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Vaterliebe



Ein Vater entdeckt, dass sein Sohn schwul ist. Und schreibt ihm einen Brief. 

Wir haben uns vielleicht alle schon mal gefragt, was es für uns bedeuten würde, wenn unsere Kinder homosexuell wären. Grundsätzlich werden die meisten behaupten, es mache ihnen gar nichts, heimlich stimmt das vielleicht nicht ganz. Ich kenne Eltern, die ihre Kinder nach ihrem Coming-Out jahrelang nicht sprechen wollten, solche, die ihnen das austreiben wollten und weitere, die täglich beten, damit es wieder weg geht... 

In unseren Breitengraden dürfte man doch annehmen, dass wir unsere Kinder – ob schwul oder lesbisch – immer lieben, egal was passiert. Vielleicht hätte ich als Mutter das Gefühl, meinen Sohn, meine Tochter, noch mehr beschützen zu wollen, weil es bekanntlich (leider auch in unseren Breitegraden) immer noch viele intolerante, dumme und ignorante Menschen gibt, die in der sexuellen Neigung eines Menschen etwas Schlechtes sehen. Aber abgesehen davon, würde ein Coming-Out nichts ändern. Ob ich meine Liebe aber so schön in Worte fassen könnte wie dieser Vater bleibt fraglich.
Er hörte nämlich zufällig ein Telefongespräch seines Sohnes mit (dessen Alter leider nicht ersichtlich ist), der mit einem Freund sein geplantes Coming-Out und die damit verbundenen Ängste zum Thema hatte. Worauf ihm sein Dad folgenden Brief schrieb:

Nate,
I overheard your phone conversation with Mike last night about your plans to come out to me. The only thing I need you to plan is bring home OJ and bread after class.
We are out, like you now.
I’ve known you were gay since you were six—I’ve loved you since you were born
-Dad
PS: Your mother and I think you and Mike make a cute couple.

(Nate, ich hörte dein Telefongespräch mit Mike gestern Abend über dein geplantes Coming-Out. Das Einzige, was du zu planen brauchst, ist Orangensaft und Brot zu kaufen, wenn du von der Schule nach Hause kommst. Wir sind draussen, wie du jetzt auch. Ich wusste, dass du schwul bist, seit du sechs Jahre alt bist – Ich liebe dich, seit du geboren wurdest. – Dad P.S. Deine Mutter und ich finden, du und Mike seid ein süsses Paar.) 

Die sexuelle Orientierung unserer Kinder sollte eigentlich kein «schlimmeres» Thema sein als ihr Kleidergeschmack. Und mit einem Gruftie oder einer Barbie hätte ich definitiv mehr Mühe als mit einem homosexuellen Kind!

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