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Kleine Kinder, kleine Sorgen, kranke Kinder grosse Sorgen?

Ist die Schweinegrippe bei euch noch Thema? Bei mir nicht. Dachte ich.

Meine kleine Tochter ist krank. Schnieft, niesst, tropft aus (fast) allen Körperöffnungen und ihre Stirntemperatur deutet auf erhöhte Temperatur hin. Diese würde ich sogar mittels Thermometer überprüfen, wäre da nur nicht das Problem mit der endlosen Warterei auf das schrille "Piep", das meine Tochter aus ihrer misslichen "was-steckt-da-eigentlich-in-meinem-Hintern?-Lage" erlösen soll. Aber es gibt Schlimmeres als etwas Schnupfen.

Dennoch baut sich seit heute morgen ein Mantra in meinem Gerhirn auf: Pandemie, PANDEMIE, P A N D E M I E! Das Thema war für mich nach der ersten Kindergartenwoche erledigt, waren die erkrankten Kinder im Kollegenkreis meines Grossen nach ein paar Tagen gesund und munter doch noch in der Schule erschienen. Und auch die Medien sprechen - Qadhafi sei dank - weniger über Schweine, Grippe und Händewaschen. Doch wie mit allem im Leben, wenn es dich betreffen könnte, rückt das Unwahrscheinlichste sofort in den Vordergrund.

Nun bin ich ausserdem jemand, der sich gerne diese amerikanischen "Doktor-schläft-mit-Krankenschwester-während-die-Frau-des-Patienten-ein-grosses-Geheimnis-verbirgt-und-der-Sohn-sein-Coming-Out-hat"-Serien. Und da stehen Krankheiten und unmögliche Zufälle an der Tagesordnung, dass man bei der eigenen Familie jeden Furz forensisch untersuchen möchte. Tut man aber nicht.

Genauso wenig glaube ich wirklich, meine Tochter hätte die Schweinergrippe erwischt. Vielmehr liegt ihr Zustand wieder einmal an der Unvorsicht ihrer Eltern, sie nicht im Durchzug sitzen zu lassen bzw. sie genügend warm anzuziehen. Oder einfach daran, dass sie noch nie krank war und das irgendwann mal kommen musste. Also ignoriere ich die Stimme in meinem Ohr. Den sie ertönt weiterhin: Pandemie, PANDEMIE, P A N D E M I E...

Kommentare

Sisifee hat gesagt…
Haha, das ist wirklich gut. Bei uns vor ein paar wenigen Wochen: Unser Jüngster, 1.5, plötzlich Fieber, Schnupfen. Wir bewahren Fassung, bis abends um 23 vor dem Badezimmer mein Mann meint, irgendwie sässe ihm diese Schweinegrippe im Hinterkopf... Und schon wars vorbei mit unserer Gelassenheit. Nervös im Bett nebeneinander liegend entwerfen wir Notfallszenarien bis hin zum Besuch in der Notfallstation – es war natürlich an einem Freitagabend – am kommenden Wochenende. Und horchen auf jeden Huster und auf jedes Wimmern. Fast die ganze Nacht. Inzwischen ist das Kindchen wieder gesund und wir haben uns mit Bestimmtheit nicht zum letzten Mal geängstigt diesen Winter.

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