, so wie wir, Bedenken haben. Zudem gibt es Arbeitsräume mit Rechnern und Aufsicht an der Schule. Unser Sohn darf einmal pro Woche unter Aufsicht bei uns im Internet surfen. Wir überlegen nun ihm ein Prepaid-Handy zur Verfügung zu stellen, jedoch zunächst ohne Internetzugang. Die sinkenden Mobilfunkpreise (europaweit 9 Cent pro Minute) sind kein Argument mehr und ein altes Gerät haben wir auch noch zu Hause.

rabenmutter.ch abonnieren