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Das Schweigen der Supermütter

Es gibt nur einen Weg, die ewigen Supermütter zum Schweigen zu bringen. Warten. Bis die Kinder zehn sind. Dann interessiert es niemanden mehr, ob Sie eine Rabenmutter sind. Sind Ihre Kinder Teenager? Gratuliere! Niemand interessiert sich mehr dafür, ob Sie eine Rabenmutter sind! Als Mutter eines 10-Jährigen kann ich mich nämlich kaum erinnern, wann ich das letzte Mal für meinen Erziehungsstil kritisiert wurde. Oder wann mir jemand gesagt hat, ich solle den Kleinen wärmer anziehen, ihm sei doch sicher kalt (ausser meine Mutter, die wird kaum je damit aufhören).  Meine Beobachtungen haben gezeigt, dass sich der grosse Teil Supermütterkritik im Kleinkindalter abspielt. Wohl deshalb, weil Supermutti Angst hat, das Kind sterbe, wenn es mal etwas Süsses essen darf oder 5 Minuten unbeaufsichtigt im Garten spielt. Denn, wenn etwas Dummes passieren sollte, können sie ja sagen «ich hab’s ja gesagt!».  Liebe Eltern von Babies und Kleinkindern, ihr könnt einem Leid...

Die Anwälte unserer Kinder

Kinder wehren sich immer seltener selber. Und wenn sie es doch tun, werden sie abgemahnt. Gedanken zu unserer Rolle als ihre Anwälte. Ein 7-Jähriger fasst einer 8-Jährigen ans Fudi. Zweimal. Nicht cool, gar nicht cool. Ich möchte keinen Zweifel daran lassen, dass es für niemanden okay ist, einen anderen Menschen anzufassen, ohne dass dieser das will. Auch in der Primarschule nicht.  Die Sache fand in den USA statt, aber das ist nicht von Belang. Es hätte auch bei uns passieren können, tut es bestimmt auch ab und zu. 7-jährige Jungs sollten keine Mädels ungefragt anfassen und wenn im Amerikanischen von «Groping» die Rede ist, darf man das getrost mit «Grabschen» übersetzen. Geht nicht, keine Frage. Die Schule setzt ihn nach dem ersten Mal in eine andere Klasse, doch er tut es wieder. Das Mädchen fühlt sich je länger je unwohler, worauf sich Familie und Schule einigen, das Mädchen wechselt die Schule. Dies alles wissen wir, weil die Mutter des Mädchens zum...

Der Kleine wird gross!

An meinen Grossen, der seinen 10. Geburtstag feiert... 10 Jahre. Ein Jahrzehnt. Zehn mal 365 Tage. Klingt nach viel, ist es aber nicht. Das war doch gerade erst gestern, als du mich mit deinen damals noch sehr dunklen und nachdenklichen Augen ansahst, als wolltest du erst mal sicher gehen, dass du hier richtig bist. Und dann das erste Lächeln. Jenes Lächeln, das heute noch den Raum erhellt, indem du dich befindest. Dieses Lächeln, von dem alle Frauen im Bekanntenkreis behaupten, du würdest damit eines Tages Frauenherzen brechen. Ich hoffe es nicht! Aber meines hast du damit erobert. Und wie! Als du dich vor zehn Jahren aus den Tiefen meines Uterus’ gemeldet hast und auf die Welt kommen wolltest, war ich shoppen. Eine Noch-Nicht-Mutter im Glattzentrum. Mit deiner Nonna. Natürlich konnte ich ihr nicht sagen, dass ich offenbar gerade im Begriff war, ihr Enkelkind im Neonlicht zur Welt zu bringen. So schnell bin ich die Strecke bis nach hause gefahren. Und am nächsten Ta...

Unterbezahlte Kindererzieher

Der Kanton Zürich hat zu wenig Kindergärtnerinnen. Wer will den unterbezahlten Job schon, bei dem die Kunden rumschreien und sich die Schuhe nicht selber binden können?  1000 Kinder werden im Kanton Zürich nach den Sommerferien neu eingeschult. Das gibt in vielen Schulhäusern mindestens eine neue Klasse, wie der «Tages-Anzeiger» letzte Woche schrieb. Nun ist der Lehrermangel bekannt, bei den Kindergärtner und -innen ist die Wüste noch trockener: Laut Brigitte Fleuti, Präsidentin des Verbandes Kindergarten Zürich, hat sich schon lange abgezeichnet, dass bald mehr Kinder eingeschult und entsprechend mehr Lehrpersonen auf Kindergartenstufe gebraucht werden. Dass es nun doch zu einem Lehrermangel gekommen ist, erklärt sie mit den hohen Anforderungen, die eine Kindergärtnerin erfüllen muss, ohne angemessen entlöhnt zu werden. So gelte es, Kinder mit Sprachschwierigkeiten und speziellen Bedürfnissen zu integrieren und jedes Kind einzeln zu fördern. Die Kinder seie...

