Freitag, 7. Oktober 2011

Lustig ist das Mutterleben


Liebe Blog-Leserinnen und -Leser

Gerne würde ich heute der Ernsthaftigkeit dieses Blogs einmal den Rücken kehren. Denn Eltern sein ist zwar sicherlich eine ernste und ernstzunehmende Angelegenheit, aber wie wir alle wissen, ist sie ohne Humor kaum zu überleben. Denn die täglichen kleinen und grossen Desaster sind mitunter dazu da, uns früher oder später (je nach Grösse der Sachbeschädigung) zum Lachen zu bringen. Ganz im Sinne von „Weisch no, als der Kleine ganze zwei Stunden nicht auffindbar war, weil er sich versteckt und die Zeit vergessen hatte?“ Oder „Damals, als die Kleine einen Keks in den CD-Player der sauteuren Hifi-Anlage unserer Nachbarn geschoben hat?“

Und weil der Elternalltag einfach besser mit Humor zu bewältigen ist, habe ich folgende Geschichte für Sie:

Eines späten Nachmittags kommt ein Mann von der Arbeit nach Hause und findet das totale Chaos vor. Die Kinder sind noch im Schlafanzug und spielen Wrestling im matschigen Garten. Überall im Gras verstreut liegen leere Guetzli-Packungen und Bonbonpapier. Das Auto seiner Frau steht quer in der Einfahrt und die Haustür ist sperrangelweit offen, der Schlüssel steckt im Türschloss. Der Hund ist nirgendwo zu sehen.

Als der Mann in den Flur tritt, stolpert er über eine umgefallene Stehlampe und wird von dem zusammenknüllten Läufer gestoppt. Im Wohnzimmer plärrt der Fernseher ohrenbetäubend laut und im Esszimmer liegen überall angefangene Joghurts, Spielsachen und Klamotten verstreut. In der Küche stapelt sich das Geschirr in der Spüle, die Reste vom Frühstück stehen noch auf dem Tisch, Hundefutter liegt auf dem Boden, ein zerbrochenes Glas unter dem Tisch und an der Terrassentür liegt ein Hundehaufen.

Der Mann beginnt sich ernsthafte Sorgen zu machen und spurtet die Treppe hoch, um seine Frau zu finden. Er flucht, als er auf einen Playmobil-Polizisten tritt und sich die Füsse in einem Prinzessinenkostüm verfängt. Aus dem Badezimmer läuft ihm Wasser entgegen, dessen Boden ist bedeckt mit einem Haufen nasser Handtücher, Seife und Quietsche-Entchen. Vor der Toilette liegt abgerolltes Toilettenpapier, dass sich bereits vollgesaugt hat und Zahnpasta ist über den Spiegel und über die Wand verschmiert.

Der Mann gerät in Panik, befürchtet das Schlimmste und rast ins Schlafzimmer, wo er seine Frau vorfindet: Im Bett liegend, ein Buch lesend. Sie sieht ihn lächelnd an und fragt, wie sein Tag gewesen ist. Er, vollkommen verwirrt: "Was ist denn heute hier passiert?" Sie lächelt wieder und antwortet: "Jeden Tag, wenn Du nach Hause kommst, fragst Du doch, was ich um Himmels willen den ganzen Tag gemacht habe." "Ja und?" sagt er entsetzt. Sie antwortet: "..heute habe ich mal nichts gemacht.“

Das Mutterleben kann manchmal richtig lustig sein!

1 Kommentar:

Andrea Mordasini, Bern hat gesagt…

Vielen Dank für diesen tollen, witzigen und vor allem so wahren Artikel :! Sie sprechen mir direkt aus dem Herzen und er Seele und haben so recht – das Muttersein mit allem drum und dran mit Humor nehmen, über die vielen kleineren und grössere Missgeschicke, Malheurs und Zwischenfälle lachen – das ist die halbe Miete :-). Über meine beiden wilden, neugierigen und in allen Belangen aktiven und „kreativen“ Kinder (4.5 und 3) lache ich oft und gerne – auch wenn mir ab und zu, vor allem unmittelbar nach einer ihrer „Aktionen“, nicht gerade ums Lachen ist und ich mich einmal mehr in Schadenbegrenzung üben muss… Nicht gerade so verheerend wie beschrieben, aber hin und wieder doch sehr ähnlich gings und gehts bei uns zu Hause hin und her… Mit Kakao-Pulfer verschmierte Sofas, Leucht- und Filzstiften „verzierte“ Wände und Teppiche, zerschnitte Kinderkleidung. Und natürlich sind die Schandtaten und Dreckeleien meines Chaos-Duos mehr oder weniger bis abends beseitigt, weggeputzt und weggeräumt. Einmal, irgenwann einmal, werde ich damit warten bis mein Mann abends nach der Arbeit nach Hause kommt. Das Problem ist, dass ich es bin, die ein solches Chaos nicht lange ansehen mag und schon nur deshalb frühzeitig für einigermassen Ordnung sorgt. Schade eigentlich… Das Gesicht meines verwunderten Gatten gäbe bestimmt ein herrliches Bild ;-)! Was ich mir in Zukunft auf jeden Fall tun werde, sofern ich dazu den Nerv habe: ich schiesse von der „Vandalenkunst“ der Kleinen ein Foto und halte zumindest dieses meinem erstaunten Mann vor die Nase. Mal schauen, was er dazu sagen wird :).

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