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Sexstudie: Oversexed and underfucked

Gleich vorneweg: Das Thema scheint in der Schweiz genauso langweilig zu sein, wie der Ruf es erahnen lässt. Die DOK-Sendung war zum Einschlafen, wahrscheinlich weil der Schweizer Sex zum Einschlafen ist...

Schweizer Fernsehen
: Das Schlafzimmer der Deutschschweiz ist neu vermessen worden. Eine aktuelle Sexstudie, an der rund 6500 Schweizerinnen und Schweizer teilnahmen, legt Erstaunliches über das Liebesleben offen. Singles sind sexuell unterversorgt. Lustlosigkeit ist bei Paaren weit verbreitet, obwohl die meisten angeben, ihren Partner fest zu lieben. Kaum jemand klagt, zu viel Sex zu haben. Dabei strotzen die Zeiten förmlich vor Lust. Ein (in-)diskreter Augenschein in Deutschschweizer Schlafzimmern.


Alles nur halb so wild - und trotzdem gut: Sexuelle Reize sind allgegenwärtig, doch Herr und Frau Schweizer lassen sich deswegen nicht sonderlich erhitzen. Die neuste, von einer jungen Psychologin vorgelegte Studie über das Sexualverhalten in der Deutschschweiz offenbart: Man ist mehr oder weniger glücklich mit dem Sex, den man kriegt - auch wenn er manchmal so selten ist wie Weihnacht.

Die Studie, deren Resultate im April 2007 veröffentlicht werden, fragt nach dem sexuellen Glück, den Aktivitäten und dem Beziehungsverhalten von Paaren und Singles. Danach fühlen sich zwei Drittel der Schweizer und drei Viertel der Schweizerinnen wohl in ihrer Partnerschaft, angeblich auch dann, wenn es kriselt: Jeder dritte Mann und jede zweite Frau gestehen gelegentliche Unlust ein. Frauen erwähnen mangelnde Erregung und das Ausbleiben des Orgasmus. Erstaunlich ist, dass 95 Prozent aller sexuellen Aktivitäten in festen Beziehungen stattfinden. Der Rest gehört den Singles, die oft viel Aufwand für kargen Ertrag betreiben müssen.

Die Studie zeigt, dass die Realität anders aussieht, als einem die Medien vorgaukeln. Man darf entwarnen: So viel toller Sex ist nicht, wie einem tagtäglich um die Augen geschlagen wird. Gleichwohl bleibt die sexualisierte Umwelt nicht ohne Folgen: Viele - vor allem Jugendliche - stehen unter Druck, sich sexuell zu betätigen. Das erste Mal passiert immer früher, bei gut der Hälfte vor dem 16. Geburtstag. Selbstbefriedigung, auch bei Paaren, ist häufig, zunehmend vor dem Computer.

«DOK»-Autor Pino Aschwanden hat die Studie zum Anlass genommen, Schweizer und Schweizerinnen von 14 bis 69 Jahren über ihr Intimleben erzählen zu lassen. Im Film berichten Jugendliche «fadegrad», was sexuell läuft. Singles reden über Lust und Frust beim Liebesspiel, Paare über Sturm und Stille im Schlafzimmer.

Klar geworden ist: Sexuelle Biografien sind individuell. Begehren lässt sich schwer verallgemeinern. Kommt dazu, dass beim Sex gern gelogen wird. Vielleicht nirgends so schön wie bei diesem Thema.

DOK: Montag, 7. Juli, 22.20 Uhr, SF 1
Wiederholung, Dienstag, 8. Juli 04.40 Uhr

Leider gibt es keinen Podcast zu der Sendung. Hier aber der Link mit den Wiederholungen.

Das Thema hatten wir doch mal, erinnert ihr euch?
Geizig geil! oder auch Häsli hüpf!

Kommentare

Raj Chandrakant hat gesagt…
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