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Posts

Nein, du bist nicht gleichberechtigt!

Ein antifeministischer Post macht auf den sozialen Medien die Runde und hier ist meine Antwort dazu. «I am not a 'disgrace to women'...» (Ich bin keine Schande für Frauen). So beginnt ein langer Post von einer Dame namens Lisa Dowell.  Darin rechtfertigt sie sich, dass sie NICHT an den weltweiten Frauenprotesten, den Women’s March, von letztem Samstag teilgenommen hat. Diese Märsche, welche offenbar zu den grössten Protesten der USA zählen, haben Millionen von Frauen und Männern auf die Strasse geholt. Protestiert wurde global gegen die «Politik» Trumps, insbesondere gegen seine Absicht, moderne Errungenschaften in Sachen Frauenrechte rückgängig zu machen.  Dienstag wurde bspw. bekannt, dass er Finanzierungen von NGOs abschaffen will, welche die Familienplanung in Drittweltländern unterstützten.  (Das ist für einen Republikaner nichts Neues, diese Finanzierungen werden bei jeder Regierung abgeschafft und wieder eingeführt).  Aber da er bereits im Wahlkam...

Das beste schlimme Weihnachtsgeschenk

Du möchtest jemanden ärgern und seinem Kind ein richtig mühsames Geschenk machen? Hier ein paar Ideen. Ich tummle mich auf Facebook gerne in Müttergruppen rum, da man da die besten Einblicke erhält, was Mütter wirklich beschäftigt und was gerade unter den Nägeln brennt.  Dort gibt es sehr oft auch richtig gute Tipps und Diskussionen, weshalb ich solche Gruppen wirklich empfehlen kann. Auch ein paar englisch sprechende bzw. schreibende MomGruppen sind darunter. Da bin ich unter anderem dabei, weil diese extrem gegensätzlichen Seiten der Mutterschaft zeigen.  Sie sind nicht so konsens-süchtig wie wir Schweizerinnen.  In diesen Gruppen tummelt sich alles Mögliche, von englischen Müttern mit tollem schwarzem Humor über (meist eher amerikanische), welche ihren Humor mit der Plazenta ausgestossen haben und sich gerne darüber aufregen, dass wir hier in Europa unseren Kindern zu viele Freiheiten gewähren. In einer dieser englisch-sprechenden Gruppen lass ich am Sonntag...

«Berufstätige Eltern geben ihren Kindern Medis zum schlafen»

So in etwa klang es letzte Woche in den Medien. Der Aufreger der Woche! Ja, bei mir klingeln alle Glocken.  Schon wenn eine Gratiszeitung titelt  «Eltern stellen Babys mit Medikamenten ruhig» , erhöht sich meine Herzfrequenz.  Denn wahrscheinlich kommt das vor. Der Mensch tut nichts, was es nicht gibt. Und ja, es ist schlimm. Sehr schlimm sogar. Die meisten Medikamente werden nämlich nicht für Kinder getestet oder einfach zweckentfremdet. Ich werde diese hier nicht auflisten, ich bin keine Apothekerin. Aber genauso schlimm finde ich es, wenn man dieses gruselige Phänomen auf berufstätige Eltern schiebt.  Die Frankfurter Allgemeine – welche von 20 Minuten zitiert wird – hat nämlich Therapeutinnen befragt, die den Grund für diese unsägliche Praxis bei den kurzen Babypausen und dem Wiedereinstieg der Mütter sehen. So meint Dagmar Ambass, Psychotherapeutin bei der Stiftung Mütterhilfe, die Toleranz für schreiende Babys habe abgenommen. Heute seien oft beide El...

Beruf: Mutter?

Bist du Mutter? Wann wurdest du das letzte Mal gefragt, was du im Leben machst? Lange her, wie? Vor Kurzem waren wir bei Freunden in Frankreich, wo wir viele neue Leute kennenlernten. Bei diesen Gesprächen mit Menschen, denen ich vorher noch nie begegnet bin, war irgendetwas anders, lange konnte ich aber nicht sagen, was es war. Die Gespräche verliefen anders, spannender, vielseitiger. Erst als wir am ersten Abend müde ins Bett fielen, ging mir ein Licht auf.  Man wird von anderen Eltern (denn die meisten hatten Kinder) gefragt, was man im Leben mache. Männer UND Frauen!  Nicht nur «wie viele Kinder, wie alt und wo wohnt ihr?». Nein, auch  «Und was machst du im Leben?» . Nicht «und was machst du SONST im Leben?», als wäre Kinder haben ein Job. Die Frage bezieht sich auf deine Tätigkeit in deinem Leben. Denn das Leben besteht bei den Franzosen eben nicht aus Eltern sein. Eltern sein ist ja einfach ein Zustand. Wie blond sein. Oder sportlich sein. Das ist kein Jo...

