Direkt zum Hauptbereich

Ehrliches kleines Monster



«The Honest Toddler» heisst der neue Elternratgeber. Geschrieben hat ihn ein Kleinkind. Sozusagen. 


«Kindermund tut Wahrheit kund». Das – zugegebenermassen altbackene – Sprichwort erhält gerade in Zeiten der Social Medias neuen Aufwind. Denn nicht nur Eltern sind auf Facebook und Twitter omnipräsent, jetzt gibt es auch das ehrliche Kleinkind «Honest Toddler», das uns täglich mit Weisheiten eines Dreikäsehochs füttert. Intelligent, ironisch, sarkastisch. Und wir ertappen uns dabei, wie wir denken «Oje, er hat recht, wir Erwachsenen sind manchmal seltsam.»

Kleine Kostprobe gefällig? Hier die Einträge der letzten paar Tage auf Facebook:

«Wenn ihr darüber nachdenkt, ist Popel-Essen die Definition von nachhaltig Leben.»

«Habe mir gerade das Teilen ausgerechnet. Nein.»

«Eltern-Tipp: Liebe ist nicht nur ein Wort. Es auch der Wille, jemanden einen Snack zuzubereiten, während man das Abendessen kocht.»

«Alles Gute zum Muttertag! Bitte nicht vergessen, ohne dein Kleinkind wärst du nichts, also werden die Geschenke 50/50 geteilt.»

«Kleinkind-Tipp: Bloss weil wir nicht mehr wissen, wieso wir weinen, heisst das nicht, das wir damit aufhören müssen. Nicht aufgeben!»

«Kleinkind-Tipp: Eigentlich verlassen wir das Time-Out nie. Meistens sind wir nur auf Bewährung draussen.»

«Es ist schwer, Erwachsene ernst zu nehmen, wenn man weiss, dass sie den Montag und Kohlenhydrate fürchten.»

Und so weiter. Nicht schlecht, finden Sie nicht?

«The Honest Toddler» gibt es übrigens auch als Buch bzw. «Kinder-Ratgeber für Eltern». Das wäre doch mal ein schönes Geschenk für werdende Eltern. Damit sie gleich wissen, wie ihr kleines Monster ticken wird.

Kommentare

Stef hat gesagt…
Klasse!!! :D Da wäre es interessant, was der Kleine zu doofen Elternsprüchen sagt, wir kennen sie doch alle: "Das hat mir auch nicht geschadet." - Hier könnte die Antwort lauten: "Offenbar doch!"

Oder "Morgenstund hat Gold im Mund" könnte mit "Gold? Ich will erst mal Zähne" gekontert werden.

Eine tolle Idee ;)

Beliebte Posts aus diesem Blog

Die Hormonhölle

  Wer mich bzw. Rabenmutter (Blog und Buch) noch nicht kennt, braucht für diesen Text eine kurze Orientierung: Bei Sassines sind wir 2 Männer (Vater und Sohn, 21) und zwei Frauen (Tochter, bald 17, und ich). Soviel zur Demografie des Hauses. Als mein Sohn in die Pubertät kam, gab es schwierige Zeiten. Wir sind uns sehr ähnlich, will heissen, wir sagen, was ist. Sowohl im Positiven, wie aber auch im Negativen. Wenn uns also etwas nicht passt, meckern wir genauso, wie wir spontan «Ich liebe dich» sagen können. Jedoch gab es Zeiten, da war es kein meckern mehr, vielmehr gingen wir uns regelmässig an die Gurgel mit ausgewachsenen Wutanfällen, die einem Orkan ähnelten. Sowohl in der Kraft, als auch in der Lautstärke. Diese endeten jeweils mit einem Türenschletzen seiner- und einer Putzaktion meinerseits (Ich putze nicht gerne, ausser ich bin wütend. Meine Laune lässt sich also direkt an der Sauberkeit unseres Hauses messen.) Die anderen zwei Sassines, Vater und To...

Libido und Langeweile

Wer kennt das nicht? Den Mann hat man schon länger, die Kinder rauben einem den Schlaf und den letzten Nerv. Sex ist das Letzte, worauf man jetzt Lust hat. Für einen Artikel über die weibliche Libido würde ich gerne Aussagen von Müttern und Ehefrauen aufnehmen, wie das bei euch ist/war. Habt ihr regelmässig Sex mit eurem Mann? Oder vielleicht mit einem anderen? Und was heisst regelmässig? Habt ihr Freude am Sex oder ist es zur Pflichtübung geworden? Würdet ihr dagegen eine Pille nehmen? Es wäre schön, wenn ihr mir in der Kommentarfunktion (auch anonym) ein paar dieser Fragen beantworten könntet. Eure Aussagen würden mir sehr helfen! Herzlichen Dank!

Wenn nichts mehr geht - knapp am Burnout vorbei

Monatelang stand ich unter Strom. Dann kam der Stromausfall. Wie ich an einem Burnout vorbeirasselte… Das Hirn läuft auf Hochtouren.  Verträge aushandeln . Kuchen backen für diverse Schulevents. Den Grossen zur Töffliprüfung fahren. Hat mein Mann jenen Termin gesehen? Nochmal überprüfen. Die Grossmutter zum Arzt begleiten. Schon wieder ein Mail von diesem Geschäftspartner, dessen niveauloser Ton an Trump erinnert. Und noch ein Problemfall mit Kunden, den wir zwar nicht verschuldet haben, aber ausbaden müssen. So sahen meine letzten Monate aus. Eure vielleicht auch.   Weiterlesen auf Any Working Mom. ( Photo by  Dingzeyu Li  on  Unsplash )