Dienstag, 17. März 2009

Der perfekte Z'Nüni

Noch letzten Sommer regte ich mich darüber auf, dass die Schule in Sachen Ernährung nicht mit gutem Beispiel voran geht. Seit Mitte März jedoch gibt es nichts mehr zu meckern. Das Schul- und Sportdepartement der Stadt Zürich hat neue Richtlinien für die Ernährung vorgestellt: An den Schulen soll kein ungesundes Essen mehr zu Verfügung stehen. Das gilt natürlich auch für Kindergarten, Hort und Sportanlässe. Endlich!


Dachte ich zumindest am Anfang. Doch sind wir ehrlich: Werden unsere Kinder wirklich nur von der Schule in ihrer Ernährung beeinflusst? Sind es nicht viel mehr wir Eltern, die mehr darauf achten müssten, unseren Kindern gesunde Z’Nünis mitzugeben?

Lustigerweise behaupten sämtliche Eltern, mit denen ich bis anhin über das Thema gesprochen habe, sie würden ihren Kindern nur Gesundes zu essen geben. Logisch! Süsses ist schliesslich nichts für den Pausenplatz sondern für zu hause, wenn man den Kindern etwas Gutes tun will, weil sie brav waren. Wie Fernsehen. Woher kommen dann bloss die Chips und Gummibärli auf dem Pausenplatz?

Artischocke versus Schoggikuchen
Eine Freundin von mir erhielt zu Beginn des Schuljahres einen Flyer mit gesunden Z'Nünis, Früchte, Gemüse, nichts Süsses. Mein Favorit darunter ist und bleibt die Artischocke! Das stelle sich mal einer vor, wie wir unseren Kindern lauter distelartige Korbblüten in s’Chindsgitäschli stopfen! Und die Sauerei danach! Schliesslich weiss jeder, dass bei der Artischocke nach dem Essen mehr im Teller liegt als davor.

Und gleichzeitg gibt es beim Kerzenziehen, an der Fasnacht oder am Sporttag nur Kuchen und Süssgetränke. Da muss es doch einen Mittelweg geben.

Obwohl ich es mir vor meinem ersten Kind fest vorgenommen hatte, gehöre ich heute nicht zu den Müttern, die immer einen gesunden Z’Vieri dabeihaben. Fenchel, Kohlräbli und Radiesli sind mir zuwider und die Gemüserüsterei geht mir sowieso auf den Senkel. Bevor mein Grosser in den Kindergarten kam, hatte ich oft Früchte oder ähnliches dabei, Süsses gehörte bestimmt nicht dazu. Aber heute bin ich ehrlich gesagt zu faul, etwas vorzubereiten und verlasse mich auf das Angebot vor Ort. Dieses ist jedoch oft verheerend!

Die Kindermenus in den meisten Restaurants bieten lediglich eine Auswahl an fettigen Würstli oder Nuggets mit noch fettigeren Pommes Frites. Spaghetti Bolo ist noch das Beste auf der Karte. Um dem entgegenzuwirken fragen sie im Fast Food Restaurant, ob man zum Hamburger lieber Pommes oder Rüebli-Stäbli möchte... Sind wir ehrlich, wenn schon Junk Food, dann richtig!

Fazit: Meine Kinder dürfen ab und zu Ungesundes essen. Aber dafür gibt es spezielle Lokale und Gelegenheiten. Überall sonst hätte ich gerne auch etwas Gesundes zu Auswahl und in der Schule erst recht. Ob die Kids das dann essen, ist noch mal eine ganz andere Diskussion...

Peter Schneider zu gesundem Essen: Das Essen ist heute so gefährlich wie früher Sex

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