Dienstag, 4. September 2012

WTF?

 

Mit einem sowohl grafisch wie auch verbal auffälligen Plakat wollen Abtreibungsbefürworter gegen den Berliner «Marsch für das Leben» protestieren. Und machen gleichzeitig Werbung gegen die eigenen Interessen.



Der «Marsch für das Leben» ist eine Antiabtreibungsdemonstration, welche am 22. September 2012 in Berlin stattfinden wird. Der christlich geprägte «Bundesverband Lebensrecht» will damit für ein generelles Verbot und die strafrechtliche Verfolgung bei Abtreibungen demonstrieren, um ungeborenen Kindern «Lebensschutz» zu gewähren, da sie jeden Schwangerschaftsabbruch als «vorgeburtliche Kindstötung» erachten.


Mit sogenannten «Gehsteigberatungen» werden Deutsche Frauen, die Abtreibungskliniken aufsuchen möchten, davon abgehalten. Ähnlich wie in den USA werden Ärzte, die Abtreibungen vornehmen, beschimpft und bedroht. Die deutsche Bahn sorgte kürzlich ausserdem für aufgeregte Diskussionen, als sie bekanntgab, den «Marsch für das Leben» mit vergünstigten Zug-Tickets zu unterstützen.


Nun regt sich Widerstand gegen diesen Marsch. Die Betreiber des Blogs «No218NoFundis» rufen zur Gegendemonstration auf: Mit einem Plakat «Marsch für das Leben – What the Fuck» sind sich die Initianten der Aufmerksamkeit vieler Deutschen sicher. Schliesslich wollen sie einiges verändern. Denn entgegen der allgemeinen Annahme, ist Abtreibung in Deutschland nach wie vor verboten und wird strafrechtlich verfolgt. Nur wer sich von staatlich anerkannten Stellen beraten lässt, darf – drei Tage später – abtreiben, sofern es «erlaubt» wurde. Für die Blogbetreiber kommt dies einer «staatlich institutionalisierten Entmündigung von Frauen gleich, die nicht selbst über ihren und ihre Lebensplanung entscheiden dürfen.»
Ob dafür oder dagegen: Mit dem Protest im Internet und vor Ort – auch gegen die Deutsche Bahn – kommt die fundamentalistische Kundgebung gegen Abtreibung zu einer Werbung, die sie ansonsten wohl kaum gehabt hätte.

Kommentare:

Katharina hat gesagt…

Entschuldigung, ich empfinde es bereits als Angriff, als "Abtreibungsbefürworter" bezeichnet zu werden, weil ich die Entscheidungsfreiheit für die Frau verteidige.
Pro Choice isn't pro Abortion!

Marie hat gesagt…

Schrecklich, dass wir hier amerikanische Verhältnisse bekommen.
Diese militanten Abtreibungsgegner sind mir ein Graus! Und ich habe gerade große Lust meine Tickets bei der DB zu stornieren!

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