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Früher war alles anders...

Teenager. So lange ist es doch noch nicht her, seit ich selber einer war? Und doch ist heute irgendwie alles anders...

Natürlich lässt sich das Leben eines heutigen Teenagers nicht mit dem eines hormongetriebenen Pubertierenden aus den Achtzigern vergleichen. Damit meine ich nicht die grässlichen Outfits, Sounds und Frisuren. Aber damalas gab es beispielsweise keine keine Coffee Shops, in denen man den halben Tag rumhängen konnte. Das einzige Lokal, in dem man nicht schief angesehen wurde, war das Migros Restaurant des Sportzentrums. Denn da gab es auch keinen Alkohol und wir tarnten den Auslfug dahin mit vorherigen Tanzstunden. Aber das ist natürlich nicht der einzige Unterschied.

Als ich gestern im ganzen Xmas-Shopping-Stress (den Ausdruck gab es in den Achtzigern bestimmt auch noch nicht) im Coffee Shop einkehrte, staunte ich nicht schlecht über die Anzahl Teenager, die dort rumhingen. Ja, ich kann es nicht anders beschreiben, denn die bequemen Sessel waren übersät mit flezenden Mädchen (fast keine Jungs), die ihre Low-Cut-Jeans und Mini-Handtäschchen vorführten, an irgendeinem süssen Getränk nippten und sehr laut ihre Teenager-Themen diskutierten. Und der Verdacht wird wohl berechtigt sein, dass sie nur rumhingen und nicht etwa richtig konsumierten. Denn welcher Teenager kann sich schon einen Latte für knappe sieben Franken leisten? Aber vielleicht ist auch das heute anders.

Die Gespräche hörten sich etwa so an: "Mann, dä isch total abdräht, hat eifach ufghänkt und sich nüme blicke la!" "So en Vollidiot, Mann!" Und so weiter. Die Häufigkeit, in der das Wort "Mann" fiel, hätte jede Feministin auf die Palme gebracht.

Doch schockierte mich vielmehr die Art und Weise, wie die Girls heute auftreten. Sie sind extrem selbstbewusst. So selbstbewusst, dass es bei einer 13-jährigen schon fast lächerlich wirkt. Spätestens als das eine Girlie-Grüppchen dem anderen Girlie-Grüppchen hinterhergaffte und meinte "Wir sind viel hübscher als die" und mir dabei in die Augen schaute, hatten sie meine Aufmerksamkeit. Dieses Mädchen fühlte sich nicht etwa ertappt, als sie merkte, dass die Alte (knapp Vierzig ist als Teenie uralt) das mitangehört hatte. Schliesslich war sie ja hübscher als die andere!

Ich hätte mich damals nie getraut, das so offen auszussprechen, wahrscheinlich auch darum, weil ich im Zweifelsfalle andere Mädchen immer hübscher fand als mich selbst. Bescheiden? Ich weiss nicht, eher realistisch. Denn ehrlich gesagt, der optische Hammer waren diese selbstüberzeugten Girls nicht, mit ihren knappen 1.50 Meter, zu engen Jeans und zu kurzen Jacken. Und natürlich viel zu sehr geschminkt.

Liegt es an den zahlreichen Casting-Shows, dass sich die Mädels heute schon mit 13 als Topmodel wahrnehmen und denken, sie hätten der Welt mehr zu bieten, als ihre Freundinnen? Und wird diese Arroganz sie weiter bringen als unsereins, der eher beschämt zu Boden geschaut hat, wenn sie bei einer "eingebildeten" Aussage erwischt wurden? Dieses Adjektiv scheint überhaupt aus dem Wortschatz verschwunden zu sein: Eingebildet. Als ich jung war, galt man bereits als eingebildet, wenn man gerade ging und sein gegenüber direkt in die Augen schaute.

Offensichtlich merkt man sein Alter nicht nur an den Rückenschmerzen und den längeren Erholungsphasen nach feuchtfröhlichen Parties, sondern auch an der Art, wie man die heutigen Jugendlichen sieht. Jetzt fühle ich mich richtig alt!

Kommentare

Anonym hat gesagt…
Ich glaube nicht, dass du von dir auf andere schliessen kannst. Vielleicht warst du scheu und bescheiden, aber auch in den Achtzigern gab es dieses Verhalten, vor allem bei Mädchen. Ich kann mich gut an arrogante, eben eingebildete Mädels erinnern, die so etwas ohne weiteres gesagt hätten, ohne sich zu schämen. Doofe gab es eben schon immer.

P.S. Das Foto ist super! ;-)
Marianne hat gesagt…
Die Jugendliche werden immer frecher, das hab ich bemerkt. Sie sehen frech aus, sprechen so, leider, sie wollen auch zu früh das Leben der Erwachsenen zu leben.

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