Donnerstag, 17. Dezember 2009

Oh du selige...Undankbarkeit!

Die Adventszeit “schmeckt” nach Vielem: Zimt, Orangen, Vick’s und ..Undankbarkeit! Ich liebe es ja, die Vorfreude meiner Kinder in deren Augen wiedergespiegelt zu sehen. Doch fürchte ich jedes Jahr dem Moment, wenn es einschlägt. Das Gefühl, verdammt verwöhnte Saugoofen zu haben.

Dieses Jahr hatte ich mir geschworen, den Adventskalender bescheiden zu füllen. Keine hundert Sächelchen und Spielsachen, die dann doch nur rumliegen und einen Nachts die Tränen in die Augen treiben, wenn man wiedermal darauf getreten ist. Also findet Sohnemann dieses Jahr vorwiegend Schoko-Herzen und Gummibärli drin.

Aber die viel anstrengendere Nebenwirkung eines Adventskalenders besteht darin, dass unsere Kinder, die meist in Wohlstand aufwachsen, sich deren Glück gar nicht bewusst sind. Am liebsten hätte ich besagten Kalender aus dem Fenster geworfen, als ich meinen grossen eines Morgens sagen höre: “Das isch jetzt aber nöd so cool”, als er eine Trudi-Gerster-CD mit Weihnachtsgeschichten rausholt. Ein paar Tage davor hatte er mir nämlich gesagt, es sei ja immer nur Schoggi im Kalender, ob das Christkind vielleicht zu faul gewesen sei, was anderes zu kaufen (nein, mein lieber, das war deine werte Mutter).

So kam es, dass ich ihm von den armen Kindern berichtete, die an Weihnachten nicht 1000 und ein Geschenk erhalten und die froh wären, auch nur EINE Trudi-Gerster-CD unter dem Christbaum zu finden. Und die noch nie im Leben einen Adventskalender gesehen haben! Als Kind habe ich die „Arme-Kinder-haben-viel-weniger-als-du-Argumentation“ gehasst und heute höre ich mich den genau gleichen Wortlaut gebrauchen wie damals meine Mutter! Aber es funktioniert immer noch.

Wir vereinbarten also, dass er drei seiner Spielsachen an weniger wohlhabende Kinder verschenkt. Er fragte mich, ob wir denn dafür nach Afrika reisen müssten, worauf ich ihm gestehen musste, dass es sogar in unserer eigenen Stadt Kinder gäbe, die sich über seine Geschenke sehr freuen würden. Die Mütterhilfe Zürich nimmt immer gerne Spielsachen, Kleider und Mobiliar für bedürftige Familien an.

Er hat dann ganz gewissenhaft nach Spielsachen gesucht und drei gefunden. Nicht die kaputten oder den Mist von Mac Donalds, sondern wirklich gute Sachen, an denen Kinder Freude haben werden.

Ich brauche euch nicht zu sagen, wie stolz ich auf ihn bin.

Frohe Weihnachten!

1 Kommentar:

Miuko hat gesagt…

Eine wirklich nette kleine Anekdote, musste zwischendurch einige Male ganz schön schmunzeln ^^

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