Mama hat keine Zeit, um zu spielen...

Seid ihr «busy»? Dann vergeudet eure Zeit nicht damit, euch darüber zu beklagen! Das Rezept gegen die Kultur des «Zuviel-Tuns» als Statussymbol. Lassen Sie mich als Erstes klarstellen: Der hier angeführte Zeitmangel und die damit einhergehenden gesellschaftlichen Schwierigkeiten betreffen vor allem Frauen. Nein, falsch. Mütter. Es ist die alte Leier: Trotz etlichen modernen Werkzeugen, um Zeit zu sparen – man denke an die Waschmaschine, Mikrowelle und Skype – haben wir immer weniger Zeit. Erwerbstätige Mütter hören sich an wie amtierende Premierminister eines G8-Landes: «Ich schaffe das nicht alles. Meine Kinder brauchen Schuhe, ich kann den Kinderarzttermin für die Zeckenimpfung unmöglich schon wieder verschieben, das Unkraut muss endlich gejätet werden, meine Freundinnen beschweren sich, mich schon lange nicht mehr gesehen zu haben, mein Artikel ist noch lange nicht fertig und morgen kommen meine Schwiegereltern zum Abendessen!» So oder ähnlich klagen viele Mütter in meine...

Verlassen Sie die Bühne!

Unsere Kinder brauchen uns für die Schule weniger, als wir glauben. Hausaufgaben-Hilfe. Prüfungs-Vorbereitung. Elterliche Mitarbeit an Schulanlässen. Über diese Dinge habe ich hier schon mehrfach berichtet, der geneigte Leser hat in den Texten sicherlich erkannt, dass mir diese ein Greuel sind.  Neben meinem 4.-Klässler zu sitzen, weil er möchte, dass ich Fragen zu seinen Hausaufgaben beantworte, ist für mich Stress pur. Ich habe weder das Sitzleder noch die pädagogischen Fähigkeiten – von der fehlenden Lust ganz zu schweigen – , mich auf einen Zehnjährigen und seine Matheprobleme einzulassen. Aber wenn er der Einzige ist, dessen Eltern ihm nicht bei den Hausaufgaben «helfen», bin ich ja auch mit daran Schuld, wenn er in der Schule versagt. Was immer das heisst, aber das ist schon wieder ein anderes Thema.  Nun gibt es ja Studien zu allem und nichts, und Blogger neigen dazu, sich die Studie rauszupicken, die ihnen gerade in den Kram passt. So auch hie...

Was nach «ich liebe dich» nie folgen sollte

Es gibt ein Wort, das man nicht sagen sollte, wenn man jemanden liebt. Keine Ahnung, wann mir das aufgefallen ist, aber es gibt Momente, da sage ich zu meinem Mann, meinen Kindern: «Ich liebe dich, ABER…» Darauf folgt meist: «... du machst mich wahnsinnig!» (Sohn) oder «... du hörst mir nicht zu.» (Tochter) oder auch «...es wäre schön, wenn du deine Socken wegräumen könntest.» (alle) GEHT. GAR. NICHT. Natürlich liebe ich sie alle. Sehr. Niemanden liebe ich mehr auf dieser Welt als meinen Mann und meine zwei Kinder. Doch was ich mit dem kleinen Wort «aber» eigentlich sage ist «Ich liebe dich. Aber ich würde dich noch mehr lieben, wenn du…» (Zutreffendes bitte ergänzen.) Ausserdem wird dieses Wort auf diese Weise inflationär gebraucht. «Ich liebe dich» sollte man einander sagen. Unbedingt. Lieber öfter. Aber man sollte es dann auch meinen und die Liebesbekenntnis nicht als Floskel benutzen.  Nun hat mich Cara Paiuk, Bloggerin bei «Motherlode» der New York Ti...