Feminismus braucht's nicht mehr?

«Ach, ihr Frauen habt doch alles erreicht, was wollt ihr denn noch?» Das Erreichte nicht verlieren. Denn dieser Trend zeichnet sich je länger je mehr aus. Erreichte Freiheiten werden überall auf der Welt wieder in Frage gestellt. So zum Beispiel in Polen, wo die Abtreibungsgesetze restriktiv sind und schon immer waren. Die katholische Kirche hat in diesem ehemals kommunistischen Land viel Macht und wo die Kirche ist, fehlt bekanntlich das Recht auf Abtreibung.  Deshalb gingen letzte Woche tausende Frauen und Männer auf die Strasse: Sie protestierten gegen die freiheitsraubenden Abtreibungsgesetze, die neu nicht einmal Rücksicht darauf nehmen, wie das Kind entstanden ist.  Bei einer Vergewaltigung zum Beispiel. Das ist euch zu weit weg? Sind wir ehrlich.  Hierzulande gibt es auch genügend christliche oder anders geprägte Gruppierungen, die es gerne sehen würden, wenn unsere Rechte auf unseren Körper ein wenig beschnitten würden.  Und da liegt genau das Proble...

Bezahlbare Kinderbetreuung für... niemanden

Nach einer Woche habe ich die letzte Abstimmung verdaut. Oder fast. Ich musste das erst einmal setzen lassen.  Am 25. September 2016 durften wir Schweizer und Schweizerinnen darüber abstimmen, ob wir Kinderbetreuung bezahlbar machen wollen. Ob wir gewährleisten wollen, dass es sich für Eltern lohnt, einer bezahlten Tätigkeit nachzugehen, ohne dass der Krippenplatz den grössten Teil eines Lohnes frisst. Dafür aufkommen sollten die Unternehmen, die ja davon profitieren, wenn mehr Arbeitskräfte (e.g. Mütter) zur Verfügung stehen.  Als Unternehmerin bin ich die erste, die ein grosses Interesse daran hat, dass Mütter und Väter in der Schweiz arbeiten können, es sich leisten können, einem Beruf nachzugehen, der sie nicht nur ernährt, vielleicht sogar einen, der ihnen wirklich gefällt. Falsch gedacht. Gegen diese Initiative waren in erster Linie die Unternehmer selber. Das koste zu viel. Es sei Sache der Gemeinden, sich um die Kinderbetreuung zu kümmern (im Kindergarten na...

Wer braucht schon Vaterschaftsurlaub?

Wir Mütter sind ja da... Wofür braucht es einen Mutterschaftsurlaub? Das haben wir uns ja alle jahrelang gefragt, bevor er 2004 nach sehr langem Hin und Her eingeführt wurde.  Mütter fallen einerseits im Job aus und das kostet erst noch eine Stange Geld!  Also bitte, Kinder sind Privatsache! Dies waren damals die Argumente und sind sie immer noch.  Die Vaterschaftsurlaubs-Initiative möchte 20 Tage «Urlaub» einführen, wenn ein Mann Nachwuchs erhält.  Bei 1.5 Kindern im Schweizer Schnitt, sind das 6 Wochen «Ferien» für jeden frischgebackenen Vater. Irgendwie herzig, findet ihr nicht? Doch der von «wir eltern»  interviewte Ökonom Fredy Greuter  meint dazu:  «Die Finanzierung eines staatlichen Vaterschaftsurlaubs durch Arbeitnehmer und Arbeitgeber wäre unsolidarisch – wenn schon müsste die ganze Gesellschaft in die Pflicht genommen werden.»  Also nicht die EO soll hinhalten, sondern wenn schon die Steuern. Anders als beim Mutterschaftsurla...