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Sonny Crockets erster Schultag

Obwohl mein Grosser erst in den zweiten Kindergarten kommt, sollte ich für die Schulzeitung eine Kolumne mit dem Thema "Abschied" verfassen. Für die Schüler, bei denen Nach den Sommerferien der Ernst des Lebens beginnt. Nun konnte ich also nicht aus dem Erfahrungsfundus einer Mutter sprechen, der Schulwechsel meiner Kinder ist noch in weiter Ferne. Also gab es wieder einmal eine kleine Anekdote aus dem Leben einer heutigen Rabenmutter.

In ein paar Wochen nehmen wir Abschied von unseren Sechstklässlern. Lassen sie ziehen, in eine neue Schule, zu neuen Freunden, kurz: zu neuen Abenteuern. Sicher erinnern sich auch die Eltern an die bangen Wochen in den (damals) Frühlingsferien, bevor man wusste, was einen in der Oberstufe wohl erwarten würde. Ob die Lehrer da auch so nett sein würden? Und die anderen Schüler?

Ich erinnere mich noch lebhaft an meinen ersten Tag an der Kanti. Vor den Ferien noch Kind, fühlte ich mich an diesem ersten Schultag wie eine „Grosse“. Die Angst war ebenfalls gross, denn ich kannte niemanden, kam ich doch vom Lande in die grosse, abenteuerliche Stadt ans Gymi. Schnell merkte ich jedoch, dass es nicht nur mir so ging. Die nette Blondine neben mir kriegte ihr angestrengtes Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht, die meisten anderen schauten nur bemüht auf den Boden, während uns ein paar ältere Schüler erklärten, wie die Schule hier so läuft.

Diese älteren Schüler waren zwei Jungs, die Aussahen wie ein Abklatsch von Sonny Crocket in „Miami Vice“. (Hier werden sich nur die Eltern unter euch noch ein Bild machen können. Tja, die lieben Achtziger...) Ich war sehr eingeschüchtert von dem coolen Auftreten, auch wenn sie mehr kicherten, als dass sie uns wirklich etwas erklärten.

Meine riesige Angst, hier vielleicht keine Freunde zu finden und die gesamte Schulzeit alleine in der Kantine essen zu müssen, verflog bereits am zweiten Tag. Die coolen Jungs und die grinsende Blondinen wurden meine besten Freunde und wir erlebten so manch tolles, lustiges und aufreibendes Schuljahr. Das ist jetzt 21 Jahre her und diese ersten Schüler, denen ich damals begegnete gehören heute noch zu meinen besten Freunden!


Kommentare

Tina hat gesagt…
An meinem ersten Schultag war ich es, die die Achtziger-Mode repräsentierte: Ich lief damals rum wie eine Mischung aus Nena und Madonna, Nedonna sozusagen! Meine Kinder haben sich schon x-fach über mich lustig gemacht, als sie Fotos von damals in die Finger gekriegt haben!

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