Mittwoch, 14. Juli 2010

Lecker spielen


Eigentlich ist IKEA fies. Denn sie erinnert mich immer daran, wie eine gute Mutter zu sein hätte. Neuerdings sogar mit einer Spiele-App für's iPhone.


Wie schon mehrmals erwähnt, spiele ich nicht gerne. Mit kleinen Kindern, meine ich. Sobald sie nämlich in einem Alter sind, in dem Gin Rommé, Schach oder Dame keine Fremdwörter mehr sind, beginnt auch mir das Spielen mit Kindern Spass zu machen. Aber vorher?

Wenn sie ganz klein sind, musst du sie gewinnen lassen, damit sie nicht vor Enttäuschung davonrennen. Dann riskierst du, den Moment zu verpassen, an dem du sie nicht mehr gewinnen lassen DARFST. Denn sonst lernen sie nicht, mit Frust umzugehen und kriegen in der Schule zu hören, sie hätten ein emotionales Defizit.

Und da sogar ich weiss, dass man Kinder nicht den halben Tag vor dem TV parken sollte, bin ich manchmal auf der Suche nach witzigen Spielen, die mich nicht zu Tode langweilen. Denn ich habe schlichtweg keine Ideen für kindgerechte Spiele, unser Memory hängt mir langsam aber sicher zum Hals raus und Fussball ist seit dem Ende der WM einfach out.

Da es anscheinend aber nicht nur mir so geht, lanciert IKEA eine iPhone App mit dem leckeren namen „Lekar“, was auf schwedisch soviel wie Spielen heisst. Eine Spielserie für Erwachsene und Kinder zwischen 3 und 7 Jahren. Die App versammelt populäre Kinderspiele aus aller Welt, was ausser dem Fun- auch noch einen kulturellen Lerneffekt hat (ja, auch ich möchte meine Kinder auf irgendeine Art fördern). Die Illustrationen in dieser App sind übrigens der Hammer! Macht auf jeden Fall Lust auf mehr.

Denn Spielen ist für Kinder gemäss der bereits beschriebenen Studie "Playreport"und einer nicht repräsentativen Umfrage von „wir eltern“ (das Buch dazu) das grösste Glück überhaupt. Und zwar das Spielen mit uns Eltern! Also gut. Ich stelle meinen Kaffee wieder hin, lege das Magazin zur Seite und spiele mal eine Runde Scharade. Das kostet mich weniger als das Honorar eines Psychiaters in ein paar Jahren, wenn mein Kind sein emotionales Defizit kurieren muss.

Ihr könnt das App im iTunes Store beziehen.


Kommentare:

Rita Angelone hat gesagt…

Wunderbar! Einfach köstlich! Ich meine deinen Beitrag und nicht das langweilig Spielen... ;-)

Anonym hat gesagt…

ganz ehrlich weiß ich, was eine Rabenmutter ist, denn die spielt nicht mit ihren Kindern, also nie meine ich. Sie hat auch kein schlechtes Gewissen dabei, nicht mit den Kindern zu spielen. Eine Rabenmutter denkt auch nicht darüber nach, ob ihr Kind dadurch einen emotionalen Schaden erleiden könnte.
Für Rabenmütter ist Spielen mit Kindern den Großmüttern zu überlassen.
Ich glaube, ihr seid wirklich alles wundervolle Mütter, um die ich mich als Kind gerissen hätte!

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