Dienstag, 19. April 2011

Mädchen tun Jungs gut

Eine Studie bestätigt die Vermutung: Jungs sind in Anwesenheit vieler Mädchen erfolgreicher in der Schule.

Für Dominique Suter (Name geändert) war der erste Tag an der Kantonsschule vor 2 Jahren eine ungewöhnliche Erfahrung. Wegen seines Unisex-Namens wurde er aus Versehen in eine reine Mädchenklasse des neusprachlichen Gymnasiums eingeteilt. Der sprichwörtliche Hahn im Korb. Als er sich im Rektorat beschwerte, wurde er am nächsten Tag in eine gemischte Klasse gesetzt. Seine Gymi-Zeit verlief durchschnittlich, sein Studium hat er zweimal abgebrochen, er ist heute weder Arzt noch Anwalt.

Vielleicht wäre das anders, wäre er in jener Mädchenklasse geblieben. Eine Studie in Israel ergab nämlich, dass Klassen mit mehr Mädchen erfolgreicher sind. Vor allem die jungen Herren erzielen dank der Anwesenheit vieler weiblicher Klassenkameraden bessere Noten.

Ob, Primar-, Mittel- oder Oberstufe, die Noten steigen proportional zur Anzahl Mädchen und die Wissenschaftler wissen auch wieso: So sind Klassen mit grösserem weiblichen Anteil generell ruhiger und die Schülerbeziehungen besser. Auch ist die Beziehung Schüler-Lehrer besser und letztere weniger müde nach einem Tag mit einer „weiblichen“ Klasse.

Das alles ist nicht neu. Buben stören, sie unterbrechen häufiger, sie sind laut, das war schon immer so. Über den «Glaubens-Krieg» zwischen Buben- und Mädchen-Müttern konnte man schon viel lesen. Mädchen-Mütter stigmatisieren Jungs, die raufen, reinreden und weniger still sitzen können. Was früher die Klassen-Clowns waren, sind heute hyperaktive Störefriede, die keine anständige Erziehung geniessen und deshalb mit Ritalin ruhig gestellt werden sollen. Im schlimmsten Fall.

Die israelische Studie, die übrigens in ähnlicher Form mit fast identischen Resultaten auch in Texas durchgeführt wurde, lässt keinen Zweifel daran: Je weniger Buben in einer Klasse, desto besser die Noten. Dominique Suter wäre heute vielleicht ein renommierter Anwalt, wäre er nur in der Mädchenklasse geblieben.

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