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Wenn Aussteigerinnen wieder einsteigen



Sie verliessen ihren Job, um für Mann und Kind zu sorgen. Mit dem Wiedereinstieg kam oft die Scheidung. Hat sich denn nichts geändert?

Zurzeit wird in den USA ein altes Thema neu diskutiert. «The Opt-Out-Generation wants back in» ist ein Artikel in der «New York Times» von letzter Woche, der das Leben jener Frauen diskutiert, die ca. vor zehn Jahren ihren Job aufgegeben haben, um bei den Kindern zu bleiben. Da es eben die «New York Times» ist, reden wir hier nicht von der Supermarkt-Kassiererin oder der Anwaltssekretärin. Vielmehr geht es um die 20 Prozent sehr gut ausgebildeter und entsprechend gut verdienender Frauen, die einen sehr lukrativen Job für das Leben als Soccer-Mom aufgegeben haben.

Denn in Amerika ist man nicht einfach Mutter und Hausfrau, man ist für seine Kinder Chauffeuse, Wissenschafts-Projektleiterin, Bäckerin, Köchin und Assistentin für jegliche Termine, die das soziale Netzwerk des Kindes fördern könnten. Der Alltag einer solchen Mutter ist entsprechend mehr als ausgefüllt, auch wenn die Kinder längst in der Schule sind. Was einem Vollzeit-Job in nichts nachsteht.

Der Artikel wirft nun die Frage auf, ob diese Frauen ihre Entscheidung bereuen oder ob sie es der besten Freundin, die gerade ein Baby gekriegt hat, empfehlen würden. Weder noch, tönt es aus New York. Oder wie wir in der Schweiz sagen würden: Es kommt darauf an.
  1. Auf den Mann. Viele dieser Väter – denen nicht eine Sekunde in den Sinn gekommen wäre, die eigene Karriere hinten anzustellen – fanden es anfangs wunderbar, dass Frauchen zu Hause auf sie wartete. Ein warmes Essen, saubere und gut erzogene Kinder und ein jährlich renoviertes Haus, wurde zu einer bequemen Selbstverständlichkeit, aus der kein vernünftiger Mann freiwillig rauswollte. Doch nach ein paar Jahren passierte das, was bereits der Generation meiner Eltern widerfahren war: Mama fängt wieder zu arbeiten an, muss aber gleichzeitig immer noch allen Bedürfnissen der Familie gerecht werden. Was sie aber nicht kann – und auch kaum will – , was mich auf Punkt zwei bringt...
  2. Auf die Kommunikation. Kann es wirklich sein, dass gewisse – offenbar nicht auf den Kopf gefallene – Männer heutzutage immer noch glauben, Frau sei für den Haushalt und die Kinder alleine verantwortlich, auch wenn sie selber wieder arbeitet? Oder setzen sich diese Frauen einfach zu wenig durch? Kommunizieren wir alle zu wenig?
  3. Auf das Team. Ist man als Eltern nicht ein Team, das um denselben Sieg spielt? Nämlich den, eine Zusammengehörigkeit in der Familie aufzubauen, glückliche Kinder, aber eben auch eine glückliche Ehe zu haben? Und müssen da nicht beide mitmachen?
Weshalb mich die Schlussfolgerung des Artikels und vieler Kommentare entsprechend etwas ernüchtern. So fragt das Online-Magazin «Slate»: «Was hat es also mit den vielen Scheidungen in all diesen Geschichten auf sich?» Früher war es die arbeitende Rabenmutter, die für eine – damals noch seltene – Scheidung verantwortlich gemacht wurde. Und heute? Immer noch, wie es scheint. Kann es wirklich sein, dass sich in zehn Jahren so wenig verändert hat? Was meinen Sie?

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