Direkt zum Hauptbereich

WTF?

 

Mit einem sowohl grafisch wie auch verbal auffälligen Plakat wollen Abtreibungsbefürworter gegen den Berliner «Marsch für das Leben» protestieren. Und machen gleichzeitig Werbung gegen die eigenen Interessen.



Der «Marsch für das Leben» ist eine Antiabtreibungsdemonstration, welche am 22. September 2012 in Berlin stattfinden wird. Der christlich geprägte «Bundesverband Lebensrecht» will damit für ein generelles Verbot und die strafrechtliche Verfolgung bei Abtreibungen demonstrieren, um ungeborenen Kindern «Lebensschutz» zu gewähren, da sie jeden Schwangerschaftsabbruch als «vorgeburtliche Kindstötung» erachten.


Mit sogenannten «Gehsteigberatungen» werden Deutsche Frauen, die Abtreibungskliniken aufsuchen möchten, davon abgehalten. Ähnlich wie in den USA werden Ärzte, die Abtreibungen vornehmen, beschimpft und bedroht. Die deutsche Bahn sorgte kürzlich ausserdem für aufgeregte Diskussionen, als sie bekanntgab, den «Marsch für das Leben» mit vergünstigten Zug-Tickets zu unterstützen.


Nun regt sich Widerstand gegen diesen Marsch. Die Betreiber des Blogs «No218NoFundis» rufen zur Gegendemonstration auf: Mit einem Plakat «Marsch für das Leben – What the Fuck» sind sich die Initianten der Aufmerksamkeit vieler Deutschen sicher. Schliesslich wollen sie einiges verändern. Denn entgegen der allgemeinen Annahme, ist Abtreibung in Deutschland nach wie vor verboten und wird strafrechtlich verfolgt. Nur wer sich von staatlich anerkannten Stellen beraten lässt, darf – drei Tage später – abtreiben, sofern es «erlaubt» wurde. Für die Blogbetreiber kommt dies einer «staatlich institutionalisierten Entmündigung von Frauen gleich, die nicht selbst über ihren und ihre Lebensplanung entscheiden dürfen.»
Ob dafür oder dagegen: Mit dem Protest im Internet und vor Ort – auch gegen die Deutsche Bahn – kommt die fundamentalistische Kundgebung gegen Abtreibung zu einer Werbung, die sie ansonsten wohl kaum gehabt hätte.

Kommentare

Katharina hat gesagt…
Entschuldigung, ich empfinde es bereits als Angriff, als "Abtreibungsbefürworter" bezeichnet zu werden, weil ich die Entscheidungsfreiheit für die Frau verteidige.
Pro Choice isn't pro Abortion!
Marie hat gesagt…
Schrecklich, dass wir hier amerikanische Verhältnisse bekommen.
Diese militanten Abtreibungsgegner sind mir ein Graus! Und ich habe gerade große Lust meine Tickets bei der DB zu stornieren!

Beliebte Posts aus diesem Blog

Libido und Langeweile

Wer kennt das nicht? Den Mann hat man schon länger, die Kinder rauben einem den Schlaf und den letzten Nerv. Sex ist das Letzte, worauf man jetzt Lust hat. Für einen Artikel über die weibliche Libido würde ich gerne Aussagen von Müttern und Ehefrauen aufnehmen, wie das bei euch ist/war. Habt ihr regelmässig Sex mit eurem Mann? Oder vielleicht mit einem anderen? Und was heisst regelmässig? Habt ihr Freude am Sex oder ist es zur Pflichtübung geworden? Würdet ihr dagegen eine Pille nehmen? Es wäre schön, wenn ihr mir in der Kommentarfunktion (auch anonym) ein paar dieser Fragen beantworten könntet. Eure Aussagen würden mir sehr helfen! Herzlichen Dank!

Die Hormonhölle

  Wer mich bzw. Rabenmutter (Blog und Buch) noch nicht kennt, braucht für diesen Text eine kurze Orientierung: Bei Sassines sind wir 2 Männer (Vater und Sohn, 21) und zwei Frauen (Tochter, bald 17, und ich). Soviel zur Demografie des Hauses. Als mein Sohn in die Pubertät kam, gab es schwierige Zeiten. Wir sind uns sehr ähnlich, will heissen, wir sagen, was ist. Sowohl im Positiven, wie aber auch im Negativen. Wenn uns also etwas nicht passt, meckern wir genauso, wie wir spontan «Ich liebe dich» sagen können. Jedoch gab es Zeiten, da war es kein meckern mehr, vielmehr gingen wir uns regelmässig an die Gurgel mit ausgewachsenen Wutanfällen, die einem Orkan ähnelten. Sowohl in der Kraft, als auch in der Lautstärke. Diese endeten jeweils mit einem Türenschletzen seiner- und einer Putzaktion meinerseits (Ich putze nicht gerne, ausser ich bin wütend. Meine Laune lässt sich also direkt an der Sauberkeit unseres Hauses messen.) Die anderen zwei Sassines, Vater und To...

Doktorspiele oder sexuelle Belästigung?

Eine amerikanische Studie zeigt dise Woche auf, dass fast die Hälfte der Kinder - wenn auch mehr Mädchen als Jungs - in der Schule "sexuell belästigt" werden. Ich schäme mich ein bisschen, diesen Ausdruck in Anführungs- und Schlusszeichen zu setzen, denn es liegt mir fern, ein solches Fehlverhalten zu minimieren. Doch meine erste Reaktion auf die Studie war erst einmal: Die Amis sind wiedermal hysterisch, früher nannte man das einfach Doktospiele! Oder einfach Geblödel vorpubertierender Kids, die glauben zu wissen, was sie tun. Die Wahrheit sieht etwas besorgniserregender aus: Denn seit es auch die Cyber-Belästigung gibt, wollen viele Kinder am liebsten gar nicht mehr in die Schule, weil sie sich schämen oder den Gerüchten aus dem Weg gehen möchten. Und nun meine Frage an euch: Was sind eure Erfahrungen mit dem Thema? Haben eure Kinder schon mal etwas erzählt? Und wie war das bei euch als ihr klein wart? Ich mache mal den Anfang: Unsere Schule hatte die tolle Idee, eine...