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Die fieseste aller Fragen

Habe einen neuen Blog entdeckt, der euch auch interessieren dürfte: papablog.ch. Und da sich der letzte Artikel mit einem Thema beschäftigt, das mich zur Zeit mehr als nur betrifft, habe ich ihn kurzerhand für euch "copy/pasted":

Wenn ein Kind zur Welt kommt, überschlagen sich alle. Zunächst all jene, die schon im Spital sowohl dem neugeborenen Erdenbürger als auch - dies aber eher an zweiter Stelle - den frischgebackenen Eltern huldigen. Dann natürlich die Freunde, die noch zum engeren Kreis gehören. Dann all jene, die etwas weiter weg sind - dank Facebook wissen sie alle von der Geburt.

Und irgendwann - Meine Erfahrung nach zwei Geburten ist, dass diese Frist bei weniger als zwei Wochen liegt, kommt sie: Die fieseste aller Fragen.

Der Grosse hat nach zwei Wochen Brustverweigerung, ausgiebigem Übergeben und Koliken vom Feinsten, noch nie länger als eine Stunde am Stück geschlafen - mit ausgiebigen mehrstündigen Pausen dazwischen. Wir waren übernächtigt, vor Müdigkeit grau im Gesicht, da stellte uns eine Frau, einige Monate früher selber Mutter geworden, die fieseste aller Fragen: “Und, schläft es AUCH schon durch?”.

Nun, ich will ihr beileibe nicht Boshaftigkeit unterstellen - immerhin schlief ihr Baby schon seit der dritten Woche länger als sie selbst, wie hätte sie auch von unserem Leiden wissen sollen. Und ich habe mir fest vorgenommen, ihr wegen der Frage nicht zu zürnen. Nur: Meine Frau und mich hat die Frage beim ersten Mal frontal in die Magengrube getroffen. Als unser Grosser dann mit den Koliken zweieinhalb Monate alt geworden war, vermochte uns die Frage nicht mehr aus dem Gleichgewicht zu bringen. Irgendwie kamen wir über die Runde und was mir in der Rekrutenschule unmöglich schien, war plötzlich selbstverständlich: Mehrere Wochen mit weniger als fünf Stunden Schlaf pro Nacht. Aber damals, in jenem Moment hätte ich dieser ach so verwöhnten Mutter, das schreiende Bündel am liebsten in die Arme gedrückt und mich verabschiedet. Wohl nur für zwei Minuten oder so, denn das Kind wegzugeben wäre mir niemals in den Sinn gekommen. Aber damals kochte es in mir über.

Immerhin: Fast genau mit drei Monaten schlief er zum allerersten Mal die schiere Unendlichkeit von sage und schreibe sechs Stunden durch.

Um der Gerechtgkeit Genüge zu tun, muss ich noch anfügen, dass sich sein Schlafverhalten dann rasch ins Gegenteil verwandelte. Heute schläft er - wenn er nicht gerade zahnt, verdurstet oder sonst eine Krise schiebt - zwölf Stunden, vielleicht mit einer Unterbrechung und ewacht ausgeruht und gut gelaunt. Zum Glück. Denn mittlerweile ist da unser Mäuschen. Sechs Wochen alt und stets unzufrieden. Längste Schlafphase bisher: Vier Stunden. Aber wir sind zuversichtlich.

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