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Was Jungs mögen...

… sollte Mädels nicht interessieren. Deshalb ist «All about the Bass» nicht so toll, wie man meinen könnte.



Es geschieht immer im Auto. Wir fahren und hören einen der x Sender, die den lieben langen Tag dieselbe Hitparadenmusik rauf- und runterspielen. Und plötzlich schreit eines der Kinder «Mami, mach lauter!». In diesem Fall meine Tochter. Das Lied? «All about the Bass» von Meghan Trainor. Für die unter Ihnen, die es nicht kennen: Meghan Trainor ist keines der spindeldürren Sternchen am Pophimmel und über genau diesen Zustand beschreibt sie auch. So singt sie über Photoshop und dass wir alle wissen, dass es nicht echt ist etc. Toll! Dachte ich erst. 

Denn – selber auf der molligen Seite des Lebens – prinzipiell begeistern mich alle jungen Mädels, die ihren Körper feiern. Egal, wie dieser aussieht. Die nicht hungern, um möglichst der gängigen Norm zu entsprechen. Die aber wissen, dass sie eben mehr sind als nur eine Figur, ein Gesicht, ein BMI. 

Leider zügelte sich meine Begeisterung für das Lied ziemlich schnell, als ich genauer auf den Text hörte. 

Yeah, my mama she told me don't worry about your size. She says, Boys like a little more booty to hold at night.

(Meine Mama sagte mir, ich solle mich um meine (Kleider)Grösse keine Sorgen machen. Jungs mögen es, nachts etwas mehr (Po) im Arm zu halten. So ungefähr.)
 
Also soll es eben doch darum gehen, was Jungs mögen? Wenn Jungs Mollige mögen, ist es okay, mollig zu sein? Bis sie es nicht mehr mögen und dann specken wir ab? 

Der Rest des Liedes ist wirklich okay, und ich mag es auch, dass meine Tochter mal junge Frauen sieht, die 1. nicht fast nackt vor der Kamera tanzen, 2. positiv zu ihrem Körper stehen und 3. nicht von muskelprotzigen Jungs umgeben sind (der einzige Junge im Video tanzt zwar genial, ein Adonis ist er aber nach gängigen Kriterien nicht und das ist sooo sympathisch!). 

Aber wäre es nicht schön gewesen, wenn die «Mama» ihrer Tochter im Song gesteckt hätte, dass es egal ist, ob man den Jungs gefällt? Dass es nicht nur am Äusseren liegt, ob man gut ankommt? (Denn, dass das wichtig ist, weiss ich noch aus eigener Erfahrung). Dass eine Ausstrahlung, die zeigt, «he, ich gefalle mir, so wie ich bin!» eben positiver wirkt, als «gefalle ich dir so?». Ich finde schon. Aber ich kann leider keine Songs schreiben. 

Was denken Sie? Ist dieses Signal okay? Oder was bringen Sie Ihren Töchtern bei in Bezug auf ihre Körper?

Kommentare

Anonym hat gesagt…
Ein sehr guter Text zu einem Thema um das keine Mutter halbwüchsiger drumherumkommt. Meist sind ja die weiblichen Teenies betroffen. Ich versuche meinen Kindern auch mitzugeben, dass sie sich möglichst unabhängig vom Urteil ihrer Umwelt entwickeln sollen. Auch oder gerade besonders im Hinblick auf den Körper. Ich bin mir sicher das das nicht einfach ist. Wir alle unterliegen mehr oder weniger einem strengen Mode/Gesundheitsdiktat. Das Lied sendet eine doppelte Botschaft. Das ist schade. Danke für diesen Post ! LG Xeniana

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