Dienstag, 6. August 2013

Sommer-Best-Of: Die Rabenmutter im Kopf



Der Rückgang der Geburtenrate erklärt sich in Deutschland unter anderem damit, dass Frauen befürchten, schlechte Mütter zu werden.

Kinder kriegen wird immer unattraktiver, zumindest in Deutschland. Eine Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung nennt die Gründe: Schwierige Vereinbarkeit von Beruf und Familie, fehlende gesellschaftliche Anerkennung berufstätiger Mütter und die entsprechende Angst davor, als Rabenmutter zu gelten.

In Europa gibt es nur zehn Länder, deren Geburtenziffer noch niedriger als die deutsche (1.39) ist. Diese beträgt sogar in der Schweiz 1.52. Letzter dieser Rangliste ist Lettland mit 1.17. Die Bedeutung von Kindern scheint für viele Deutsche ganz allgemein zu sinken. Viel mehr haben berufliche Interessen, die Pflege von Freundschaften oder Hobbies in den letzten Jahren an Priorität gewonnen.

Am erstaunlichsten mutet jedoch die Motivation an, weshalb auf Kinder verzichtet wird. Denn deutsche Frauen sind nicht unbedingt unfreiwillig kinderlos: Ein Viertel der zwischen 1964 und 1968 geborenen verzichten bewusst auf Kinder. Dieser Entscheid wird darauf zurückgeführt, dass gerade in Westdeutschland die Erwerbstätigkeit mit kleinen Kindern «wenig toleriert» wird, wie Norbert Schneider, Direktor des Bundesinstitutes der «Süddeutschen Zeitung» erklärte.

Das Kind braucht eine «gute Mutter»
Das hat offenbar auch mit falsch verstandenem Perfektionismus zu tun, welches das kulturelle Leitbild der «guten Mutter» nach wie vor vermittelt. Aus Angst, das deutsche Rabenmutter-Klischee zu erfüllen, verzichten sie lieber ganz auf Kinder.
Weshalb das Betreuungsgeld wieder auf dem Politparkett landen dürfte. Und die Frage, ob die ein bis zwei Milliarden Euro nicht besser in die Kinderbetreuung ausser Haus investiert werden sollten.
Die niedrige Geburtenrate wird ausserdem von der OECD auch dahingehend erklärt, dass Deutschland «das einzige Steuer- und Abgabensystem (habe), in dem es sich für Eltern schulpflichtiger Kinder nicht lohnt, dass beide Elternteile arbeiten.» Deutschland schafft sich selber ab. Sozusagen.

 

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Die bescheidene Anerkennung der Leistung für Erziehung und basale kognitive Entwicklung durch das Betreuungsgeld ist sehr zu begrüßen. Denn so toll sind Krippen für 0 - 3jährige Kleinstkinder nicht, für die seltsamerweise linke und gewerkschaftsnahe Parteien als auch Wirtschaftslobbyisten (Arbeitgeberpräsident HUNDT; Präsident von Gesamtmetall DULGER) wie wild trommeln: „Befreit die Mütter von ihren Kindern und fesselt sie an die Maschinen“
Nicht nur die Familie, sondern vorallem die Schwächsten, die Kinder, werden möglicherweise ernste Probleme bekommen und damit die Zukunft unseres Volkes.
Ausgerechnet diejenige Partei, die sich für die Schwachen einsetzen will, argumentiert reflexhaft gegen das Betreuungsgeld und trifft damit die Schwächsten der Gesellschaft.
Die Krippe scheint eine Einrichtung zum Wohlergehen von Erwachsenen zu sein, denn ein bezüglich der sehr frühen Krippenaufbewahrung nicht ausreichend beachtetes Problem (neben zu befürchtender erhöhter Stresshormonausschüttung infolge "learned helpnessless" und Wachstumshormonmangel infolge reduziertem Langsamen-Wellen-Schlaf in der Krippe) ist die mögliche Störung bzw. Verzögerung der frühkindlichen Sprachentwicklung. Ein wichtiger Unterschied zwischen Tier und Mensch ist die Sprache auch als Basis des Denkens. Mangelnde primäre (besonders 0 - 1,5 Jahre) frühkindliche Sprachentwicklung hat oft die Folge von Lese- und Rechtschreibstörungen und letztlich ungünstiger kognitiver Entwicklung.
Dadurch ist zu erwarten, dass die wichtigste Resource, welche unser Volk besitzt, nur ungenügend sprachlich und kognitiv entwickelt geerntet wird. (Siehe Ärztereport der Barmer Ersatzkasse vom Januar 2012 mit bereits jetzt schon ca. 40% sprachgestörten Kindern im Alter von 5-6 Jahren (Gründe: Zunahme Tagesmütter: 2006 ca. 14%, bereits 2010: 23%;; enorme Lärmpegel in Kitas); logopädische Behandlungskosten etwa 1 Milliarde Euro).
Warum heißt es Muttersprache und nicht Vatersprache?
Bereits ab der 20. Gestationswoche hört der Foet im Mutterleib flüssigkeitsangekoppelt die Mutterstimme und ist nach der Geburt massiv darauf fixiert, sodass eine längere (max. bis zu 3 Jahren) dyadenspezifische Beziehung zwischen diesen beiden Personen notwendig ist, zumal in diesem Zeitraum zumindest zwei kürzere Phasen besonders begierigem Sprechlernen des Kleinkindes individuell verschieden auftreten (siehe "Vergewaltigung der menschlichen Identität; über die Irrtümer der Gender-Ideologie")

rabenmutter hat gesagt…

Ich wundere mich immer wieder über solche Kommentare. Natürlich geht es bei den Krippen auch darum, die Eltern zu entlasten, wie sonst sollen sie arbeiten gehen? Aber daraus zu schliessen, dass Fremdbetreuung schlecht für die Kleinen ist, ist schlicht und ergreifend Humbug. Vor allem, wenn mit dem Spracherwerb argumentiert wird. Nirgends haben meine Kinder so viel mit anderen gespielt, gesungen und geplaudert, wie in der Krippe, sowohl unterienander als mit den Erwachsenen!

Wie immer geht es mir auf rabenmutter.ch drum, dass jede Familie ihre Situation so meistern soll wie sie will und kann! Belehrungen dieser Art sind extrem kontraproduktiv in der heutigen Diskussion und Problematik vieler Familien...

Chi hat gesagt…

This is cool!

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