Direkt zum Hauptbereich

Der Kleine wird gross!


An meinen Grossen, der seinen 10. Geburtstag feiert...
10 Jahre. Ein Jahrzehnt. Zehn mal 365 Tage. Klingt nach viel, ist es aber nicht. Das war doch gerade erst gestern, als du mich mit deinen damals noch sehr dunklen und nachdenklichen Augen ansahst, als wolltest du erst mal sicher gehen, dass du hier richtig bist. Und dann das erste Lächeln. Jenes Lächeln, das heute noch den Raum erhellt, indem du dich befindest. Dieses Lächeln, von dem alle Frauen im Bekanntenkreis behaupten, du würdest damit eines Tages Frauenherzen brechen. Ich hoffe es nicht! Aber meines hast du damit erobert. Und wie!

Als du dich vor zehn Jahren aus den Tiefen meines Uterus’ gemeldet hast und auf die Welt kommen wolltest, war ich shoppen. Eine Noch-Nicht-Mutter im Glattzentrum. Mit deiner Nonna. Natürlich konnte ich ihr nicht sagen, dass ich offenbar gerade im Begriff war, ihr Enkelkind im Neonlicht zur Welt zu bringen. So schnell bin ich die Strecke bis nach hause gefahren. Und am nächsten Tag war ich schon die Bald-Rabenmutter!

Das heisst, unterwegs musste ich auch noch halten: Hagelsturm. Hysterisch, wie ich langsam war, rief ich deinen Papa an, der darauf nicht minder hysterisch mit seiner Vespa nach hause raste (eigentlich hast du Glück, das deine Eltern jenen Tag überlebt haben...).

Am nächsten Tag warst du da. Die Einzelheiten erspare ich dir, es gibt wenig Schlimmeres als die Mutter, die ihren Kindern dauernd vorhält, wie furchtbar anstrengend ihre Geburt doch war!

Seit jenem Tag füllst du mein Herz mit soviel Freude und Stolz, dass ich sprichwörtlich manchmal zu platzen drohe. Natürlich nervst du auch manchmal, wie alle Kinder. Doch du wohnst seit zehn Jahren in meinem Herzen und da ist wenig Platz für schlechte Gefühle. 

Das kann einem aber auch niemand erklären, bevor man es selber erlebt hat: Diese absolut bedingungslose Liebe, die immer da ist, auch wenn ich dich wiedermal ins Zimmer geschickt habe, weil du mich geärgert hast und du mich von oben anbrüllst, wie unfair das sei. Dieses Gefühl von Zusammengehörigkeit, wir als Familie gegen den Rest der Welt!

Heute wirst du 10 Jahre alt und ich fürchte mich jetzt schon davor, deinen 20. Geburtstag zu feiern. Werden die nächsten zehn Jahre genauso schnell vorbei gehen? Oder gar noch schneller? Wirst du dann immer noch so viel von dir und deinem Alltag erzählen, um uns an deinem Leben ausserhalb unsere Heims teilhaben zu lassen? Wird dein Lächeln die Sonne immer noch in den Schatten stellen? (Ziemlich sicher schon.)

Deshalb nehme ich mir fest vor, die Zeit mit dir bis dahin einfach nur zu geniessen. Bevor du vielleicht wortkarg oder gar mufflig wirst (mir graut etwas vor der Pubertät, merkt man das?). Und bevor du ein Mann wirst. Denn du bist auf dem besten Weg dazu und ich vermisse meinen kleinen Jungen manchmal jetzt schon. Und bin gleichzeitig stolz darauf, was aus dir werden wird. Egal, was oder wer du sein wirst. Du bist und bleibst mein Kleiner. Ich hab dich lieb.

Deine Mama

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Die Hormonhölle

  Wer mich bzw. Rabenmutter (Blog und Buch) noch nicht kennt, braucht für diesen Text eine kurze Orientierung: Bei Sassines sind wir 2 Männer (Vater und Sohn, 21) und zwei Frauen (Tochter, bald 17, und ich). Soviel zur Demografie des Hauses. Als mein Sohn in die Pubertät kam, gab es schwierige Zeiten. Wir sind uns sehr ähnlich, will heissen, wir sagen, was ist. Sowohl im Positiven, wie aber auch im Negativen. Wenn uns also etwas nicht passt, meckern wir genauso, wie wir spontan «Ich liebe dich» sagen können. Jedoch gab es Zeiten, da war es kein meckern mehr, vielmehr gingen wir uns regelmässig an die Gurgel mit ausgewachsenen Wutanfällen, die einem Orkan ähnelten. Sowohl in der Kraft, als auch in der Lautstärke. Diese endeten jeweils mit einem Türenschletzen seiner- und einer Putzaktion meinerseits (Ich putze nicht gerne, ausser ich bin wütend. Meine Laune lässt sich also direkt an der Sauberkeit unseres Hauses messen.) Die anderen zwei Sassines, Vater und To...

Libido und Langeweile

Wer kennt das nicht? Den Mann hat man schon länger, die Kinder rauben einem den Schlaf und den letzten Nerv. Sex ist das Letzte, worauf man jetzt Lust hat. Für einen Artikel über die weibliche Libido würde ich gerne Aussagen von Müttern und Ehefrauen aufnehmen, wie das bei euch ist/war. Habt ihr regelmässig Sex mit eurem Mann? Oder vielleicht mit einem anderen? Und was heisst regelmässig? Habt ihr Freude am Sex oder ist es zur Pflichtübung geworden? Würdet ihr dagegen eine Pille nehmen? Es wäre schön, wenn ihr mir in der Kommentarfunktion (auch anonym) ein paar dieser Fragen beantworten könntet. Eure Aussagen würden mir sehr helfen! Herzlichen Dank!

Nie wieder WWF Tipilager!

Das erste Sommerlager für unseren Grossen. Nicht nur das Wetter machte nicht mit.... Unser Grosser wollte sich diesen Sommer – nachdem wir letztes Jahr den Anmeldetermin verpasst hatten – unbedingt für das WWF-Tipilager anmelden. Wie die Indianer leben, schlafen, Werkzeug bauen und Schmuck basteln, hiess es in der schön gestalteten Broschüre. Er freute sich seit Monaten darauf. Und wir freuten uns mit und für ihn. Einzig die Tatsache, dass sich – trotz umfangreicher Unterlagen -   die Lagerleitung mit keinem Wort vorstellte, fanden wir etwas befremdend. Für jedes der zahlreichen Lager, die mein Mann in seiner Hockey-Karriere leitete, gab er eine Liste der gesamten Leitung mit, damit die Eltern eine leise Ahnung haben, wem sie ihre Kids anvertrauen. Diese Lagerleitung befand das – trotz schriftlicher Nachfrage unsererseits – nicht für notwendig. Doch unser Grosser freute sich viel zu sehr, als dass wir ihn deswegen nicht hingeschickt hä...